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Kämpfer gegen die Ausbeutung

May 20, 2010 · 

Kämpfer gegen die Ausbeutung

Mit einem Scheck über 2000 Euro überraschte das Führungsteam des „Eine-Welt-Kreises“ Türkheim den irischen Pater Shay Cullen (4. v. li.) der auf den Philippinen die Stiftung „Preda“ ins Leben rief. Über den Besuch des engagierten Ordensmannes in Türkheim freuten sich: Minnie Böck, Josef Mayer, Franz Haugg und Winfried Schmitz (v. li.). Foto: Franz Issing

Türkheim Die Überraschung beim Führungsteam des Eine-Welt-Kreises Türkheim war groß. Pater Shay Cullen hatte seinen Besuch angesagt. Der irische Priester hält sich gerade in Deutschland auf und berichtet in Schulen von seinem Feldzug gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf den Philippinen. Für den Missionar ist es eine gute Gelegenheit, die Preda-Stiftung, eine von ihm gegründete Hilfsorganisation auch im Wertachmarkt vorzustellen. Dort unterstützt man seit Jahren durch den Verkauf von Mango-Produkten aus dem Fairen Handel die Arbeit des Ordensmannes und griff ihm jetzt mit einer 2000-Euro-Spende finanziell unter die Arme.

Pater Shay macht sich seit mehr als drei Jahrzehnten auf den Philippinen für die Rechte von Minderjährigen stark, hat vor allem dem sexuellen Missbrauch von Mädchen den Kampf angesagt, holt Kinder von der Straße und befreit Jugendliche, die wegen Bagatellen inhaftiert sind aus dem Gefängnis.

1974 gründete der irische Priester in Olongapo City unweit von Manila eine Kinderhilfsorganisation, die sich mehr und mehr zu einer Zufluchtsstätte für traumatisierte Jugendliche entwickelte. So werden im Preda-Zentrum etwa 30 Mädchen im Alter von acht bis 17 Jahren therapiert. Sie gehen dort in die Schule, erfahren Schutz und Geborgenheit und werden durch gezielte Ausbildung auf ein Berufsleben vorbereitet.

Bei seinem Kurzbesuch in Türkheim schilderte Pater Shay eindrucksvolle seine Erlebnisse auf dem Inselstaat. Immer wieder riskieren er und seine Mitarbeiter ihr Leben, wenn sie Mädchen aus den Bordellen holen, Missstände in den Medien anprangern , korrupte Politiker anzeigen oder Täter nach bedrohlichen Undercover-Einsätzen strafrechtlich belangen. Auch Mordanschläge der Sex-Mafia und Gefängnis hielten den Gründer von Preda nicht davon ab, sich weiter für die Menschenrechte einzusetzen. Glaubhaft versichert er: Ich bin glücklich und meine Arbeit macht mir viel Freude, wenn sie auch einem einzigen Kampf gleicht“.

Ganze zehn Jahre kämpfte der Pater für die Schließung der US-Militärbasis „Subie Bay“ bei Olangapo, wo sich zeitweilig bis zu 5000 Soldaten aufhielten und die Kinderprostitution in einem gigantischen Rotlichtbezirk blühte. Auf das Betreiben von Shay wurde aus dem ehemaligen Marinestützpunkt ein riesiges Gewerbegebiet mit 80 000 Arbeitsplätzen. Tendenz „wachsend“.

Gute Beispiele wirken mitunter ansteckend. In den Diensten eines großen, deutschen Industrieunternehmens hatte der Türkheimer Elektro-Ingenieur Josef Mayer beruflich viel auf den Philippinen zu tun. Eher zufällig lernte er dort den schon zweimal für den Friedensnobelpreis nominierten Pater Shay Cullen kennen. Von dessen Preda-Projekt und seiner Arbeit recht angetan, sagte der „Tüftler“ Unterstützung zu. Seit drei Jahren reist Mayer regelmäßig in seinem Urlaub auf die Philippinen und steht dem irischen Ordensmann und seinen Sozialarbeitern mit Rat und Tat zur Seite.

Mayer hilft, wo er kann. Er legt Hand an beim Bau von neuen Sozialstationen, kümmert sich um deren Finanzierung, überwacht den Baufortschritt und berät die Handwerker vor Ort bei Planung und Ausführung. Er schaut ihnen auch auf die Finger, wenn es um Qualität und Sicherheit geht. Auch Weihnachten 2009 und den Jahreswechsel feierte der Türkheimer Elektro-Ingenieur in Olongapo. Ein neues Zentrum für 100 junge Männer wurde bezugsfähig und das war schon eine große „Sause“ wert.

Auch in diesem Jahr legt der „Sepp“ die Hände nicht in den Schoss. Die Philippinen und der Neubau eines Heims für missbrauchte Mädchen rufen. Bis es so weit ist, „tingelt“ Mayer mit Lichtbildervorträgen durch das Unterallgäu und macht auf die schlimmen Schicksale philippinischer Straßenkinder aufmerksam.

Gemeinsam mit Preda und dem Türkheimer Ingenieur setzt sich auch der gemeinnützige Verein „Tatort – Straßen der Welt“ für die Gefängniskinder auf den Philippinen ein. Die Organisation wurde vom Team des WDR-Tatortkrimis „Manila“ ins Leben gerufen. Seit den Dreharbeiten in den Slums der Hauptstadt setzen sich die „Kommissare“ Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär und Mitglieder des Teams aktiv für die Kinderrechte auf den Philippinen ein.

Von Franz Issing

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