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Kindesmissbrauch durch Geistliche

August 7, 2017 · 

Kindesmissbrauch durch Geistliche
Pater Shay Cullen

Ein katholischer Geistlicher, Monsignor und Gemeindepfarrer wurde mit einem 13-jährigen Mädchen in seinem Wagen, am Weg in ein Motel in Marikina, von der Polizei erwischt.

Ihm wurde ein Verfahren zum Verstoß gegen den „Anti-Trafficking in Persons Act“ auferlegt.
Häufig wird auf den Philippinen ein mutmaßlicher Kindesmissbrauch durch einen Geistlichen vertuscht und nicht angezeigt.

Aber auch in anderen Ländern wurden zahlreiche Kinder von Geistlichen missbraucht. Auch sie wurden vergewaltigt, sexuell belästigt und als Sklaven verkauft. Sie bekamen keine Hilfe, Therapie oder eine Chance auf Gerechtigkeit.
Das Philippinische Kinderschutzgesetz hat eine Klausel, die besagt, dass es ein Verbrechen ist, wenn ein Kind von einer Erwachsenen Person, die nicht mit ihr verwandt ist, an einen abgelegen Ort verführt wird, um sie dort eventuell zu missbrauchen. Diese Klausel im Gesetz soll jede Art von Missbrauch vorbeugen und Verdächtigen eine gerechte Strafe erteilen.

Die institutionelle Kirche hat in vielen Ländern ein sehr hohes Ansehen. Sie scheiterte jedoch in ihrer Pflicht, Kinder zu schützen und Missbrauchsskandale um katholische Geistliche anzuklagen, selbst wenn es eindeutige Beweise dafür gibt.

In der Vergangenheit haben kirchliche Institutionen, in verschiedenen Ländern die Eltern der Opfer bestochen. Durch den Einfluss autoritärer Personen haben sie durch Bestechung versucht, die Fehler der Priester und religiösen Menschen zu begleichen. Oft wurden Geistliche, die sich an Kindern vergingen, auch einfach in andere Gemeinden versetzt.

In vielen Fällen gab es gar keine Reaktion der Kirchenautoritäten, um die Kinder zu schützen und die Vergewaltiger anzuklagen. Heutzutage hat sich viel verändert, in Bezug auf den Umgang mit Missbrauchsfällen durch Geistliche. Papst Franziskus will auf eine Nulltoleranzstrategie setzen.

Kardinal George Pell aus Australien ist Finanzchef des Vatikans und einer der sieben Köpfe des Kardinalsrats. Gegen ihn wird derzeit wegen Kindesmissbrauchs ermittelt. Einerseits müssen wir jeden als Unschuldig erklären, solange er nicht als Schuldig befunden wird. Andererseits, sollten wir die Beweislage nicht ignorieren, wenn sie klar ist.

Der Fall des röm. kath. Monsignor in Marikina ist ernst, da er am Weg in das Motel mit dem 13-jährigen Mädchen erwischt wurde. Die Mutter hat den Notruf an die Polizei abgegeben und damit ist die Beweislage klar, denn sie weiß wie alt ihre eigene Tochter ist. Als die Polizisten kamen, zielte George Pell mit einer Pistole auf sie.

Vorher hatte das Mädchen Sozialarbeitern erzählt, dass der Mann sie schon im Juni zu dem Motel gebracht hätte und dass er sie davor gewarnt hätte, sich von anderen Kunden buchen zu lassen.

Jeder muss sein benehmen rechtfertigen können, ganz egal in welcher Lage man sich befindet. Je höher die Position und das Ansehen einer Person, desto größer ist die Verantwortung sich für begangene Sünden zu rechtfertigen.

Dennoch sollte für alle das gleiche Gesetz gelten. Kein Privileg, keine Macht soll eine Person vor der gerechtfertigten Strafe bewahren.

In unserer langjährigen Erfahrung, missbrauchten Kindern zu helfen und Gerechtigkeit für sie zu erlangen, stellte sich heraus, dass die meisten Täter, Nachbarn, Freunde oder aus der Familie sind.
Oft sind es auch Väter, Stiefväter oder die Lebenspartner der Mutter.

Diese Statistik zeigt, wie machtlos Kinder gegenüber den Verbrechen von Erwachsenen sind.

-biologische Väter: 17
-Stiefväter und Lebenspartner der Mutter: 20
-Nachbarn: 32
-biologische Familienmitglieder (Väter ausgeschlossen): 7
-nicht verwandte Familienmitglieder: 12
-Polizei/ Autoritäten: 3
-Großväter: 3

Das Jüngste der missbrauchten Mädchen bei Preda ist sechs Jahre alt. Das durchschnittliche Alter liegt bei 14 Jahren. Dass bisher keine Missbrauchsfälle, die von einem Geistlichen begangen wurden, öffentlich gemacht wurden, zeigt, dass sie vertuscht werden.

Jedes Jahr haben wir Erfolg mit den mutigen und couragierten Kindern, die ermutigt werden, um vor Gericht auszusagen und dabei ohne Angst über ihren Missbrauch reden zu können. Im Durchschnitt gewinnen wir vier Prozesse im Jahr. Dieses Jahr hatten wir mit unserem Staatsanwalt schon in drei Fällen von sexuellen Missbrauch und mehreren Vergewaltigungsfällen Erfolg. Wir hoffen, noch weitere Fälle gewinnen zu können. Die Staatsanwälte sind meistens Frauen. Sie sind sehr engagiert, um so viele Fälle wie möglich zu klären.

Mit dauerhafter Obacht, Datenerfassung und Beweiserklärung können wir Gerechtigkeit generieren, ganz egal wie schwierig der Fall ist. Wir müssen uns Herausforderungen stellen. Aber da unsere Arbeiter belastbar und klug sind, gewinnen wir. Wir müssen uns für Gerechtigkeit einsetzen und mit den Kinder kämpfen. Wir hoffen, auf Unterstützung von Jedermann, so dass Gerechtigkeit, so schwer wie sie auch zu verwirklichen sein wird, siegt.

shaycullen@gmail.com

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