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Die Verstummten Schreie – von Father Shay Cullen

May 29, 2013 · 

Rachelle ist 13 Jahre alt und hat sich in sich selbst zurückgezogen. Sie leidet still und heimlich in Abgeschiedenheit.  Ein Arzt hat festgestellt, dass sie geistig behindert ist  und über ein mentales Alter von 9 Jahren nie hinauskommen wird. Das machte sie vollkommen hilflos und sie konnte weder verhindern noch sich dagegen wehren, was  mächtige und ihr geistig überlegende Erwachsene ihr antaten. Die entsetzliche Ungerechtigkeit, die Missbrauchsopfern angetan wird, tragen sie meistens alleine und ohne Unterstützung von außen zu bekommen. Sie leiden einsam, in der Stille, im Geheimen. Niemand hilft ihnen. Der Schmerz ist tief in ihnen begraben und er findet nur selten einen Weg nach draußen um auf den Straßen dieser Welt die für Rechte der Schwachen und Verletzbaren einzustehen  und den Kampf aufzunehmen gegen das mächtige Böse, die Ungerechtigkeit, gegen die Gefühlslosen mit Herzen aus Stein aber Taschen voller Gold.
Doch wenn all diese unzähligen Kinder, die unter Missbrauch leiden, zusammenkommen würden für einen gemeinsamen Schrei des Leids, dann wäre dieser Schrei so laut und kräftig, dass er alle Blätter von den Bäumen fegen und alle Weizen- und Reisfelder nackt und kahl zurücklassen würde. Es wäre ein Schrei der Qual und der Wut über Missbrauch und den dadurch auferlegten Schmerz. Es wäre ein Ausbruch, der die Korrupten und Ignoranten, die Gleichgültigen, Herzlosen und Gewissenlosen erschauern lassen würde, all jene, die unfähig sind Mitgefühl gegenüber anderen zu empfinden. Dieser Schrei würde die Kraft aufbringen ein Regime zu stürzen und einen Tyrannen in die Knie zu zwingen. Doch die Macht der menschlichen Gleichgültigkeit herrscht über das Leben der Kinder, wie ein Diktator über sein Volk.  Alles was den Unterdrückten bleibt ist ein stummer Schrei.
So war es für Rachelle und zahllose andere Kinder, die gezwungen sind Vergewaltigungen und sexuellen Missbrauch zu ertragen, damit rücksichtslose Kinderschänder ihren unnatürlichen Sexualtrieb befriedigen können. Um diesen schrecklichen Vergehen vorzubeugen und sie zu stoppen, gibt es ein machtvolles Gesetz, dass Rachelle Gerechtigkeit verschaffen sollte. Aber hat es das auch?
Rachelle wurde von ihrer Mutter, ihrem 27 Jahre alten Vergewaltiger und dessen Familie glauben gemacht, dass es ihr Schicksal sei mit einem doppelt so alten Mann wie sie in einer sexuellen Beziehung zusammen zu leben. Sie behaupten, es sei gut für sie täglich vergewaltigt zu werden. Dass es Liebe sei, wenn er ihre Schreie erstickte und ihr Schmerzen zufügte. Und dass es deswegen gut und völlig richtig sei. Die Staatsanwaltschaft in Malolos, Bulacan, die geschworen hat, die Kinderschutzgesetze umzusetzen und die Würde und die Rechte aller zu sichern, die von Vergewaltigung und Mord bedroht sind, stimmt der Behauptung zu, dass es Liebe gewesen sei und dass es daher kein Verbrechen und kein Fehlverhalten gäbe. Und könnte der Mann dafür haftbar gemacht werden, würden sogar die Eltern mit angeklagt werden, aber es läge nun mal kein Verbrechen vor. Sie entschieden, es sei „Liebe“.
Am 9. Oktober 2012 unterschrieben die Staatsanwälte einen Rechtsentscheid, der im Wesentlichen aussagte, dass es „Liebe“ ist, wenn die Eltern und der betroffene Mann dies bestätigen. Daher gäbe es keine Rechtsgrundlage zu behaupten, dass solche sexuellen Handlungen falsch und unakzeptabel seien. Sie schlussfolgerten, dass hier kein Rechtsfall vorliege und rundeten ihre Entscheidung mit einem zwar poetischen, aber völlig sinnfreien und idiotischen Spruch ab: „Indeed, the heart has reason of its own which reason does not know.“ (Tatsächlich hat das Herz seine eigenen Gründe, die für den Verstand unergründlich sind).
Die Fakten des Falles deuten auf Vergewaltigung und mehrfachen sexuellen Missbrauch einer 13 jährigen geistig Behinderten hin (Rachelle ist mittlerweile 14 Jahre alt, doch ein Psychoanalyst der Regierung diagnostizierte ein mentales Alter von 9 Jahren). Ihre Aussage ist allerdings klar und schlüssig. Sie beschreibt deutlich, was ihr von ihrem Nachbarn, einem 27 Jahre alten Mann angetan wurde. Der medizinische Befund zeigt eindeutig wiederholte sexuelle Handlungen. Die Mutter des Kindes (von ihrem Mann verstoßen und verarmt) widersprach dem zunächst. Die Familie des Angeklagten hatte mit ihr eine Abmachung getroffen (sehr wahrscheinlich floss auch Geld) damit der Angeklagte mit dem Kind zusammenleben durfte.
Ein Verwaltungsbeamter der Dorfgemeinschaft bestätigte die Beziehung. Zeugen aus der Umgebung sollen ausgesagt haben, das kleine Mädchen und der 27jährige seien verliebt gewesen. Die Staatsanwaltschaft schrieb, die Beziehung sei als Ehe anzusehen und, obwohl Minderjährigen nicht legal heiraten können, kein Verbrechen. Aber Sozialarbeiter der PREDA Foundation erfuhren davon und schritten ein um das Kind zu retten, es in eine sichere, liebevolle und gesunde Gemeinschaft zu bringen und Anklage zu erheben.
Der Staatsanwalt ließ sich von dem Argument, es handle sich um Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei und Kindesmissbrauch nicht beeindrucken. Stattdessen führte er an, “Wenn der Angeklagte kriminell gehandelt hätte, wären die Eltern Komplizen, was nicht der Fall ist“ und „ es ist unangebracht und bodenlos zu behaupten, dass der Angeklagte sich ihre Minderjährigkeit zu Nutze gemacht hätte“. Zusammenfassend schrieb er: „Die Voraussetzungen für Vergewaltigung und Kindesmissbrauch sind offensichtlich nicht erfüllt; es existiert kein Rechtsfall.“
Dann empfahl der Staatsanwalt dem Unterstaatsanwalt und der Staatsanwaltschaft der Provinz die Klage des Kindes abzuweisen, wie es dann auch geschah. Aber dieses Urteil ist falsch, es beschützt den Vergewaltiger trotz überwältigender Beweislast. Das ist die übliche Ungerechtigkeit die minderjährigen Opfern, wie auch dem Rechtssystem und der ganzen Nation angetan wird.
Preda ist Rachelles Verteidiger und wir protestieren gegen dieses Scheitern der Justiz. Wir sind sicher, dass reifere und moralischere Gerichtsbeamte mit uns übereinstimmen werden, dass die Entscheidung zurückgenommen und der Fall erneut verhandelt werden muss.
Es gibt tausende Opfer täglich und ihre Schreie verhallen ungehört und unbeachtet.


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