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Was der Papst zu sagen hat

September 24, 2015 · 

Photo Fr.Shay meets Pope Francis.

Was der Papst zu sagen hat
Pater Shay Cullen

Das Treffen mit Papst Franziskus, dem ich letzten Donnerstag, dem 17 September, beiwohnen durfte, stand am Ende fünftägiger Diskussionen und Präsentationen über die Lebensumstände von Straßenkindern und -frauen, sowie über Kindesmissbrauch, Prostitution, Menschenhandel und die Legalisierung und Entkriminalisierung von Prostitution. Es wurde außerdem ein Aktionsplan erstellt, der die Kirche dazu anhält, mehr zu tun, um die Armut der Straßenkinder und -frauen zu bekämpfen und die Millenniumsziele der Armutsbekämpfung zu erreichen. Es ist eine Armut, die Millionen von Kindern und Frauen auf die Straße treiben, wo sie anfällig für jede Form der Ausbeutung sind.

42 kirchliche Funktionsträger wurden zu dem Treffen mit Papst Franziskus eingeladen. Dies vor dem Hintergrund des internationalen Symposiums für die pastorale Fürsorge der Straße, welches vom päpstlichen Rat für Migranten und Flüchtlinge organisiert wurde. Das Ziel des Treffens war die Formulierung eines Aktionsplans als Antwort auf die überwältigende Anzahl an Frauen und Kindern, die auf der Straße leben.

Dies ist die neue Richtung, die der Papst einschlägt: Symposien und Beratungsstunden mit den kirchlichen Mitarbeitern zu brennenden Themen. Er hört die Basis an und tritt auf diesem Wege in direkten Kontakt mit der Straße. In der Vergangenheit hat der Vatikan vor allem mit Anordnungen und Erlassen über die Basis hinweg entschieden.

Die Anordnungen und Ermahnungen, die der Vatikan in der Vergangenheit aussendete, waren nicht besonders effektiv. Die Offiziellen des Vatikan hatten keinerlei Erfahrung mit dem Leben auf der Straße und deshalb waren es vor allem theologische Ermahnungen, die mit Zitaten des neuen Testaments ausgeschmückt wurden, um dem grauen Dokument etwas Würze zu verleihen. Dies soll sich nun unter Papst Franziskus ändern. Die Beratungen und das Empfangen von Feedback von den Gemeinden bereiten die Synode der Bischöfe kommenden Oktober vor.

Wir waren mit der Aufgabe betraut, in Gruppen darüber zu diskutieren, was kirchliche Führungskräfte tun können, um den Straßenkindern und -frauen zu helfen. Die Repräsentanten kamen aus 42 Ländern. Sie haben ein bedrückendes Zeugnis darüber abgeliefert, was in ihren Ländern vor sich geht. Es ist nicht gut. Immer mehr arme Menschen verlieren ihr Land, ihre Jobs und ihr Zuhause – und enden auf der Straße.

Wenn der Papst in Amerika ankommt, wird er nur zwei englische Reden halten und den Rest seiner Reden in seiner Muttersprache Spanisch darbieten. Die spanischen Gemeinschaften werden es lieben. Alle hoffen, dass er die Wurzeln der Armut und Ausbeutung erwähnen wird. Er hat bereits einige starke Reden über die schändlichen Auswirkungen eines liberalen und ungezähmten Kapitalismus gehalten.

Man erwartet diesen Weckruf auch in New York, wo er die UN-Mitglieder dazu aufrufen könnte, die Millenniumsziele endlich umzusetzen und moderne Sklaverei und Menschenhandel von dieser Erde zu tilgen.

Täte er dies, wäre es eine große Herausforderung und eine Botschaft wahren Christentums, die das Fundament der Welt der Finanzen und des kapitalistischen Systems erschüttern würde. Dies ist die Wurzel des Problems, welches die Menschen zur Flucht bewegt.

Das kapitalistische System hat die Entwicklungsländer ausgebeutet um sich selbst zu bereichern. Die armen Menschen leiden besonders darunter. Milliarden Menschen leiden Hunger in einer Welt, wo Nahrungsmittel im Wert von Milliarden jeden Tag verschwendet werden.

Die Reichen sind in Richtung Norden gewandert und haben eine Welt aus Armut und Hungersnot hinterlassen.Warum sollten die Armen ihn nicht folgen dürfen, wurde der Reichtum doch auf ihrem Rücken geschaffen? Nun strömen tausende Flüchtlinge in Richtung Norden. Es ist ein unaufhaltsamer Tsunami menschlichen Leids. Sie wollen nur ein Leben in Würde und Frieden.

Wir müssen die Regeln des Handels und der Wirtschaft enden um den Ärmsten dieser Welt endlich ein Leben in Würde zu ermöglichen. Die Kinder und Frauen unserer Straßen sind die verletzlichsten Menschen dieser Welt.

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