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Rassendiskriminierung im Supermarktregal

November 17, 2010 · 

Shirley, 16, versteckte sich in ihren Schlafzimmer, ihr Gesicht verdeckt, weinend. Sie weigerte sich zur Schule zu gehen. Ihre Mutter Maria brachte sie mit vorsichtiger Überredung dazu sich auf zu setzten und ihre Hände vom Gesicht zu nehmen. Maria schnappte nach Luft, als sie das Gesicht ihres Kindes sah, dass ein einziger roter Fleck aus vielen roten Flecken war.

“Was ist passiert, was hat das verursacht?” fragte Maria teilnahmsvoll. „Hier, ich hasse es“, schrie Shirley und warf eine Tube „Haut-Weiß“ Bleichmittelcreme auf den Boden, ihr Gesicht eine Flame des Hasses. Es war ein „made in China“ Produkt und niemand war in der Lage die Inhaltsstoffe zu lesen. Das Kind wurde durch das Fernsehen und die Poster beeinflusst, die einem sagen, dass man durch das Bleichen der Haut schöner und attraktiver wird, genau wie ein Filmstar. Diese Anzeigen suggerieren, dass dunkelhäutige Menschen nicht so akzeptiert sind wie Weiße. Shirley ist drauf reingefallen und hat nun eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe der Creme. Viele dieser Produkte enthalten gefährliche Mengen an Quecksilber, die Hautirritationen, Gehirnschäden, Nierenversagen und andere Nebenwirkungen verursachen können.

Obwohl die philippinische Regierung ein paar Marken dieser gefährlichen Produkte verboten hat, sind sie immer noch in vielen Geschäften zu finden. Die Nicht-Durchsetzung der Gesetze ist vielleicht die einzig am meisten verheerendste und lähmendste  Ursache für Armut, Kriminalität und das Leid der Filipinos. Shirley ist nur ein Opfer mehr unter tausenden.
Die Vermarktung von Hautbleichemitteln ist ein Milliardengeschäft auf den Philippinen und in den anderen asiatischen Ländern noch viel mehr. Millionen Asiaten werden von dem Glauben überzeugt, dass der westliche Standard weißer Haut Schönheit bedeutet, die jeder anstreben sollte. Solche Produkte und ihre unterstützenden Anzeigen, Plakate und Zeitschriftenwerbungen sind eine Beleidigung für alle Nicht-Weißen Menschen. Was sagen sie denn in der Tat zu dunkelhäutigen Menschen? „Wenn du nicht weiß-häutig bist, bist du nicht schön“ oder noch schlimmer „du bist hässlich, du musst weiße Haute bekommen und sogar Schönheitsoperationen durchführen um so sein wie wir“. Dies ist nicht nur die Vorstellung des Westens, andere Gesellschaften mit einer Elite haben es auch. Es diskriminiert die gewöhnliche Person.

Die rassische Überlegenheit hinter diesen Produkten unterstützt Profiling und Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe. Einwanderungsbehörden und Polizisten sind geneigt dunkelhäutige Menschen öfter als Verdächtige zu verdächtigen als hellhäutige Menschen. Dies führt zu Rassenprofiling, was viele reisende Asiaten an westlichen Flughäfen und Einwanderungsbehörden erleben.

Die Produkte sind erfolgreich auf dem Markt und von Millionen nicht-weißer Menschen akzeptiert, vielleicht wegen der Kolonialmentalität, die westliche Kolonialisten als überlegen ansieht und versucht sie zu imitieren. Diese Akzeptanz resultiert teilweise aus den verstandskonditionierenden und rassistischen Slogans wie „Weiß ist Macht, und daher ist Weiß richtig“ (white is might and so white is right). Die westlichen Kolonialmächte hinterließen ihre Spuren in den Kulturen der Menschen, die sie einst beherrschten.

Heutzutage animieren die Globalisierung und die aggressiven Marketingstrategien, der westlichen Produkte und Marken die Leute anderer Kulturen westliche Mode, Aussehen und Schönheitsideale zu übernehmen. Westliche Überlegenheit und der Rassismus der aus ihr resultiert, wächst in Asien seit dem 19. Jahrhundert. Der Zweite Weltkrieg, der Korea- und der Vietnamkrieg, sowie die Invasion im Irak und in Afghanistan haben die westliche Überlegenheit des Militärs etabliert. Es hat vielen Asiaten einen Minderwertigkeitskomplex eingeschärft und eine Form der kulturellen Unterwerfung und den Wunsch die westliche Kultur zu imitieren und wie sie zu sein hervorgerufen. Trotz allem haben einige Nationen mutigen Widerstand geleistet und gegen die Kolonialisierung und für ihre nationale Identität, Freiheit und Würde gekämpft. Jedoch scheint die Kosmetikindustrie dort gesiegt zu haben wo marschierende Armeen versagt haben.

Die Philippinen sind ein typisches Beispiel, die Gesellschaft imitiert die westliche Mode und den LifeStyle. Millionen träumen davon verwestlicht zu werden und emigrieren nach Amerika, ihrem früheren Kolonialherrscher. Als Resultat verlieren viele junge Menschen ihren Sinn für Identität. Sie haben einen Mangel an Selbstbewusstsein und versuchen zu sein wie sie nicht sind. Wir müssen ihnen beibringen, dass Schönheit im Geist und in der Persönlichkeit des Menschen liegt und nicht nur ein äußeres Merkmal ist und Schönheit nicht auf der Hautfarbe, des Hairstyles oder der Mode basiert. Wir alle werden mit den gleichen Menschenrechten und der gleichen Würde geboren und wir müssen jegliche Art der Rassendiskriminierung bekämpfen, besonders wenn wir sie im Supermarktregal finden.

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