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Menschenhandel und christlicher Glaube

September 2, 2015 · 

Fr. Shay Cullen

Fr. Shay Cullen

Menschenhandel und christlicher Glaube
18. Juli 2015
Fr. Shay Cullen

Der Frieden und das Mitgefühl, die Freiheit und die Würde, die Jesus von Nazareth verfochten hat, sind Ideale, die der menschlichen Existenz Sinn und Zweck verleihen. Ganz gleich welche Art der Sklaverei, die Ausbeutung von Menschen durch Verkauf, Entführung oder Kontrolle, bedeutet den Entzug dessen, was uns zu so kostbaren Menschen macht: Gedankenvolle, freie Entscheidungen. Wenn diese einzigartige Eigenschaft der persönlichen Freiheit eigenständig zu wählen einem Menschen weggenommen wird ist das ein Verbrechen gegen die Person.

Diese Fähigkeit frei zu wählen und entscheiden zu können ist es, was uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet. Wenn uns dies genommen wird, wird unsere Menschenwürde vermindert, unser Recht uns verweigert und wir werden weniger als Menschen behandelt.

Das ist der Grund warum die Gefangenschaft die mit dem Menschenhandel einhergeht verheerend für menschliches Sein ist. Ihr Selbstwertgefühl wird ihnen genommen und ihr Wille zu Leben wird geschwächt. Viele begehen Suizid. Ohne die Freiheit selbst wählen zu können, den freien Willen auszuüben, für sich selbst entscheiden zu können wie und wo man leben möchte, ohne eine ständige Schuld, lähmende Angst und Drohungen, wird der hilflose Gefangene auf den stillen Vogel im Käfig reduziert, die angekettete Kreatur.

Im vergangenen April wurden nicht weniger als fünfhundert Männer von Thailand von der Leibeigenschaft auf einer indonesischen Insel befreit und gerettet. Sie wurden gegen ihren Willen gefangen gehalten und dazu gezwungen auf Fischerbooten zu arbeiten, ohne jemals von dort fortgehen zu dürfen. Einige von ihnen starben, denn ihre Gräber wurden entdeckt.

Ein Zusammenschluss von Pressejournalisten deckte den Menschenhandel auf.

Während einer Anhörung über Menschenhandel im US-Kongress-Ausschuss, geleitet von Vertretern der Menschenrechte, lobte Chris Smith den Mut und die Tapferkeit der Journalisten, die zu Befreiung der Sklaven beitrugen. Aber das ist bloß die Spitze des Eisbergs der Millionen versklavten Menschen in unserer modernen Welt.

Als Jesus in seiner Heimatstadt erklärte, dass es seine Mission sei das Versprechen und die Prophezeiung Jesajas die Armen emporzuheben, die Köpfe und Herzen der von Tradition und Ignoranz Erblindeten zu öffnen und eine Jubiläumsjahr verkündete, in dem alle Sklaven frei und alle Schulde aufgehoben und vergeben sein werden, in dem das Land wieder an die rechtmäßigen Besitzer übergeben wird, gab es einen großen Aufstand seitens der Alten, der Grundbesitzer und der Reichen.

Für die scharfsinnigen Gesetzlehrer und Bibelwissenschaftler war seine Botschaft ganz klar. Für sie war er dabei, die Machtstruktur der Gesellschaft auf den Kopf zu stellen, zugunsten der Armen und Unterdrückten und um den befreiten Sklaven ihre Macht und Kraft zurückzugeben. Die Reichen waren empört und die Armen waren begeistert.

Jesajas Leitbild wurde Wort für Wort von Jesus angenommen. In der Synagoge von Nazareth war er dazu eingeladen die Heilige Schrift zu lesen. Er öffnete die Schriftrolle, suchte nach der Passage von Jesaja und las:

Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich dazu auserwählt hat die Frohe Botschaft zu den Armen zu bringen. Er hat mich gesandt um den Gefangenen Freiheit zu verkünden und um den Blinden ihr Augenlicht wiederzugeben: um die Unterdrückten zu befreien und zu verkünden, dass die Zeit, in der Gott sein Volk retten wird, gekommen ist. (Lukas 4: 16-19).

Keine Wunder, dass die Behörden und Autoritäten empört waren. Was für ein kühner und arroganter Ausruf! Wir können uns ihre Reaktion vorstellen: „ Wer ist dieser Sohn eines Zimmermanns, dass er es wagt zu behaupten, er sei vergleichbar mit Jesaja und dass er Mission des Propheten erfüllt?“

Diese Worte waren reine Phantasie, wen nicht sogar Blasphemie, für sie. Aber es war auch gefährlich und subversiv. Diskussionen über befreite Gefangene und Sklaven war Verrat an den Römern und die Herrscher von Palästina bekamen Angst ihre religiöse Macht und Reichtum zu verlieren, wenn sie ihre Positionen verlieren.
Es war ganz ähnlich wie in der heutigen Welt, in der schätzungsweise zwanzig Millionen Menschen in Schuldknechtschaft leben.

Das öffentliche Befürworten der Gleichheit und der Freiheit von Gefangenen und Armen war eine gefährliche Mission. Jesus‘ Forderungen an das System und die Verkündung von korrupten Heuchlern führte schließlich zu seiner Hinrichtung.

Während die Bergpredigt eine starke soziale und spirituelle Erklärung der Rechte der Armen war, unterrichtete er meistens durch Beispiele, in dem er das, was er predigte, lebte. Er wusch seinen Jüngern die Füße, nannte sie Freunde statt Diener. Er gab Essen den Hungernden, heilte die Kranken, setzte sich gegen Kindermissbrauch ein, sagte die Kinder sind die Wichtigsten. ( Matt. 18: 1-8)

Er handelte wie ein besorgter Freund der Unterdrückten und Abgelehnten. Er begründete ihre Würdigkeit als Kinder Gottes und ihre unveräußerlichen Rechte frei von jeglicher Knechtschaft, Gefangenschaft, Herrschaft und Kontrolle durch andere. Frauen und Kinder sind am stärksten gefährdet; die Sexindustrie zerstört Leben, Hoffnungen und Träume von Millionen.

Wir alle müssen unsere Augen für Sklaverei und Menschenhandel öffnen. Es sind die schlimmsten Verbrechen gegen die Armen und Hungrigen. Sie suchen eine Beschäftigung und ein Leben in Würde, frei von Armut und Versklavung. Wir müssen uns widersetzen und für Menschenrechte und Würde kämpfen!

shaycullen@gmail.com

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