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Philippinischer Fairtrade Manager ermordet

April 25, 2014 · 

– Fr. Shay Cullen –

Fairtrade hat das Ziel, Gerechtigkeit zu schaffen – es ist sozusagen ein Einsatz für die Armen, gegen Ausbeutung, Ausnutzung und Unterdrückung. Mithilfe der ökonomischer Entwicklung wird  gewaltfrei und friedlich versucht, den Betroffenen zu einem Leben in Würde mit verbesserten Lebensperspektiven zu verhelfen. Der faire Handel ist nicht gar nur ein theoretischer, sondern im Gegenteil ein praktischer Einsatz die Rechte und Würde der ärmsten Menschen der Welt zu respektieren und ihre menschliche Achtung wieder herzustellen –  durch eine Ausstattung mit Arbeitsplätzen unter angemessenen Bedingungen, sozialer Unterstützung, gerechter Entlohnung und durch die Belehrung ihrer menschlichen und wirtschaftlichen Rechte. Selbstverständlich impliziert das eine christliches Wertvorstellung, nicht gar eine ideologische oder politische! Es handelt sich um die gelebte Verwirklichung der biblischen Geschichte des Barmherzigen Samariters so wie sie von Jesus von Nazareth gelehrt wurde.

Genau nach diesen Prinzipien wollte Romeo Campalla sein Leben verfolgen. Sein Bruder übernahm ein katholisches Priesteramt und wurde später zum Bischof ernannt, der aufgrund seines Einsatzes für die Belange der Menschen sehr beliebt war.  Auch Romy, wie er liebevoll genannt wurde, gab sich mit seinem ganzen Herzen seinen Mitmenschen hin.

Während er entlang der Bananenstauden und mitten durch die Rohrzuckerfelder streifte, dachte er darüber nach, wir er die Not in der von Armut, aber reich an landwirtschaftliche Erträge, gekennzeichneten Insel des Panay lindern könnte.

Sowie überall auf den Philippinen gehören auch die Ländereien dieser Region einigen wenigen reichen Familien, die über sehr starke politische Einflüsse verfügen. Selbstverständlich ist eben gerade diese enorme Ungleichheit zwischen den Armen und Reichen mitunter das, was Papst Francis als einen „Skandal der Menschlichkeit“ bezeichnet –  insbesondere wenn einige Wenige allein über mehr als 70% der nationalen Besitztümer verfügen.

Romy war ein strenger Fürsprecher sozialer Gerechtigkeit und leistete Pioneerarbeit bezüglich des Aufbaus eines Fairtrade Marketing Projekts mit dem Namen Panay Fair Trade Center (PFTC), das er selbst verwaltete und organisierte. Mit der Einrichtung dieses Centers werden verarmte Bauern und die arbeitslose Bevölkerung dabei unterstützt, kleine Wirtschaftsunternehmen aufzubauen und diejenigen Läden und Märkte zu beliefern, die fair gehandelten Produkte – wie beispielsweise Bananenchips oder den roten Zucker der Rohrzuckerpflanze aus aller Welt vertreiben.

Auf den Philippinen beinhaltet Fairtrade weitaus mehr als „nur“ der Ankauf und Verkauf von Produkten zu einem fairen Preis. Es umschließt vor allen auch den Kampf um die Menschenrechte, betrifft den Einsatz für Gefangenen sowie die Opfer sexuellen Missbrauchs, und  setzt sich gegen Sklaverei, Ausbeutung und Landraub – umfasst also alles, was sich für Gerechtigkeit und gegen die Unterdrückung von Menschenrechten und menschlichen Zwängen ausspricht.

Nicht nur Romys advokatisches Eintreten, sondern auch  sein Talent wirtschaftliche Vereinigungen zu organisieren waren dem aufstandbegrenzended gerichteten Militär und der Polizei ein Dorn im Auge. Beide fallen unter die Elite Einheit der philippinischen Polizei und Armee und haben sich seit die kommunistische Aufstandbewegung 1972 nicht bemüht, gegen die ‘New People’s Army’ anzugehen geschweige denn sie zu schwächen, denn seither scheinen die Eliteeinheiten stets einseitig um Erfolg bemüht, um das kontinuierliches Investitionsaufkommen des Staates in Waffen und Munition weiterhin erfolgreich rechtfertigen zu können.

