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Kinderehen – Eine Tarnung von kultureller Pädophilie?

March 31, 2017 · 

Kinderehen – Eine Tarnung von kultureller Pädophilie?
Pater Shay Cullen
24. März 2017

Seit sie 11 Jahre alt war, wurde Jazell gezwungen, mit einem 40 jährigen Mann zusammenzuleben. Sie wurde wie seine Frau behandelt. Sie lebte mit ihm, kochte, putzte und wurde immer wieder sexuell missbraucht. Sie wurde mit 14 schwanger und bekam ein Baby. Ihr Vater war einverstanden damit, und die Gesellschaft ignorierte es und schaute weg.

Auch Rosita war 11 Jahre alt. Auch dieser 45 jährige ausländische Mann hatte das Verlangen und das Bedürfnis nach einer 11 jährigen Sexualpartnerin. Um es rechtsgültig zu machen, zahlte er Rositas Eltern eine Mitgift und ihre Eltern unterschrieben einen Ehevertrag, welcher die Ehe laut soziokulturellem Milieu und religiösen Gewohnheiten bestätigte. Mädchen werden in diesem Land abgewertet und haben einen Wirtschaftswert als „Kinderbraut”. Sie wurde weggegeben, täglich sexuell missbraucht, wurde mit 14 schwanger und gebar ein Baby.

Der erste Fall ist ganz klar ein Fall von Pädophilie und Ermittlungen wurden angestellt. Der zweiten Fall jedoch nicht! Sind sie damit einverstanden?

Laut UNICEF, wurden mehr als 700 Millionen Frauen, als Kind so behandelt, wie Rosita. Sie wurden sexuell von älteren, erwachsenen Männern missbraucht. Viele waren erst 11 Jahre alt. Sie wurden „Kinderbräute” genannt. Die UN Konvention hat unter den Kinderrechten festgehalten, dass alle als Kinder zählen, die jünger als 18 Jahre sind.

Rund um die Welt, werden millionen kleine Mädchen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren gewaltvoll mit älteren Männern zusammengebracht. Mit anderen Worten: Diese „Ehen” oder „Kinderbräute” sind nur Tarnungen von brutaler, unmoralischer, krimineller Pädophilie. Es ist eine Form, wie sie den Sex mit Kindern rechtfertigen und der Strafe entkommen. Bei der „Erfüllung” der Ehe kommt es dann meist zur Vergewaltigung der Mädchen. Das ist eine Sichtweise auf „Kinderehen”; andere widersprechen.

Unter Frauen, im Alter zwischen 20 und 24, auf der ganzen Welt, wird Eine von Vier in solch eine Kinderehe gezwungen. Es kann keine moralische Ehe sein, denn für die Gültigkeit müssten klare Kenntnisse und eine freie Entscheidung bzw. Wahl vorliegen. Obwohl es in den meisten Entwicklungsländern Gesetze gibt, welche Kinderehen verbieten, sind sie weit verbreitet, da das Gesetz ignoriert wird.

In Bangladeshs ländlichen Regionen sind 81% der Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. In den städtischen Gebieten sind es mit 54% etwas weniger. 18 %, eine der höchsten Werte auf der Welt, der Mädchen werden noch vor ihrem 15. Lebensjahr in eine Beziehung mit einem älteren Mann gezwungen. Diese alten Männer wollen Geschlechtsverkehr mit kleinen Mädchen, manche gerade mal 9 Jahre. Was ist die Mentalität, der sexuelle Trieb, und der Zustand dieser alten Männer? Ziemlich sicher ein psychisches Phänomen und mit Sicherheit eine mentale Störung, Pädophilie.

Ein Stück Papier, auf dem die Worte “Ehe” zu lesen sind, macht alles legal und richtig. Aber für das Kind, ist nichts richtig. Das Kind leidet unter brutalem sexuellem Missbrauch und verliert Kindheit, Bildung und ein Leben mit menschlicher Würde. Es wird, wie viele junge Frauen in Entwicklungsländer, auf den Sexsklaven-Status reduziert. Es scheint, als werde die männerdominierte Kultur und religiöse Sitten von Pädophilen kreiert, um ihre sexuellen Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen. Solche kulturellen und religiösen Praktiken müssen verboten und dazu Gesetze eingeführt werden.

Das neue Gesetz, welches am 11. März 2017 vom Präsidenten unterzeichnet wurde, verbietet Ehen zwischen Erwachsenen und Kindern. Nichtsdestotrotz, es gibt schon eine Gesetzeslücke, welche solche Ehen immer noch erlaubt. Das Gesetz besagt, dass Erwachsenen-Kind-Ehen verboten sind, außer in „besonderen Fällen”. Es wird nicht weiter erklärt, was diese besonderen Fälle sind. Die Pädophilie getarnt unter einer sogenannten „Ehe”, welche gesetzestreu ist, kann also weitergehen.

