Preda Deutsch Website

Martin-Buber-Plakette für die Kinder

November 21, 2017 · 

Martin-Buber-Plakette für die Kinder

Es gibt eine massive und dabei positive Veränderung in Bezug auf das öffentliche Bewusstsein, das Wissen und das Engagement, die sexuelle Belästigung und den Missbrauch von Kindern und Frauen in den letzten zehn Jahren zu konfrontieren und aufzudecken. In den letzten Monaten sind Frauen in die Öffentlichkeit getreten und nannten die Namen jener, die sie sexuell belästigt, misshandelt oder vergewaltigt haben. Sie haben Jahre lang geschwiegen und hatten Angst, sich zu äußern. Aber das ändert sich. Mit dem Hashtag #MeToo wurde eine Plattform geschaffen die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die Angeklagten sind Menschen in Macht- und Einflusspositionen. Sie haben ihre Positionen missbraucht, um die von ihnen abhängigen Menschen sexuell auszubeuten. Mögen sie sich der Gerechtigkeit stellen und für ihr Verhalten und Handeln zur Verantwortung gezogen werden.

In diesem Jahr wird der Martin-Buber-Preis verliehen, um die Arbeit zu würdigen, die es vielen Kindern ermöglicht, sich zu äußern und das Grauen zu überwinden. Für diejenigen, die in der Kindheit sexuell missbraucht und ausgebeutet wurden, war es fast unmöglich, sich auszusprechen, weil sie von ihren Missbrauchern verwundet, beherrscht und kontrolliert wurden. Sie hatten selten jemanden, dem sie ihre schlimme Vergangenheit anvertrauen konnten.

Menschen die sich im Machtgefüge über Kinder stellen, sind die Missbraucher. Sogar Teenager missbrauchen jüngere Mädchen mit alarmierender Häufigkeit. Die Opfer schweigen aus Angst, verursacht durch Einschüchterung und Drohungen der Täter.

Dies kann der eigene biologische Vater oder der Stiefvater sein, ein Lebenspartner, ein Freund oder Nachbar oder jeder in der Gesellschaft, der Zugang zu dem Kind hat – ein Sporttrainer, ein Geistlicher oder ein Pädagoge. Die größte Furcht der Kinder ist, dass ihnen kein Glauben geschenkt wird und sie stattdessen bestraft werden.

Zudem sind die Opfer bedroht worden und sie leben mit der Befürchtung, dass die Drohungen des Missbrauchers sich bewahrheiten. Ein verurteilter Pädophiler missbrauchte seine Nichte. Anschließend tötete er ihren Hasen, um dem Kind zu sagen, dass gleiches mit ihr geschehen würde, wenn sie jemandem von dem Missbrauch erzählte.

Vor zwanzig Jahren kamen die Missbrauchenden durch Intrigen und Korruption aus der Mangel. Niemand wagte es, Anklagen wegen Kindesmissbrauchs gegen einen wohlhabenden Mann mit einer Stellung in der Gesellschaft vorzubringen. Sogar Polizei, Eltern und Behörden zögerten, den Kindern Glauben zu schenken, die Gesetzte der Zeit waren schwach und ohne Durchsetzungskraft. Aber das hat sich mit Kampagnen, für einen Bewusstseinsaufbau, geändert, das Aussprechen und Melden von Missbrauch muss obligatorisch werden – insbesondere für Autoritätspersonen, die von Kindesmisshandlung wissen. Es gibt immer noch viel Vertuschung die von der Politik nicht verhindert, sondern gefördert wird.

