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Der größte Hunger ist der nach Gerechtigkeit

January 23, 2014 · 

Von Fr. Shay Cullen

 

Essen, glorreiches Essen! Unser Leben wird dominiert von der Sehnsucht und dem Zwang zu essen. Die landwirtschaftliche Industrie produziert Essen für Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt. Allerdings hat ein Teil der Weltbevölkerung zu viel Nahrung zur Verfügung stehen (1.5 Milliarden), während der andere Teil viel zu wenig Nahrung hat. Über 925 Millionen Menschen sind unterernährt und leiden Hunger.

Viele der Menschen, die zu viel essen, sterben an diesem Überfluss, weil Herzfehler, Diabetes, Krebs oder ähnliches hervorgerufen werden können. Diejenigen, denen zu wenig Lebensmittel zur Verfügung stehen, sterben wiederum an Unterernährung. Es ist wirklich ein Problem der sozialen Gerechtigkeit sowohl im lokalen als auch im globalen Kontext.

Jesus von Nazareth, ein Quell der Weisheit, riet seinen Jüngern, ihr Essen mit den Hungrigen zu teilen, die in die Wüste kamen, um seine Predigten zu hören (fünf Brote und zwei Fische). Durch das selbstlose Teilen des wenigen Essen wurden auch jene inspiriert zu teilen, die ihr eigenes Essen mitgebracht hatten, und so gab es genügend für alle.

Selbstloses Teilen ist der Weg, um die Welt in ein besseres Gleichgewicht zu bringen und die Reichen mit Mitgefühl für die Armen auszustatten, damit sie eine spirituelle Einsicht und das Wissen, was ein guter und richtiger Weg für ihr Leben ist, Erlangen können. Außerdem werden sie so die spirituelle Energie und Stärke finden, um sich selbst, ihren Appetit, ihre Gier und ihren egoistischen Trieb zu kontrollieren. Menschen verändern sich, wenn sie sich selbst die Wichtigkeit nehmen und dabei helfen, anderen zu helfen und so können sie auch die Welt verändern. Die Welt wird verändert, wenn einer beginnt und die anderen sich mitreißen lassen. Durch das Verändern des eigenen Lebens kann der Wille zur Veränderung in der Gesellschaft hervorgerufen werden.

Es gib mehr als genügend Nahrung für alle auf der Welt, aber die Lebensmittel sind ungleich verteilt wegen korrupter Regierungen, ungerechter Gesetze und wegen jener Reichen und Wohlgenährten, die viele Gesetze manipulieren, um sich selber zu begünstigen und ihren luxeriösen Lebensstandard zu erhalten. Die Armen hingegen haben nur geringe Chancen auf Bildung, gute Berufe und ausreichend Essen. Sie haben nicht die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen.

Roger, ein armer Junge, bat mich, ihm zu helfen einen Job als Reinigungskraft in einem Fastfoodrestaurant zu bekommen. Er würde dadurch einen Mindestlohn bekommen, sowie eine freie Mahlzeit am Tag. Er müsse nur 8 Stunden lang den Boden wischen und die Toiletten reinigen. Aber um diesen Job zu bekommen fordert das Unternehmen unglaublich viele Dokumente ein. Er musste einen High-School-Abschluss nachweisen, ein Gesundheitszeugnis, ein Röntgenbild, eine Geburtsurkunde, zwei polizeiliche Führungszeugnisse, ein Empfehlungsschreiben, eine Arbeitserlaubnis und das Geld für die Arbeitsuniform haben.

Für jedes dieser Dokumente muss eine Gebühr bezahlt werden. Die ganz Armen sind also von vornherein ausgeschlossen und können nicht einmal einen Job mit einfacher und schneller Einweisung wie den einer Reinigungskraft ausüben; ein guter und wichtiger Bruf, auf den wir angewiesen sind.

Hunderte und Tausende Jugendliche sind arbeitslos wegen dieser lächerlichen und teuren Anforderungen. Als er (Roger) dann diesen Job bekam, wurde er nach sechs Monaten schon wieder gefeuert, damit er nicht die Qualifikationen der anderen Angestellten erlangen konnte und somit höher bezahlt hätte werden müssen. Deshalb sind Hunderttausende arbeitslos und hungern.

Wenn es eine gerechtere Verteilung gäbe, dann wäre die absolute Armut beseitigt und wenn es weniger Verschwendung von Nahrung gäbe, würden auch die Lebensmittelpreise sinken und mehr Leute könnten genügend Essen kaufen. Allein in den Vereinigten Staaten werden täglich mehr als 40 Millionen Tonnen Essen weggeworfen. In Großbritannien sind es täglich 15 Millionen Tonnen.

Es gibt Statistiken, die zeigen, dass bis zu 30% von dem Obst und Gemüse, das den Supermärkten Großbritanniens geliefert wird, weggeworfen wird, weil deren Form nicht ästhetisch genug sind und daher, laut den Managern, nicht den Normen entsprechen.

Auf den Philippinen sammeln die ganz armen Menschen die Essensreste von Restaurants ein, kochen diese ab und essen diese. Dies ist ihre Lebensgrundlage. Einer weiteren Schätzung zufolge können sich rund 20 Millionen Filipinos nur eine Tasse Reis, ein Stück getrockneten Fisch und ein paar Gemüsereste leisten.

Selbst die Möglichkeit der Leute, sich durch den eigenen Anbau von Gemüse zu ernähren, wird durch Unternehmen verhindert, da diese das Soja- und Gemüsesaatgut weltweit kontrollieren, indem sie genmanipulierte Organismen (GMO) produzieren. Einige haben Terminatorsaatgut. Diese werden von korrupten Mitarbeitern aus der Landwirtschaft an die Bauern verkauft anstelle des traditionellen, normalen Saatguts.

Dieses Saatgut braucht Düngemittel, das von derselben Firma produziert wird. Sie produzieren nur Saatgut, dass ein Jahr lang verwendet warden kann und danach müssen die Bauern wieder neues Saatgut kaufen, Jahr für Jahr. Die Eigenständigkeit geht so komplett verloren. Darum sind viele bäuerliche Gemeinschaften verschuldet und arm und einige schicken daher ihre Kinder zum Arbeiten in die Stadt. Viele von diesen werden entführt und Opfer des Sexhandels.

Was sie am meisten brauchen, ist eine friedvolle Protestbewegung, die die regierende Elite herausfordert. Eine Bewegung, die die Leute dazu bringt, einen ehrlichen Vetreter zuwählen, der bekannt ist für seinen Anstand und dem die Belange der Menschen wirklich am Herzen liegen. Dies ist die wirkliche Herausforderung.

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