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Papa, was ist auf dem Mars?

September 10, 2012 · 

Papa, was ist auf dem Mars?
geschrieben von Pater Shay Cullen
E-Mail: shaycullen@preda.org
(Pater Shay’s Artikel werden in der Manila Times veröffentlicht, sowie in Publikationen in Irland, Großbritannien, Hong Kong, und auf verschiedenen Blogs.)

Es war ein nasser und düsterer Tag. Der kleine 6-jährige Junge schaute nach draußen auf den sintflutartigen Regen, der vom dunklen, grauen, düsteren Himmel strömte und den europäischen Sommer ruinierte, sowie so manches Olympisches Geschehen ins Wasser fallen ließ.

In Asien war es weitaus schlimmer. Die tropischen Regenstürme hielten für Tage an, die Flüsse liefen über, man sah Menschen, bepackt mit ihren ärmlichen Habseligkeiten in Plastiktüten, durch Fluten waten. Ihre Dörfer wurden überschwemmt; die Städte waren hüfthoch überflutet, es gab kein Essen, aber viele zerstörte Besitztümer. Viele Leben und auch die erntereifen Felder wurden ruiniert, Häuser durch Erdrutsche verschüttet und viele der Menschen konnten das raue und heftige Wetter nicht verstehen, so schlimm war es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gewesen.

Der Junge saß auf dem Boden vor dem Fernseher und schaltete von einem Sender zum Nächsten. Der Sender Discovery zeigte einen Cartoon über die Erderwärmung, auf dem die schwitzende Erde zu sehen war; eingewickelt in eine Decke aus Industriegasen, die die Erde erdrücken.

Papa, warum ist es denn so kalt und nass, wenn die Erde immer wärmer wird? Ich wünschte es wäre warm und sonnig. Der Vater faltete seine Zeitung und hatte schon eine fertige Antwort auf diese Frage parat:

Die heiße Luft macht das Wasser in den Ozeanen zu Wolken, der Wind trägt sie an Land und dort kommen sie wieder herunter als Regen, Millionen an Litern von Regen, antwortete er und blickte traurig nach draußen, von wo aus der Regen gegen die Fenster peitschte.

Das Discovery-Programm am Fernseher zeigte ein neues Bild, auf dem riesige arktische Gletscher aufbrechen, in den Ozean stürzen und Richtung Süden treiben. Das arktische Eis schmilzt so schnell wie nie zuvor, hört man den Kommentator sagen.

Papa, wie kann es denn immer wärmer werden, wenn da so viel Eis um uns herum treibt?Der Vater suchte nach einer Antwort, die ihn dann in den Sinn kam. Naja, es gibt zu viele heiße Gase, die in die Luft gepumpt werden und nicht genug Eisberge, um sie zu kühlen, sagte er mit einem Lächeln. Der Junge runzelte seine Stirn, dachte angestrengt nach und sagte dann: Oh! Und Papa, wohin gehen die großen Eiswürfel, wenn sie ins Wasser fallen?

Auch darauf wusste der Vater eine Antwort. Durch sie werden die Ozeane größer und tiefer. Papa, aber wenn sie größer werden, wie passen sie dann in die Ozeane, die schon voll sind? fragte der Junge. Das ist richtig, erwiderte der Vater, sie passen nicht mehr in die Ozeane, also verteilen sie sich auf das Land.

Der Junge guckte mürrisch und traurig zum Fernsehbild, auf dem Fluten und andere Katastrophen in einer riesigen Skala abgebildet sind. Papa, lass nicht zu, dass das hier passiert! Ich kann nicht schwimmen!

Dann drückte er die Fernbedienung und die Nachrichten zeigten die simulierte Landung der Curiosity, wobei sich das Erkundungsschiff auf der roten, sandigen Oberfläche des Mars bewegte. Der Junge blickte neugierig zum Bildschirm, der Kommentator sagte: Dieser von der NASA gebaute Roboter ist ein rollendes Labor, das Hunderte von Millionen von US-Dollar kostet und nach den Antworten für unsere Welt sucht. Der Junge betrachtete es für eine Weile, wechselte den Sender und fragte nach ein paar Minuten: Papa, wird die Curiosity ein Heilmittel auf dem Mars finden? Vater: Ein Heilmittel für was? Junge: Für die kranken, hungrigen Kinder, es gibt so viele! Schau Papa, schau!

Das Fernsehen zeigte nun eine Reportage über von Hungersnöten geplagten afrikanischen Ländern. Bilder der Opfer extremer Dürre; tote Kühe auf ausgetrocknetem, verdorrtem und rissigem Land, abgemagerte und skelettartige Kinder, überfüllte Flüchtlingslager mit in Lumpen gekleideten Menschen, die sterbende Kinder wiegen.

Der Vater schaute rüber und rief geschockt: Sieh dir das nicht an, das ist furchtbar! Er kam herüber, nahm die Fernbedienung und schaltete auf einen anderen Sender. Die Werbung kam und zeigte reiche Menschen auf Yachten während des Essens von aufwendigen Speisen. Nein Junge, sagte er, es gibt kein Essen auf dem Mars, nur Staub.

Ja dann, dann gehe ich nicht auf den Mars. Wenn ich groß bin bringe ich mein Abendessen den hungrigen Kindern. Wirst du mich dorthin bringen, Papa? Können wir dahin? Der Vater atmete einen großen, erschöpften Zug aus und sagte: Ich weiß nicht mein Junge, nur Gott weiß das.

Papa, wer ist Gott? Wird Gott den hungrigen Kindern ihr Abendessen bringen? Abgeschlagen ließ sich der Vater wieder in seinen Sessel fallen. Das Bild zeigte nun wieder das Flüchtlingslager. Sein Sohn lehnte sich gegen den Bildschirm und steckte einen Keks in den Mund eines sterbenden Babys.

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