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Newsletter Oktober 05

October 31, 2005 · 

Liebe Freunde und Verteidiger der Kinder,

Ich schreibe, um Ihnen allen zu danken, die großzügig zum Schutz und zur Rettung von Kindern beigetragen haben. Ich konnte nicht so häufig schreiben, wie zuvor, die Arbeit nimmt gerade stark zu. Wir haben viele deutliche Erfolge bei der Rettung von Kindern aus Missbrauchssituationen und den Kindern, die in dreckigen Gefängnissen und Zellen eingekerkert sind.

Die Kinder aus Bordellen oder familiären Missbrauchssituationen beginnen sich wieder zu erholen und den Schock und das Trauma des Mißbrauchs zu überwinden. Die selben Kinder, die tief traurig, niedergeschlagen und ohne Hoffnung waren, springen und spielen fröhlich jeden Morgen, in Vorfreude zur Schule gehen zu können, sie haben eine neue Basis aus Würde und Selbstvertrauen.

Kinder, die sexuell und körperlich misshandelt wurden, zu stärken und zu befähigen ist das Herz des Genesungsprogramms und es macht uns Freude mitzubekommen, wie durch die Therapie des emotionalen Ausdrucks Leid und Depression befreit werden.

Ohne diese besonderen Angebote, wären die Kinder in den Händen ihrer Peiniger, die sie ungestraft immer wieder missbrauchen würden.

Ein sehr ernst zu nehmendes Problem, das wir auch in unserem allgemeinen Bildungsprogramm thematisieren, ist die schlechte Angewohnheit lokaler Beamter und Eltern mit den Tätern einen ausgleichenden “deal” einzugehen. Es ist allgemein anerkannt auf Kindsvergewaltigung und sexuelle Belästigung mit Schweigegeld zu reagieren. Armen Eltern, die nicht wissen, was sie tun sollen, wird von der Polizei und Kommunalpolitikern geraten und auch mit Druck näher gebracht, die Beschuldigung falllen zu lassen. Vom Freikauf des Pädophilen nehmen sich Polizei und andere Verantwortliche ihren Anteil. Das Kind ist vergessen, als ob es keine Rechte, Gefühle, Not oder Wunsch nach Gerechtigkeit hätte.

Wir arbeiten hart daran, das zu ändern, sowohl in den Köpfen der Regierunsverantwortlichen als auch der der Eltern. Herzlichen Dank an die Irische Regierung, die mit Geldmittel Menschenrechte und Kinderschutz unterstützt, dadurch können wir jeden Monat ein einschlägiges und effektives Seminar an hunderte von Teilnehmern richten.

In den letzten neun Monaten erreichte das Preda Team für Bildung und Menschenrechte die Herzen und Köpfe (hoffentlich) von 2627 Kommunalpolitikern. Sie sind die erste Anlaufstelle bei Kindesmissbrauch in einer Gemeinde und selten kennen sie ihre Aufgaben und Pflichten. Sie tendieren dazu die Anliegen per Abkassieren zu erledigen. Wir zeigen den Ausweg, indem wir ihnen das Recht und ihre wahren Pflichten lehren und wie man korrekt zu reagieren hat. Wir raten ihnen, sich mit dem Preda Heim für missbrauchte Mädchen in Verbindung zu setzen, um professionellen Beistand zu bekommen. Wir bieten den Kindern geschützten Wohnraum, welcher essentiell ist, wenn das Kind soweit und willig ist Strafanzeige gegen seinen Peiniger zu erheben.

Lehrer gehören ebenso zu den ersten und vertrauenswürdigen Menschen, an die sich ein notbedürftiges und verletztes Kind wendet, vorallem, wenn der Missbrauch in seinem Haus stattfand und die Beschuldigung des Vaters nicht möglich ist. Denn nicht alle Mütter wollen ihren Kindern glauben. Die Angst vor dem Skandal, rechtliche Konsequenzen, Scham und Ärger können die Mutter davon abhalten auf die Schreie der Tochter zu antworten. Das Bildungsprogramm erreichte in den vergangenen fünf Monaten 1192 Lehrer. Während und nach den Seminaren gab es einige neue Enthüllungen des Kindesmissbrauchs durch die Teilnehmer, da sie durch die Darstellung ermutigt und angeregt wurden. Einige Kinder wurden daraufhin gerettet.

Von Franchisca, eine 14jährige Nichte einer Lehrerin, berichtete, dass sie Opfer einer Gang-Vergewaltigung durch zehn Jugendliche in Olongapo wurde. Olongapo ist eine Stadt mit einer ehemaligen Militärstation, die eine riesige Sexindustrie hervorbrachte, diese vergiftete die Kultur und löschte den Respekt vor Kindern und Frauen aus, wir kämpften erfolgreich für ihre Stilllegung. Am 22. November ist Jahrestag. Franchisca ist ein verängstigtes, eingeschuechtertes Mädchen, das sich vor jedem fürchtet.