Armut, ist oft die treibende Kraft hinter gezwungenen Kinderehen.

Die armen Eltern, welche ihre Tochter sowieso als geringer wertig als ihren Sohn betrachten, sehen einen profitablen Nutzen, indem sie ihre Tochter „verheiraten” und somit eine Mitgift erhalten. Es steigert das Einkommen, denn das Kind wird, wie bei einer Form des Menschenhandels, verkauft. Sie werden als Eigentum und Mobilien der Eltern angesehen und können somit verkauft werden. Je jünger die Tochter ist, desto mehr Geld bekommen die Eltern für sie. Der Schmerz, welcher den Kindern durch das Vorenthalten von Bildung, Kindheit, Eltern und Geschwistern widerfährt, ist eine schreckliche Lebenserfahrung und eine schreckliche Art von Misshandlung. Kulturelle und Religiöse Praktiken scheinen als Tarnung und Schutz für Pädophilie zu fungieren.

Manche sagen, es sei nicht pädophil, wenn ein Mann mit einem neun jährigen Kind Geschlechtsverkehr hat, da es von soziokulturellen und religiösen Sitten bestätigt ist. Sie sagen, dass das Kinderehenphänomen von soziokulturellen Kräften und wirtschaftlichen Gesichtspunkten angetrieben wird.

Eine internationale NGO sagt, “Ein Aspekt, welcher Kinderehen klar von Pädophilie unterscheidet ist, dass im soziokulturellen Milieu, Kinderehen praktiziert, verzeiht und in vielen Fällen fortgesetzt wird. Das ist der Unterschied zu Pädophilie. Kinderehen werden praktiziert und von Eltern, der Gesellschaft und den Anführern verteidigt.”

In den Philippinen, wo Kindesmisshandlung und Kinderehen streng bestraft werden, werden nur 2% der Kinder in eine Ehe gezwungen. Die örtlichen Behörden versuchen zurzeit die Vorfälle zu vertuschen. Einige NGOs wollen dieses Vorgehen herausfordern. Die Beziehungen und Sexsklavenunion ist bekannt, aber noch nicht weit verbreitet.

Mit dem Einverständnis der Mutter oder anderen Verwandten wird das Kind hilflos und missbraucht bei seinem Lebenspartner zurückgelassen. Er stellt der Familie Geld zur Verfügung. Außerdem gibt es das „areglo” System, bei welchem örtliche Beamte, gegen eine kleine Gebühr, einen Finanzausgleich zwischen den Eltern und dem Kinderschänder arrangieren. Es gibt keine Anklage und der Täter kommt mit seiner Misshandlung davon. Auch die Gemeinschaft verhält sich ruhig und schaut weg.

Eines aus drei achtjährigen Mädchen ist Opfer von sexueller Misshandlung, und obwohl Kindesmisshandlung eine häufige Straftat ist, gibt es nur wenige mutige Menschen die sie anzeigen. Viele dieser Opfer wurden ins Preda Therapiezentrum gebracht. Also, was ist der Unterschied zur Pädophilie, wenn die sexuelle Misshandlung nur durch einen Ehevertrag getarnt wird?

Margaret Capelazo, CARE, die Genderbeauftragte von Kanada sagte, “es besteht absolute kein Zusammenhang zwischen Kinder, Zwangsheirat und Pädophilie.” Sie behauptet, dass Kinderehen „von sozialen Regeln und Neigungen verursacht werden, welche Mädchen abwertet und sozialen, sowie wirtschaftlichen Druck ausübt. Pädophilie ist ein psychisches Phänomen und eine Geistesstörung.”

Mit allem Respekt gegenüber Margaret, es scheint, als dass die Tat, Geschlechtsverkehr mit 11 Jährigen, dieser alten Männern näher an Pädophilie als an Ehe liegt. Die Ehe ist eine Tarnung, eine kulturelle Verabredung die von Männern geschaffen wurde, um ihre Bedürfnisse, durch das sexuelle Missbrauchen von Mädchen, ohne dabei bestraft zu werden, zu stillen. Um Kinder vor einer solch schrecklichen sexuellen Misshandlung zu schützen, müssen wir gegen Kinderehen werben und vorgehen. Wir müssen enthüllen was sie wirklich sind – legalisierte, wirtschaftliche, soziokulturelle Pädophilie.

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