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Solidarität für den philippinischen Fairen Handel

August 19, 2014 · 

Pater Shay Cullen

Fairness und Gerechtigkeit ist das, was die Armen und Unterdrückten von denen brauchen, die gewählt wurden um sie zu schützen und ihnen zu dienen. Wenn die Menschen in größter Not sind und sich die Offiziellen der Regierung von ihnen abwenden, dann wurden diese verraten, im Stich und ohne Hilfe zurückgelassen. Genau das erlebe ich jeden Tag in unserem Kampf um Gerechtigkeit für die Opfer  von Menschenhandel  und für Kindern die sexuell missbraucht wurden.  Jedoch existiert wenig Gerechtigkeit. Die Reichen und Mächtigen können sich von ihren kriminellen Taten freikaufen. So passiert es auch, dass die Landwirte sowie die ärmliche Stadtbevölkerung von mächtigen Menschen ermordet werden, die   ungestraft mit ihren Taten davonkommen.

Genau das ist es, was der Panay Fair Trade Gruppe auf der Panay Insel, im Zentrum der Philippinen passierte. Einige Mitglieder der Kooperative der Panay Fair Trade Landwirte wurden belästigt, mit Gewalt konfrontiert und ihre Anführer ermordet. So auch an einem Tag im März 2014: Romy besuchte mit seiner Schwiegermutter den örtlichen Markt, als sich ihnen zwei Männer auf einem Motorrad näherten und das Feuer auf ihn eröffneten. Bei diesem Gefecht wurde Romy in den Kopf geschossen. Seine Schwiegermutter erlitt einen großen Schock. Obwohl sich das ganze nur 50m von einer Polizeistation entfernt abspielte, entkamen die Mörder. Romy Capalla starb am Unglücksort und bezahlte mit seinem Leben für seine Solidarität den Armen gegenüber. Am gleichen Tag wurde 15km davon entfernt eine kleine Zuckermühle der Landwirte unter mysteriösen Umständen von unbekannten Tätern bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die philippinische Regierung jedoch äußerte sich nicht zu den Ereignissen sondern schaute wiedereinmal weg.

Die Augen der Welt sind jedoch nicht verschlossen. Eine Gruppe zusammengeschlossen aus internationalen Beobachtern der Fair Trade Bewegung Europas und der ganzen Welt, wird im August 2014 auf die Panay Insel reisen. Dort demonstrieren sie für Solidarität und Unterstützung in ihrem Kampf gegen die Unterdrückung. Sie fordern die  Autoritäten dazu auf das Töten der Landwirte sowie deren Anführer zu beenden und die Menschenrechte zu respektieren. Die Abgeordneten werden Politiker und Oberhäupter der Kirche besuchen. Zudem wollen sie mit Gruppen sprechen um die Aufmerksamkeit für die Missachtung der Menschenrechte und die große Ungerechtigkeit, die den Landwirten widerfahren ist, zu steigern.

Die europäischen Abgeordneten, speziell die aus Deutschland in Form der DWP aus Ravensburg, der Gepa und der CTM aus Italien, werden sich mit tausend weiteren Fair Trade Unterstützern und philippinischen Fair Trade Organisationen zusammenschließen. Organisationen wie Preda Fair Trade, CCAP und andere protestieren gegen den Verstoß der Menschenrechte in Bezug auf die  Landwirte und deren Familien.

In diesen Regionen gibt es Gruppen, die Attentate auf Landwirte ausüben. Von einer dieser Gruppen wurde deren Anführer Romy Capalla ermordet. Es gibt unabhängige Bauern, die auf ihrem eigenen Land oder als legale Pächter Rohzucker anbauen und nicht zu den großen Zuckeranbauplantagen gehören. Sie haben sich erfolgreich von der Kontrolle der reichen Zuckerbarone befreit, die einen niedrigen Preis für den Rohrzucker und einen hohen für das Anbaurecht bieten.

Die wirtschaftliche Kontrolle führt die Landwirte dazu in grausamer Armut zu verharrem und nimmt auch den Kindern die Chance auf ein besseres Leben. Die Anführer und Organisatoren der Landwirte sind eine Gruppe von Vertretern der Menschenrechte und des Fairen Handels. Sie versuchen dadurch tausenden von kleinen Bauern, die in der Zuckerindustrie der Panay Insel ausgebeutet werden, ein neues und besseres Leben zu verschaffen.

Fair Trade Organisationen in Europa kaufen den Muskovado Zucker von den Landwirten auf Panay zu einem fairen Preis. Damit hatten die Bauern einen großen Erfolg und konnten sogar Rücklagen sammeln um ihre eigenen Zuckerverarbeitungsmühlen zu errichten. Noch dazu verkaufen sie den Muskovado Zucker an lokale Supermärkte und können sich dadurch den Lebensunterhalt verdienen. Frei von dominierenden Baronen, die sich davon bedroht fühlen, dass mehr und mehr Farmer einer Verbindung beitreten wollen um dort ihren Zucker für weniger Kosten zu verarbeiten. Auf diese Weise verdienen sie mehr und sind auch erfolgreicher. Da es sich hierbei um einen starken Wettkampf handelt, geht man davon aus, dass die tödliche Attacke auf Romy Capalla und weitere Mitglieder, sowie das Abbrennen der Zuckermühle den Baronen zuzuschreiben ist. Romy wird uns in Erinnerung bleiben als treuer Verfechter der Menschenrechte.


Sein Bruder ist der pensionierte Erzbischof von Davao City. Romy hat das Projekt aufgebaut und seine Gruppe hatte einen großen Erfolg damit, die Farmer zu einer “Panay Fair Trade sugar producing cooperative” zu organisieren, in der auch kleinere Bauern ihr Land behalten können um ihren eigenen Rohrzucker anzubauen. Sie ernteten und mahlten den Rohrzucker selbst in kleinen Zuckermühlen. Der dadurch entstandene gesunde Muskovadozucker wird in Eine-Welt-Läden exportiert und auch lokal verkauft.
Überall auf den Philippinen besteht die regierende Elite aus Plantagenbesitzern und den super reichen Familien. Diese besitzen oder kontrollieren 70% der Wirtschaft, der Manufaktur und der Agrarwirtschaft auf den Philippinen. Einige der reichen Zuckerbauern sehen die Unabhängigkeit der Farmer, die ihre eigene Mühle besitzen, anscheinend als Bedrohung und als gefährlichen Präzedenzfall für andere. Diese wollen die gesamte Zuckerernte kontrollieren und die Preise festlegen. Aber die starke Organisation, gegründet von Romy Capalla, hat diesen Widerstanden und die Fair Trade Alternative gegründet.

Jede Hilfe und Assistenz wird gebraucht um die philippinischen Menschrechtsaktivisten und die fairen Handel zu unterstützen. Die Gier von wenigen hat die Leben vieler zerstört. Und wie immer werden diejenigen, die am meisten Gutes tun zurückgewiesen und als schlecht dargestellt. Es ist die Geschichte des Evangeliums, es ist der schwierige Versuch Gerechtigkeit herbeizuführen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen und das Richtige zu tun. Wir dürfen niemals unsere Überzeugung verlieren und müssen Stadthaft bleiben.

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