Das Aufspüren von Kindesmissbrauch und die Bekanntmachung von Kindesmisshandlung muss genauso selbstverständlich werden wie dass melden eines Unfalls oder Feuers.Kinderopfer, die ihr Trauma verheimlichen und den Missbrauch ertragen, leiden leise unter Depressionen, Verlust des Interesses am Leben, an fehlendem Selbstvertrauen und an Wertschätzung. Sie verlieren das Interesse an der Schule und viele suchen Schutz bei Freunden, Verwandten oder leben auf der Straße, wo Menschenhändler und Zuhälter sie schnell entführen können. Aber wenn ihnen geholfen wird und ihnen die Chance auf Freiheit, Unterstützung, Bildung und Therapie gegeben wird, werden sie wieder lebendig und sind ermächtigt und widerstandsfähig. Sie können dann erfolgreich gegen ihre Missbraucher Gerechtigkeit üben und für eine starke positive Zukunft kämpfen. Viele Opfer, die von der Preda Foundation unterstützt wurden, haben diese Erfahrung der “Machterlangung” und genießen jetzt ein Leben in Frieden und Glück.

Diese Woche wird uns der Martin-Buber-Plakettenpreis verliehen, in Anerkennung dieser Kinder, die aufgestanden sind, Hilfe bekommen und sich engagiert und ihre Missbraucher herausgefordert haben und Gerechtigkeit herbeiriefen. Der Preis erkennt besonders jene Kinder an, die immer noch heimlich, allein, unbekannt und leise unter Missbrauch leiden. Es erkennt die Preda-Mitarbeiter an, die sich in einem Dialog der Heilung und Ermächtigung mit den Kindern engagieren, um ihre Genesung zu unterstützen.

Die Philosophie von Martin Buber dreht sich in einem ihrer Aspekte um den Dialog. Es ist eine Möglichkeit, Konflikte zu lösen und Gerechtigkeit zu finden, indem man Menschen von Angesicht zu Angesicht begegnet und sie als Personen herausfordert, die sie als Individuen erkennen. Dieser Schwerpunkt des Martin Buber Plaque Award 2017 liegt auf der Würde und den Rechten des Kindes im Jahr 2017. Hier sind meine persönlichen Reaktionen auf die Auszeichnung. Die Verleihung der Martin-Buber-Plakette zur Anerkennung der Arbeit, die den missbrauchten, ausgebeuteten, verlassenen und eingesperrten Kindern der Welt Frieden und Versöhnung gebracht hat, ist sehr willkommen und angemessen und wird von mir und den Mitarbeitern der Preda-Stiftung sehr geschätzt und macht diese Arbeit erst möglich.Die Verleihung der Plakette für diese Arbeit entspricht dem wahren Geist von Martin Bubers Schriften und seinem Standpunkt, durch den direkten Kontakt mit den Menschen Frieden im Menschen selbst zu schaffen, indem Menschenrechtsfragen angesprochen werden. Martin Bubers Einsatz für Frieden stützt sich auf einfühlsames Zuhören, Verständnis für die Person, gegenseitige Bestätigung und direkten Dialog mit Menschen, die Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen erlitten oder noch erleiden. Es ist eine Philosophie, die darauf abzielt, die Möglichkeit und die Chance auf Frieden und Versöhnung durch volle persönliche Beziehung zwischen Individuen und in der Gesellschaft zu schaffen. Es ist ein Prozess der menschlichen Interaktion, der Heilung und Genesung bringt, individuell und in Gemeinschaft. Die Arbeit, Kinder von Missbrauchern zu befreien, illegale Inhaftierungen und Missbrauchssituationen zu unterbinden und ihnen Heilung von einem Trauma zu bringen und sie in eine friedliche Existenz mit der Gesellschaft zu bringen, ist das, was ich seit 43 Jahren auf den Philippinen durch die Preda-Stiftung und durch meine Mitarbeiter mache. Ich bin zutiefst geehrt und freue mich, die Martin-Buber-Plakette zu erhalten, da sie die Opfer von Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen anerkennt und ehrt. Es sind die widerstandsfähigen und mutigen Kinder, die Überlebende und Sieger sind, die die wahren Empfänger dieser Auszeichnung sind.

Copyright © 2017 · Preda Foundation, Inc. All Rights Reserved