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Fahndung nach Mykies Mörder läuft

July 7, 2011 · 

Von Bettina Görlitzer

Swanie Diehl bedankt sich für Unterstützung: Geldspenden und Unterschriften helfen, auf Philippinen Gerechtigkeit durchzusetzen. Pater Shay Cullen kommt nach Oberrahmede

LÜDENSCHEID J Swanie Diehl ist froh: Mit Hilfe zahlreicher Unterstützer aus Lüdenscheid und Altena ist es gelungen, dass ein philippinisches Gericht den mutmaßlichen Vergewaltiger und Mörder der siebenjährigen Mykie Prado zur Fahndung ausgeschrieben hat und gleichzeitig der Familie des Opfers geholfen werden konnte. Rund 2000 Unterschriften und fast 4000 Euro an Spenden waren gesammelt worden. Dafür bedankte sich Swanie Diehl jetzt insbesondere bei Monika Deitenbeck-Goseberg, Pfarrerin in Oberrahmede, die in ihrer Gemeinde immer wieder auf das Projekt hingewiesen hat, und Anneka Brauckmann-Alte stellvertretend für den Weltladen Lüdenscheid.

In Altena haben sich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein sowie die evangelischen Kirchengemeinden für Mykies Familie stark gemacht. Die richtigen Fäden vor Ort in den Philippinen gezogen hat Pater Shay Cullen, Gründer und Präsident der Stiftung Preda, die sich für Menschenrechte und gerechte soziale Entwicklung einsetzt und sich unter anderem um Kinder in Gefängnissen und Bordellen kümmert, sie dort rausholt und ihnen neue Perspektiven bietet. Auf deutscher Seite involviert ist außerdem der Tatort-Verein um die Schauspieler Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär.

Mykie Prado war eines der Kinder, die Swanie Diehl und ihr Mann durch eine Patenschaft finanziell unterstützen. Das Kind lebte in Tag-Osip in der philippinischen Provinz Buruanga, der Heimatregion von Swanie Diehl. Ihre leiblichen Eltern hatten das Mädchen in eine Pflegefamilie gegeben, damit es dort unter besseren Bedingungen aufwachsen sollte. Im Februar 2010 starb das Mädchen – angeblich, weil sie beim Spielen in ein Messer gefallen sein sollte, so die Aussage des mutmaßlichen Täters, dem drogenabhängigen Sohn der Pflegefamilie. Wenn sich Swanie Diehl nicht eingemischt hätte, wäre das Mädchen ohne eine weitere Untersuchung des Vorfalls beerdigt worden, weil die Pflegefamilie in der Region sehr einflussreich ist, betonte Anneka Brauckmann-Alte.

Swanie Diehl schaffte es mit Hilfe von Preda, dass eine Obduktion in einem anderen Ort durchgeführt wurde. Dabei wurde festgestellt, dass das Kind erst vergewaltigt und dann ermordet wurde. Allerdings musste die leibliche Familie des Mädchens aus Tag-Osip fliehen. Der Einsatz und die Unterschriften aus Deutschland haben letztlich dazu geführt, dass sich das Innenministerium der Philippinen eingeschaltet und dafür gesorgt hat, dass der mutmaßliche Täter zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Für das System der Philippinen, in dem die Ausbeutung von Kindern unter anderem durch Prostitution und Korruption an der Tagesordnung seien, sei das ein großer Erfolg, sagt Swanie Diehl.

Schon jetzt weisen Anneka Brauckmann-Alte und Monika Deitenbeck-Goseberg auf den 15. September hin. Dann wird Pater Shay Cullen selbst im Kirchenhaus in Oberrahmede zu Gast sein und seine Arbeit auf den Philippinen vorstellen. Derzeit bemühen sich die Organisatoren vom Weltladen, der VHS, des eine-Welt-Netzes Lüdenscheid und des Agendabüros Lüdenscheid auch noch um prominente Unterstützung aus dem Tatort-Verein.

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