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Bilder zwischen Traum und Albtraum  

April 25, 2014 · 

Bramsche. Mit ihrem Musicaldrama „Once we had a dream“ gastierte die achtköpfige Theatergruppe Akbay-Preda am Mittwoch in Bramsche. Ihr Musical erzählt von Armut, Kinderprostitution und Gewalt auf den Philippinen. Die Schauspieler begeistern mit ihrem eindrucksvollen, authentischen Spiel und regen den Zuschauer mit einer Mischung aus Beklommenheit und Fassungslosigkeit zum Nachdenken an.


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Die Philippinen sind ein Archipel mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Ein Paradies für die Bewohner. Doch das Leben eines Dorfes wird zerstört, als der Damm eines Auffangbeckens des Bergwerks bricht. Ein deutscher Bauunternehmer wollte nicht auf die Warnung eines Ingenieurs hören. Die Flut zerstört Häuser, Mangobäume und reißt den Dorfbewohnern jegliche Lebensgrundlage aus den Händen.

Job im Ausland

So kommt das Angebot für einen Job im Ausland für Celinas Mutter genau richtig. Schweren Herzens lässt die Mutter ihre Tochter Celina nach Deutschland gehen. Dort hofft die Mutter auf einen gut bezahlten Job für ihre minderjährige Tochter, damit sie ihre Schulden bezahlen kann. Doch schnell zerplatzt der Traum auf einen gut bezahlten Job: Celina findet sich in den Fängen der Sexmafia wieder und wird mit anderen Kindern in ein Kinderbordell verschleppt. So gerät sie in eine Spirale von Gewalt und Missbrauch.

Das Drama basiert auf tatsächlichen Schicksalen von Kindern der Philippinen, die verwaist auf der Straße oder in zerrütteten Familien ohne Zukunftsperspektive leben. Oft ist die Aussicht auf einen gut bezahlten Job die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Kinder erzählen von ihren Träumen und Albträumen. Trotz der Gewalt und des Missbrauchs, die sie erfahren haben, sind die Träume auf ein Leben in Freiheit größer als die Albträume.

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Die Schauspieler zwischen 16 und 25 Jahren zeigen eindrucksvolle Bilder von Gewalt, Aussichtslosigkeit und immer wiederkehrende Hoffnung. Seit 2000 wird das Stück aufgeführt, um Menschen in Europa auf die sozialen Verhältnisse der Philippinen aufmerksam zu machen. Die Preda-Stiftung, 1974 von dem irischen Priester Shay Cullen gegründet, wird von dem Preda-Freundeskreis mit Spenden und ehrenamtlichen Helfern unterstützt.

Im Anschluss an das Musical luden die Gastgeber des Eine Weltladens e.V., des Gresel Forums und der Schülervertretung des Greselius-Gymnasiums zu Mango-Snacks von den Philippinen und zu einem regen Austausch mit den Schauspielern in die Aula ein. Zum Reden gab es nach diesem nachdenklichen Stück in jedem Fall genug.

Vom 20.03.2014, 18:13 Uhr aus der Neue Osnabrücker Zeitung

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