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Manila lasst Dietmar Bar nicht los

July 2, 2012 · 

Swanie Diehl hat den Vortrag der Preda-Stiftung und des Tatort-Vereins nach Oberrahmede geholt. Father Shay Cullen und Dietmar Bär
berichten über die Arbeit in Manila.

Rahmede. Der Mord an ihrem Patenkind Mykie Prado hat Swanie Diehl außergewöhnliche Wege gehen lassen. Um zur Aufklärung des schlimmen Schicksals beitragen zu können, schaltete die Altenaerin die philippinische PREDAStiftungein. Father Shay Cullen,der 1998 als Berater für die Tatort-Folge „Manila“ tätig war, inspirierte die Hauptdarsteller Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär zur Gründung des Tatort-Vereins. Dietmar Bär begleitet Father Shay Cullen am kommenden Donnerstag, 15. September, in die Oberrahmeder Kirche.

Justiz-Apparat kam endlich in Gang

 Mykie Prados Tod sollte vertuscht werden. Swanie Diehl kann den Gedanken daran bis heute nicht ertragen. Die 45-Jährige startete eine große Unterschriften-Aktion zwischen Altena und Lüdenscheid. Mit Hilfe von PREDA und Tatort-Verein kam der philippinische Justiz-Apparat endlich in Gang.

In Manila ist Father Shay Cullen täglich mit dem Unrecht, das Kindern widerfährt, konfrontiert. Vergewaltigte und zu unrecht inhaftierte Kinder zu rehabilitieren hat sich die von ihm gegründete Stiftung zur Aufgabe gemacht. Swanie Diehl ist mit Kinder leid in Manila gut vertraut. Dort ist sie aufgewachsen und lebte dort bis 1994. „Mir ging es gut“, schildert sie. Aber durch ihre Kindheit in einer Klosterschule lernte sie das Elend hungernder Kinder ohne Dach über dem Kopf früh kennen. Swanie Diehl stand in Manila erfolgreich im Berufsleben, als sie sich entschloss, zurück ins Kloster zu gehen, um armen und zu Unrecht verurteilten Menschen helfen zu können. Das war 1992. Heute kommt es ihr wie eine Fügung des Schicksals vor, dass ihr während eines Urlaubs in City Bacolod immer wieder ihr jetziger Ehemann Jörg Diehl über den Weg lief.

Zwei Jahre später heiratete das Paar und Swanie Diehl kam nach Deutschland. „Aber

ich habe mich während der zwei Jahre ein bisschen geziert“, gibt sie lachend zu.

Schließlich hatten ihre Pläne anders ausgesehen. Swanie Diehl überwand die kleinen

Kulturschocks recht schnell: „Auf der Autobahn musste ich die Augen schließen. In meineralten Heimat war da nur stopp and go-Verkehr. Und was mich irritiert hat, war das Kochen mit Schnittlauch. Da glaubte ich, meine Schwiegermutter kocht mit Wiesengras“, blickt Swanie Diehl lachend zurück. In den ersten Jahren besuchte die Katholikin die St. Paulus- Kirche in der Rahmede. Mit deren Schließung streckte sie die Fühler in alle Richtungen aus. Heute hat Swanie Diehl Verträge mit nahezu allen Gemeinden, die sich in Altena, Lüdenscheid und dazwischen befinden. „ Und ich glaube

dass das heute mein Auftrag ist“, sagt Swanie Diehl. Erst kürzlich holte sie den

Palawan Chamber Choir in die Lutherkirche, dann in das Oberrahmeder Gotteshaus.

Auf diese Weise unterstützt sie nicht nur junge Menschen von den Philippinen direkt, sondern macht auch eine breite Öffentlichkeit im Märkischen Kreis auf die Probleme vor Ort aufmerksam. Viele Menschen sind darauf angesprungen: Tausende Spenden-Euros sind bei Veranstaltungen, die Swanie Diehl mitorganisiert hat, schon zusammengekommen. „Vielleicht sollte es wirklich so sein. Dafür bin ich dankbar!“

 

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