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Das Internet und ein Waisenhaus – Schauplätze von Kindesmissbrauch

January 23, 2014 · 

Von Fr. Shay Cullen

Zwei bedeutende Fälle von Kindesmissbrauch wurden in der vergangenen Woche bekannt. Das abnorme kriminelle Verhalten von Pädophilen in Großbritannien, den USA, Australien und auf den Philippinen, welche philippinische Kinder mit Hilfe des Internets sexuell missbrauchten, wurde in einem BBC-Bericht offen gelegt, der unter anderem mit der Unterstützung von MitarbeiterInnen der „Preda Foundation“ in Olongapo gemacht wurde.

In Lucena City wiederum wurde vom NBI (=National Bureau of Investigation; nationales Kriminalpolizeiamt) in einem Waisenhaus für arme Kinder und Jugendliche namens “Sankey Samaritan Mission” eine Razzia durchgeführt. Ein Amerikaner (Tom Randall) und der Waisenhausleiter (Toto Luchavez) sowie dessen Sohn (Jake Luchavez) wurden verhaftet und wegen Menschenhandels und Kindesmissbrauchs angeklagt, basierend auf den schwerwiegenden Zeugenaussagen von einigen der insgesamt 31 Opfer.

Die Webcam-Internetenthüllungen, die von BBC-Mitarbeitern Tony Smith und Angus Crawford gemacht wurden, zeigen wiederum, dass Pädophile nicht nur Tausende (in einem Fall sogar 4 Millionen) anstößige Fotos von Kindern auf den Harddrives ihrer Computer gespeichert haben. Diese bezahlen auch kriminelle Banden in den Philippinen, um an Kinder heran zu kommen, die dann sexuelle Akte durchführen, die sie per Internet verfolgen können. Die Reporter bereisten die Philippinen und interviewten Polizisten, Opfer und Sozialarbeiter, die die betroffenen Kinder betreuen. Ihr nächster Bericht wird sich mit jenen Firmen befassen, die diese Verbrechen gegen Kinder im Internet erlauben, ermöglichen und unterstützen.

Der Bericht, der auf internationaler Ebene Reaktionen hervorrief, zeigt auch auf, dass sogar einige Verwandte und Eltern die Ausbildung ihrer Kinder zu Darstellern guthießen, um dadurch Geld zu verdienen. Die Reportage zeigte die sogenannten “Cyber-Höhlen” in den Slums von Cebu City, wo arme Kinder am häufigsten ausgebeutet werden. Einige Leute meinen, dass solche Akte vor einer Kamera, die an einen Computer angeschlossen ist, ja keine Schäden anrichten, da der Kunde weit entfernt ist, doch ein Kindesopfer meinte, dass sie dadurch ihre Würde, Unschuld und Reinheit verlieren würden. In anderen Webcam-Delikten sind die Kinder auch nicht allein, wobei sexuelle Akte zwischen jungen Mädchen und Jungen bestellt werden.

Den Kindern wird eingeredet, es sei ja alles nur Spaß und Spielerei, doch wird ihnen dabei massiv geschadet. Außerdem benutzen die Kriminellen, die diese Webcam-Sitzungen orchestrieren, diese auch, um Pornographie herzustellen, die dann per Internet an dafür zahlende Pädophile weitergeleitet wird.

Außerdem ist klar, dass Webcam-Verbrechen ein Vorläufer für weitere sexuelle Übergriffe sind. Die Pädophilen erregen sich dermaßen, dass sie daraufhin Kinder in ihrer eigenen Umgebung missbrauchen. Daher ist dies nicht nur ein Übel, das gegen weit entfernt lebende philippinische Kinder verbrochen wird, sondern es gefährdet auch Kinder in der unmittelbaren Umgebung des Pädophilen. Es wird angenommen, dass Tausende Kinder auf diese Art und Weise Opfer von Missbrauch werden.