Im Alter von 65 wurde Romeo Robles Capalla zu einer leicht angreifbaren Zielscheibe. Er stach in internationalen Konferenzen und Fairtrade Ausstellungen innerhalb der EU einerseits durch seine außerordentliche Höflichkeit und andererseits durch seine Fähigkeit als inspirierender Redner in besonderer Weise in Erscheinung. Eine Militäreinheit verhaftete ihn daraufhin 2005 unter dem Vorwand er sei sein rebellischer Aufstandsanführer und sei an der Brandstiftung einer Mienenbevörderungsanlage beteiligt gewesen, – das Gericht aber entlastete ihn.

Ihr Misserfolg verleitete sie daraufhin zu einem Tötungsbeschluss.

In der Dämmerung des 15. März diesen Jahres erschossen sie ihn blutrünstig direkt vor den Augen seiner 90-jährigen Schwiegermutter in der Nähe des Oton Market. Das teuflische Vergehen geschah nur wenige Meter entfernt von Gemeindezentrum und Polizeistation, in einer kleinen Vorstadt von Oton, 15km weit von Iloilo City.

Romy ist dieses Jahr schon das 7. Opfer einer solche militärisch geplanten Hinrichtung. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren bereits 169 Opfer verzeichnet, die unter ähnlichen Umständen zu Tode kamen: dazu zählen mehrere Priester, Sozialarbeiter und indigene Stammesangehörige, die gegen den Raub ihrer Ländereien, die von Generation zu Generation weiter gegeben wurden, protestieren. Keiner dieser Opfer war ein wahrhaftiger Rebelle, starb dennoch wie ein Soldat in einem außer Kontrolle geratenen Feuergefecht. Die meisten, so auch Romy, wurden von erbärmlichen Attentätern, sitzend in einem Motorradbeiwagen, erschossen.

Viele mögen sich fragen, warum nicht die wahren Rebellen für ihr Vergehen zur Rechenschaft gezogen wurden? – Aber das ist eine harte und sogar gefährliche Aufgabe, die wahrhaftig Mut und Zivilcourage derjenigen ausführenden Soldaten voraussetzt. Es scheint als bestünde die Militäreinheit aber nur aus Feiglingen, die es nur mit den leichten Opfern aufnehmen können… All ihren „Erfolg“ erreichen sie scheinbar nur damit Menschenrechtsaktivisten und Sozialarbeiter unbehelligt zu beschuldigen und sie als Sympathisanten der Kommunisten zu bezeichnen. Beten wir also dafür, dass den Peinigern wahre Gerechtigkeit widerfahren wird.

Im Hinblick auf die allseits wieder gefeierte Weihnachtszeit, liegt es nahe, die geschichtlichen Hintergründe und Falschaussagen gegen Jesus von Nazareth noch einmal aufzurollen. Für seine Mission das Gottesreich auf Erden, gekennzeichnet von Fruchtbarkeit, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Gleichheit unter den Armen und Reichen und Vergebung und zu verwirklichen, wurde er gefoltert und zu Tode verurteilt.

Es handelte sich um einen heiligen, spirituellen Aktionismus, der einen Sozialen Wandel und die Menschenrechte einschließt, eine alles in allem wunderbare Mission, die auf Gerechtigkeit, Vertrauen und den Glauben an einen liebenden Gott baut. Man kann sagen, seinem radikalen Umdenken in Bezug auf Gesellschaft, die Herrscher und religiösen Autoritäten  brachten ihm den Arrest, die Folter, Misshandlungen und den Tod ein. Viele seiner wahren Gläubiger erleiden heute noch genau das Selbe.

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