Marlyn, eine unserer Sozialarbeiterinnen, ein ehemals ausgebeutetes Kind, das unser Ausbildungsprogramm erfolgreich abschloss, konnte sie überreden bei Preda Schutz zu suchen, indem sie ihre eigene Lebensgeschichte und Erfahrungen erzählte und ihr berichtete, wie sie es geschafft hatte das Trauma zu überwinden.

Marylins Abschluss letzten März war ein sehr glücklicher Tag für alle in Preda. Ihr Leben zeigt, wie Frauen, die in der Falle von Armut und Sexhandel fest sitzen, befreit und gestärkt werden können und ein neues Leben beginnen.

Ebenso barg das Preda Team ein Kind, das seit seinem zehnten Lebensjahr sexuell missbraucht wurde. Sein Peiniger wurde auf eine Ausgleichszahlung von umgerechnet US$ 170 oder EUR 150 festgesetzt. Das ist der ganze Wert den Erwachsene diesem Kind zusprechen. Die Eltern waren ablehnend und wollten nicht erlauben, dass das Kind von Preda aufgenommen wird. Wir nahmen an, dass der Täter ein Familienmitglied war und wir lagen richtig.

Das ist noch nicht alles. Ein weiteres Preda Bildungsteam konzentriert sich auf Schüler, Eltern und die Allgemeinheit, um ihr Verständnis und Aktionen zu wecken, die dem Missbrauch von Kindern Einhalt gebieten. Dieses Team erreichte während der letzten 6 Monate 4924 Schüler und Eltern. Auch diese Seminare waren erfolgreich, denn sie ermutigten Teilnehmer ihnen bekannte Missbrauchsfälle zu enthüllen, was sie sich vorher nicht zutrauten. Die Arbeit des Rettens und Heilens geht weiter und die Weiterbildungsprogramme verändern Einstellungen, wecken die Geister und inspiriren Herzen, sich für Kinder einzusetzen.

Wir bekommen viele neue Einladungen, so hielt Preda-Mitbegründer und Programmdirektor Alex Hermoso einen aufrüttelnden Vortrag vor den Regierungsvertretern der Provinz. Er zeigte ihnen Videos von Kindern in Gefängnissen und der Rettungsarbeit von Preda.

Preda erreicht durch seine Öffentlichkeitsarbeit Wohltätigkeitsvereine, Kirchen, Missionsstationen und Klerus. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist nun ein viel offeneres Thema und wird breit diskutiert. Einstellungen ändern sich und Kinder werden geschützt.

Kinder hinter Gittern
Die Kampagne Predas Kinder aus Gefängnissen mit Erwachsenen und Vergewaltigern zu befreien bekam einen riesen Auftrieb, als das Britische Fernsehen (ITN) ein Team zu Preda schickte, um die Bedingungen, die in den Gefängnissen herrschen zu dokumentieren. Es war als ob Gottes Hand die Türen der Zellen öffnete, einst vesteckt und der Öffentlichkeit verschlossen und uns somit erlaubte die schrecklichen Verhältnisse zu sehen. Ein Geheimnis wurde enthüllt, welches die Welt nicht sehen sollte.

Offiziell vegetieren mindestens 4000 Kinder in den gleichen Räumen wie Pädophile, die sich ihnen jederzeit aufzwingen können. Die meisten der Jugendlichen und Kindern, darunter auch achtjährige, haben deutlich ausgebildete Krankheiten, wie Tuberkulose, Eitergeschwüre, Infektionen, Schmerzen und Hautausschläge. Sie sind abgemagert und unterernährt, ihr tägliches Budget für Nahrung beträgt 25 Cent. Ein geschockter Beobachter schrieb hinterher: “Keine zivilisierte Nation, wie arm auch immer, darf das erlauben. Am meisten schockierte mich ein Perverser, der lachend sagte, er könne jederzeit einen der Jungen haben.”

Damals wurde die Behörde für Strafvollzug und Strafrecht durch höhere Behörden aufgefordert alles zu vertuschen und der ÖffentlichKeit den Zugang zu verwehren. Der Scham und die Blamage, die die Fernsehbilder zu Lichte gebracht hatten, waren einigen unangenehm. Der Philippinische Senat zog den lang vergessenen (9 Jahre) Entwurf eines umfassenden Jugendstrafgesetzes hervor und brachte es vorwärts. Am 8. Oktober sprach Pater Shay mit einigen Ehefrauen der Abgeordneten und bat sie ihre Männer zur Zustimmung dieses Gesetzes im Kongress zu überreden.

