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MISEREOR: Keine Kinder in Gefängniszellen!

June 21, 2012 · 

Katholisches Hilfswerk unterstützt Appell an philippinischen Senat

(Aachen, 19.06.2012) Seit 2006 verbietet ein philippinisches Gesetz, Jugendliche unter 15 Jahren zu inhaftieren. Das will der Staat des südostasiatischen Landes nun ändern. Das Repräsentantenhaus hat ein Gesetz verabschiedet, das die Strafmündigkeit auf zwölf Jahre herabsetzt.

Tritt das Gesetz in Kraft, können schon Zwölfjährige zusammen mit erwachsenen Kriminellen inhaftiert werden. Die philippinische MISEREOR-Partnerorganisation PREDA (People’s Recovery, Empowerment and Development Assistance) will das mit einer internationalen E-Mail-Aktion verhindern. “Noch kann der Senat gegen das Gesetz stimmen und die Kinder vor dem Horror der Gefängnisse bewahren”, sagt PREDA-Leiter Pfarrer Shay Cullen.

Schon heute sitzen rund 20.000 Kinder und Jugendliche in Gefängnissen und gefängnisartigen Verwahranstalten. PREDA-Mitarbeiter berichten von menschenunwürdigen Bedingungen in den Gefängnissen: von überbelegten Zellen ohne Betten, von unregelmäßigen Mahlzeiten, von Schlägen und Misshandlungen. Die Organisation kümmert sich um die Freilassung inhaftierter Kinder und hilft ihnen auf dem Weg zurück in ein normales Leben.

“Oft werden Straßenkinder, die zu Hause misshandelt werden oder deren Angehörige zu arm sind, um für sie zu sorgen, unter einem Vorwand festgenommen”, sagt Brigitte Mandelartz, Philippinen-Referentin bei MISEREOR. “Meist lautet die Anklage auf Diebstahl. Aber viele Kinder erzählen uns, sie hätten auf der Straße nur ihre Waren verkauft.” Das Ziel von Politik und Polizei: Straßenkinderfreie Zonen.

Die Philippinen haben 1990 die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. “Damit hat sich die philippinische Regierung verpflichtet, die Rechte der Kinder anzuerkennen”, sagt Mandelartz. Neben diesem internationalen Übereinkommen gibt es in den Philippinen einige nationale Gesetze, die sich mit dem Schutz und den Rechten von Kindern befassen, so z.B. das philippinische Kinderschutzgesetz (engl. Special Child Protection Act), welches die Inhaftierung von Kindern verbietet. “Die nun vorgesehene Herabsetzung des Gefängnisalters widerspricht eindeutig diesem nationalen Gesetz und muss verhindert werden”, so Mandelartz.

“Auch wir in Deutschland können etwas für die Kinder auf den Philippinen tun, indem wir uns an der E-Mail-Aktion beteiligen”, sagt Mandelartz. Je mehr Menschen an die philippinischen Politiker schreiben, desto größer wird der Druck auf den Senat des Landes – und desto größer sind die Chancen, dass das Gesetz nicht in Kraft tritt.

Weitere Informationen

zu PREDA und zur Eilaktion finden Sie unter www.misereor.de/gefaengniskinder
MISEREOR-Pressestelle, Petra Kilian, Tel: 0241/ 442 128, Mail: petra.kilian[at]misereor.de
MISEREOR – das Entwicklungshilfswerk der katholischen Kirche im Internet: www.misereor.de
Spendenkonto 10 10 10, Pax Bank Aachen, BLZ 370 601 93
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