Die philippinische Polizei gibt den Internetserver-Firmen sowie den Handyunternehmen die Schuld, da sich diese über das Anti-Kinderpornographie-Gesetz hinweg setzen würden. Dieses schreibt ihnen vor, dass sie Kinderpornographie und sexuelle Bilder, die Kinder darstellen, sowie anderes illegales Material, das über ihre Server läuft, herausfiltern müssen. Der Staatsakt Nr. 9775 schreibt unter Sektion 9 vor: “Die Pflicht von Internetserver-Anbietern ist es, die Inhalte, die ihre Server durchlaufen zu überwachen, die Polizei über illegale Inhalte zu informieren und den Behörden die Details über jene User bereitzustellen, die sich zu einer Internetadresse Zugang verschafften (oder dies versuchten), die jegliche Form von Kinderpornographie enthält. Alle Internetserver-Anbieter müssen entsprechende vorhandene Technik, Programme oder Software installieren, die den Zugang zu oder das Übertragen von jeglicher Form von Kinderpornographie blockiert oder herausfiltert.”

Die nationale Telekommunikationskommission müsste all dies eigentlich auch überwachen. Das Gesetz besagt, dass jene Internetserver-Anbieter, die sich schuldig machen, eine Strafe zu zahlen haben, sowie ihre Lizenz annulliert bekommen, falls sie nicht kooperieren. Doch angeblich wird das Gesetz oft missachtet, wissentlich umgangen und übertreten. Wenn dem wirklich so ist, so stellt dies eine schwere Ungerechtigkeit gegenüber dem philippinischen Volk und gegen Kinder auf der ganzen Welt dar.

Der andere Kindesmissbrauchsfall der letzten Woche war jener rund um Tom Randall, einem reichen amerikanischen evangelikanischen Prediger, und seinem “Sankey Samaritan Mission”-Waisenhausleiter Toto Luchavez und dessen Sohn Jake Luchavez. Die drei wurden von NBI-Agenten verhaftet und wegen mehrerer Fälle sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung von 31 Kindern und Jugendlichen angeklagt. Das Waisenhaus befindet sich in Lucena City, südlich von Manila. Sieben der 31 Opfer sind minderjährig; drei Jungen und vier Mädchen. Diese Minderjährigen und Jugendlichen über 18 Jahre haben schwerwiegende Aussagen vor ihren Befreiern und dem NBI gemacht, dass sie seit ihrer Kindheit in dem Waisenhaus systematisch sexuell missbraucht worden seien.

Anklagen, die auf diesen schweren, unter Eid abgelegten Aussagen basieren, wurden bei der Staatsanwaltschaft eingereicht. Die Angeklagten streiten jegliches Fehlverhalten ab. Von ihrer Zelle im NBI-Hauptquartier aus haben sie erstaunlicherweise Zugang zu Internet und Handys und organisieren eine Verteidigungskampagne in dem sozialen Medium Facebook, wo sie behaupten, dass ihnen eine Falle gestellt wurde und sie von den philippinischen Behörden verfolgt werden. In der Vergangenheit wurden angeblich bereits fünf vorangegangene Ermittlungen von ranghohen Behörden in Lucena City abgeschmettert.

Die Opfer sagen, dass sie vom Heimleiter und seinem Sohn missbraucht wurden und dass sie Randall anflehten sie zu retten, doch dieser unternahm angeblich nichts. Die Polizei vermutet, dass Luchavez in Besitz von geheimen Videobeweisen gegen Randall ist. Das muss allerdings erst mit Sicherheit festgestellt werden. Es kann sein, dass Randall versuchen wird, als Zeuge für die Anklage aufzutreten, um mit der Staatsanwaltschaft einen Deal einzugehen.

Vize-Justizminister Geronimo Sy beobachtet den Fall. Die Opfer sind derzeit in den Händen des DSWD (=Department of Social Welfare and Development; Ministerium für Sozialhilfe und Entwicklung), doch sie haben darum gebeten, in einem privaten Pflegezentrum untergebracht zu werden, wo ihnen bei der Beendigung ihrer Ausbildung geholfen und professionelle Therapie angeboten werden kann. Dieser Fall stellt eine Herausforderung an die philippinische Regierung, an das Volk und die Menschenrechtsverteidiger dar – den Opfern soll Gerechtigkeit wiederfahren ohne jegliche Kompromisse, Bestechungen oder Betrügereien.

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