Dieses Gesetz setzt die Altersgrenze der Straffähigkeit auf 12 Jahre, im Moment ist es noch bei 9 Jahren, und es weist Gefängnisse an für Kinder ausgerichtet zu sein, die straffällig geworden sind.

Im Moment sind sie inhaftiert für kleine Fehlverhalten, ohne einem ordentlichen Verfahren oder deutlichen Beweisen. Seit April holten wir 32 Kinder aus verschiedenen Gefängnissen. Von 57 Jungen, die zur Zeit im Center sind gehen 16 in eine öffentliche Schule, die anderen erhalten Unterricht im Center. Seit April machte unser jail rescue Team 30 Besuche in 10 verschiedenen Gefängnissen. Zu dem Zeitpunkt an dem Sie diesen Brief erhalten, werden wir noch mehr Kinder aufgenommen haben, aber unser Raum ist beschränkt.

Zur Zeit verhandeln wir immer noch, ein Regierungsgebäude zu bekommen, das auf dem Land liegt. Es wurde von Fördergeldern gebaut, die zur Arbeitsbildung verwendet werden sollten, nachdem 1991 der Vulkan Pinatubo ausbrach, jedoch steht es leer, kaum wurde es vollendet. Ein großzügiger Spender ermöglichte uns eine ausreichende Summe, um das Gebäude zu renovieren. Wir arbeiten täglich, um dieses neue Heim zu realisieren, mit dem wir noch mehr Kindern helfen können und ihnen eine neue so lang verwehrte Chance geben zu können.

Nicht verpassen: anstehende Fernsehsendungen
Am 21. Oktober wird Pater Shay, Gründer und Präsident von Preda, Gast des Irischen Fernsehens (RTE) sein und die Situation der Kinder hinter Gittern mit Ausschnitten aus der ITN Dokumentation diskutieren. In Deutschland und Frankreich werden in den kommenden Monaten zwei neue Dokumentationen gesendet, eine über die inhaftierten Kinder und eine über die Situation der verlassenen Philippinisch-Amerikanischen Kinder, für die sich Preda auch einsetzt.

Einige von ihnen haben erfolgreich das College oder die High School beendet und sind berufstätig, anderen muss noch geholfen werden, sie leben in entsetzlicher Armut auf der Straße, eine traurige Erbschaft der Amerikanischen Streitkräfte und Navy Pensionären. Der berühmte Reporter Rupert Cook schreibt gerade einen Sonderartikel für The Times of London und gestaltet Radiosendungen, so werden Millionen von Zuhörern auf der ganzen Welt erreicht.

Am 13. September wurde Pater Shay vom US Kongressunterausschuss für Kinder in Washington D.C. eingeladen, um zu berichten, wie die Situation der Straßenkinder und der Kinder im Gefängnis auf den Philippinen ist. Ebenso war Lord David Alton anwesend und gemeinsam hielten sie im Nationalen Presse Club eine Pressekonferenz. Pater Shay wurde zum 7. November zu einer weiteren Pressekonferenz mit der Presseagentur von Washington (the Washington Press Corps) im Nationalen Presse Club eingeladen. Ebenso wird er ein weiteres Mal bei einer Sitzung im Kongressunterausschuss für Kinder, Washington D.C. teilnehmen. Nach seiner Rede im September sagten ihm fünf Abgeordnete zu, die Philippinen im Januar zu besuchen und dort die Lebensbedingungen der Kinder und Menschenrechte zu untersuchen.

Deutscher Gegner von Preda inhaftiert
Ein Deutscher Bürger, Hartmut Joost, wohnhaft in Baloy Beach, Olongapo City, ein deutlicher Kritiker und aktiver Gegner von Predas Arbeit wurde von der Immigrationsbehörde, Manila aufgegriffen und inhaftiert. Er wird bald nach Deutschland ausgeflogen, um sich dort vor Gericht wegen Kidnapping, gewaltsame Erpressung und Beraubung einer Philippinerin und ihres Ehemannes, einen Deutschen Investor, zu verantworten. Das Ehepaar wurde angeblich von Joost und zwei Komplizen auf einem Beachresort in Palawan entführt und mit vorgehaltener Waffe gezwungen, ihren Landbesitz ihm zu überschreiben.

Angeblich stand Joost über Jahre mit dem Sexhandel in Verbindung und wurde verurteilt, da er die Arbeit des Gerichts behinderte. Anstrengungen von Preda ausländische mutmaßliche Täter wegen Kindesmisshandlung vor Gericht zu bringen trat er energisch entgegen und er manipulierte den Gerichtserlass über einen gefassten Pädophilen, Victor Fitzgerald, und erstellte künstliche Beweise, die das Personal von Preda belasteten. Die böse List ging schließlich nicht auf, Pater Shay und seine Mitarbeiter wurden gänzlich entlastet. Joost stehen, sofern er verurteilt wird, 18 Jahre Gefängnis bevor.

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