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Preda-Gründer Father Shay Cullen über die Geschichte von Preda

January 30, 2013 · 

Kinder retten aus Drogenabhängigkeit, Armut  und Prostitution
Father Shay Cullen

Als ich das erste mal 1969 als Missionar auf die Philippinen kam, lernte ich die freundlichen und liebenswerten philippinischen Menschen kennen und ich wusste, dass ich hier glücklich werden würde. Aber das Leben eines Missionars ist gefüllt mit Veränderungen und das Kämpfen für die Rechte der Unterdrückten und für Menschenrechte ist eine äußerst herausfordernde Aufgabe.

Ich wurde der Stadt Olongapo an der Küste der Subic Bay zugeteilt, die zugleich Heimat der 7.US Navy Flotte war. Es war eine Stadt, die die Sexindustrie für die Seemänner und Soldaten des Vietnamkrieges beherbergte. Zudem trieben sich Sextouristen aller Nationalitäten dort herum. Nachtclubs, Sexbars und Bordelle waren die Hauptarbeitgeber der Armen und natürlich gab es zusätzlich noch viele Drogenhändler und Zuhälter in Olongapo.
Wenn ich in ziviler Kleidung durch die Straßen der Stadt lief, wurden mir minderjährige Kinder als Prostituierte angeboten. Ich sah Straßenkinder Drogen nehmen und betteln und Kinder hinter Gittern in den städtischen Gefängnissen. Sie alle waren Opfer von Armut und Ungerechtigkeit. Ich war geschockt, wütend und fest entschlossen etwas dagegen zu unternehmen. In den folgenden Jahren gründete ich die Preda Foundation und baute das Preda FairTrade-Programm auf um ihnen zu helfen.
Das ist die Herausforderung meiner Mission; den Ausgestoßenen der Gesellschaft helfen und den Ausgenutzten; den Jugendlichen und Kindern, die missbraucht und versklavt wurden, die drogenabhängig sind und in die Prostitution verkauft wurden.
All diese schlimmen Zustände sind hervorgerufen durch Armut und soziale Ungerechtigkeit – damals kontrolliert von einem korrupten Tyrannen, seiner Frau und seinen Komplizen. Die Armut war so weit verbreitet, dass es eine kommunistische Revolution provozierte, die in manchen Teilen des Landes noch bist heute aktiv ist. Ich begann Fortbildungen und finanzielle Unterstützung für die Ausbildung von Jugendlichen anzubieten und FairTrade-Produkte an die Weltläden in Europa und Asien zu schicken.

Die Jungen auf den Straßen der großen Städte heute kommen aus dem Slums. Dort ist die Jugendarbeitslosenrate astronomisch hoch und die meisten der Jungen sind Analphabeten, die von der Gesellschaft zurückgewiesen sind. Sie treiben sich auf der Straße rum auf der Suche nach Essen und Kleidung und schließen sich Gangs an um zu überleben und verfallen leicht der Versuchung zu stehlen. Die Jungen schnüffeln industriellen Klebstoff aus Plastiktüten um ihren Hunger und ihre Einsamkeit zu unterdrücken. Manchmal werden sie verhaftet und in eine Zelle gesteckt, in der sie mit Kriminellen zusammen sitzen.  Dort passiert es, dass die Jungen vergewaltigt werden oder zu einem Schicksal als Sexsklaven der Wächter oder pädophilen Mitgefangenen verurteilt sind. Sobald sie wieder freigelassen werden, stehlen sie erneut um sich erneut Drogen kaufen zu können, die sie ihre traumatischen Erfahrungen vergessen lassen.

Es ist ein Teufelskreis.

Ich eröffnete das therapeutische Heim Preda um ihnen bei der Überwindung ihres Traumas zu helfen, ihre Würde wiederfinden zu lassen und Gesellschaftswerte zu erlernen. Ich baute ein FairTrade-Unternehmen auf und versuchte das ungerechte System zu verändern. Wir leistete Lobby-Arbeit für neue Gesetze um die Ungerechtigkeit zu stoppen und heute entlassen die Richter die Jungen aus den Gefängnissen und übergeben sie der Obhut des Preda-Heims. Sie sind nur beschuldigt schwere Verbrechen begangen zu haben, aber ihre Schuld ist nicht bewiesen. Viele von ihnen wurden von korrupten Polizisten hereingelegt.
Preda hat hunderte von ihnen aus dem Gefängnis und dem Leben als Straßenkind gerettet und heute leben sie das Leben anständiger Menschen.

Die meisten der Kinder und jungen Mädchen, die zur Prostitution gezwungen werden sind drogenabhängig. Sie wurden geködert und aus den fernen und isolierteren Provinzen hergeschleust und als Sexsklaven verkauft. Ich gründete das therapeutische Mädchenheim für sie und baute ein Team von Sozialarbeitern auf, um die Mädchen zu retten, ihnen bei der Überwindung ihrer traumatischer Erlebnisse und dem Start eines neuen Lebens zu helfen.

Wir alle müssen an dieser Stelle Barmherzigkeit zeigen und realisieren, dass sie alle Opfer sexuellen Missbrauchs sind, oft auch schon in ihren Familien und Gemeinden aus denen sie hergekommen sind. Hungrig und vernachlässigt sind sie leichte Beute für die Zuhälter und Schleuser. Nach wie vor werden sie von manchen Menschen als verwahrloste Ausgestoßene ihrer Familie und Gesellschaft angesehen, die nur als Sexobjekte für die lokalen und ausländischen Sextouristen gut sind.
Das muss aufhören.
Wir heißen im Preda Heim diese jungen Menschen willkommen; respektieren ihre Rechte und ihre Würde als Kinder der Menschlichkeit und als Kinder Gottes.
Viele von den jungen Frauen in den Bars von Olongapo und Angeles wurden schon als Kind prostituiert. Das Mädchen Angie war nur neun Jahre alt als ich sie vor vielen Jahre zusammen mit 12 anderen Mädchen, die zwischen 12 und 16 Jahre alt waren, im städtischen Krankenhaus von Olongapo fand. Sie waren dort eingesperrt um sie von den Medien und der Öffentlichkeit fern zu halten und sie alle litten an Geschlechtskrankheiten. Die Sexbars hier operieren mit einer Erlaubnis des Bürgermeisters und als ich mit meinen Beweisen an die Öffentlichkeit ging mit der Hoffnung den Kindesmissbrauch zu beenden, erhielt ich Todesdrohungen und die Behörden versuchten das Preda Heim zu schließen und mich aus den Philippinen auszuweisen. Doch wir gewannen diesen Kampf und noch viele weitere.
Deshalb geht heute die gute Arbeit von Preda weiter und wir können weiterhin hunderten Kindern helfen und eines Tages werden wir diesen Menschenhandel und den Missbrauch der Jugendlichen und Kinder beenden. Ende.

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