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Solidarität mit dem Fairen Handel in den Philippinen

August 29, 2014 · 

Shay Cullen

12.08.2014

Fairness und Gerechtigkeit sind es, was die Armen und Unterdrückten von denen brauchen, die gewählt sind, um sie zu schützen und ihnen zu dienen. Wenn die Menschen in größter Not sind und die Regierungsmitglieder sich abwenden, dann wird das Volk betrogen, verlassen und steht ohne Hilfe da. Genau das erlebe ich jeden Tag in unserem Kampf um Gerechtigkeit für die Opfer von Menschenhandel und Missbrauch von Kindern. Aber Gerechtigkeit gibt es nur wenig. Die Reichen und Mächtigen können sich von ihren Verbrechen freikaufen. Bei den Bauern und der mittellosen Landbevölkerung kommt es ebenso vor: Ihre Unterdrücker töten und bleiben straffrei.

Genau das passiert den Mitgliedern des Panay Fair Trade Center auf der Insel Panay, Philippinen. Mehrere Mitglieder der Panay Fair Trade FarmersŒ Cooperative wurden drangsaliert, terrorisiert und ihre Anführer ermordet. Romy Capalla war mit seiner Schwiegermutter im März 2014 auf dem Markt, als zwei Männer auf einem Motorrad heranfuhren und ihn in den Kopf schossen. Seine Schwiegermutter erlitt einen Schock, und die Mörder entkamen auf dem Motorrad. Die Polizeiwache befand sich nur 50 Meter entfernt. Romy Capalla war sofort tot, er zahlte den höchsten Preis für sein Engagement zugunsten der Armen. Am selben Tag wurde nur 15 Kilometer weiter die kleine Zuckermühle der Bauernkooperative von unbekannten Brandstiftern angezündet und brannte vollständig nieder. Aber die philippinische Regierung ignoriert all dies.

Die Welt schaut nicht weg. Im August 2014 ist eine Solidaritätsgruppe internationaler Beobachter für die Fair-Handels-Bewegung aus Europa und aller Welt nach Panay gereist, um für Solidarität und Unterstützung demonstrieren und die Regierung auffordern, das Morden unter den Bauern und ihren Anführern zu beenden und die Menschenrechte zu achten. Die Vertreter der Solidaritätsbewegung haben mit Politikern, Kirchenvertretern sowie betroffenen Gruppen gesprochen, um das Bewusstsein für die Verletzung der Menschenrechte sowie das Leid und große Unrecht gegen die Bauern zu schärfen.

Die Stellvertreter sowie Tausende Unterstützer des Fairen Handels ­ (Š) z.B. aus Deutschland (dwp Ravensburg, GEPA) und Italien (CTM) ­ haben zusammen mit philippinischen Fair-Handels-Organisationen wie PREDA Fair Trade, CCAP (Community Crafts Association of the Philippines) und anderen gegen die Verletzung der Menschenrechte der Bauern und ihrer Familien protestiert.

Todesschwadronen ermorden Bauern, und eine davon tötete ihren Anführer Romy Capalla.

Es gibt unabhängige Zuckerbauern, die eigenes oder rechtmäßig gepachtetes Land bearbeiten und nicht den großen Zuckerplantagen angehören. Sie sind der Kontrolle der reichen Zuckerbarone entkommen, die für das Zuckerrohr niedrige, aber für die Verarbeitung hohe Preise diktieren.

Diese wirtschaftliche Kontrolle hält die Bauern in grausamer Armut und verwehrt ihren Kindern ein besseres Leben. Die Anführer und Organisatoren der Bauern sind engagierte Verfechter der Menschenrechte und des Fairen Handels, die den Tausenden von ausgebeuteten Kleinbauern der Zuckerindustrie auf Panay zu einem neuen und besseren Leben verhelfen wollen.

Fair-Handels-Organisationen in Europa kaufen Mascobado von den Bauern auf Panay zu einem fairen Preis, so dass diese Erfolg hatten und sogar ihre eigene Zuckermühle bauen konnten. Den Mascobado verkaufen sie auch über heimische Supermärkte und können davon gut leben, unabhängig von den übermächtigen Baronen, die sich bedroht fühlen ­ denn immer mehr Bauern wollen sich dem (Š) Panay Fair Trade Center anschließen und ihren Zucker in der dortigen Mühle zu niedrigeren Kosten verarbeiten lassen. Sie verdienen mehr und haben ebenfalls Erfolg. Dies stellt eine starke Konkurrenz dar, und die Morde an den Mitgliedern von Panay sowie Romy Capalla und das Niederbrennen der Zuckermühle ist vermutlich das Werk einiger dieser Zuckerbarone. Romy wird unvergessen bleiben und als standhafter Verfechter der Menschenrechte gefeiert werden.


Sein Bruder ist der Erzbischof von Davao City im Ruhestand. Romy half, das Projekt auf die Beine zu stellen, und seine Gruppe organisierte die Bauern sehr erfolgreich in der Zuckerkooperative Panay Fair Trade Center. Die Kleinbauern blieben auf ihrem Land und pflanzten ihr eigenes Zuckerrohr, das sie ernteten und in der kleinen Zuckermühle verarbeiten ließen, in der der gesunde Mascobado produziert wird. Dieser wird an die Weltläden exportiert und auf dem lokalen Markt abgesetzt.

In den Philippinen bilden die Plantagenbesitzer und die Superreichen die herrschende Elite, die 70 % der Wirtschaft, Produktion und Landwirtschaft des Landes kontrolliert. Einige der reichen und großen Zuckerproduzenten sehen anscheinend in der Unabhängigkeit der Bauern mit ihrer eigenen Mühle eine Bedrohung und ein schlechtes Beispiel für andere. Sie wollen die gesamte Zuckerproduktion kontrollieren und die Preise diktieren. Doch die von Romy Capalla aufgebaute Organisation leistete Widerstand und schuf eine Alternative durch den Fairen Handel.

Die Verfechter der Menschenrechte und des Fairen Handels in den Philippinen benötigen jegliche Hilfe und Unterstützung. Die Gier einiger weniger hat das Leben vieler zerstört. Diejenigen, die am meisten Gutes tun, werden wie immer zurückgewiesen, verurteilt und als schlecht hingestellt. Es ist die Geschichte des Evangeliums, die Not derer, die versuchen, Gerechtigkeit zu üben, die Welt zu verbessern und recht zu handeln. Wir dürfen niemals den Mut verlieren und müssen Stellung beziehen.

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