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Jeder hat das Recht auf menschliche Würde

November 4, 2016 · 

Jeder hat das Recht auf menschliche Würde
Pater Shay Cullen
4. November 2016

Täglich werden wir mit Nachrichten und Bildern von Gewalt und Chaos konfrontiert. Die Bombardements in Jemen und Aleppo, die schrecklichen Kriege im Irak und in Syrien, Konflikte im Sudan (Afrika) und nicht zuletzt Bilder von Tod und Leid der Migranten und Flüchtlinge, die davor flüchten. Dies gibt uns den Drang, über menschliches Leiden und über unsere Menschlichkeit im Allgemeinen nachzudenken und im Sinne dieser zu handeln. Was sind wir bloß für eine Spezies, die sich einander mit Gewalt begegnen?

Sind wir, als Art, mehr tierisch als menschlich? Mehr gewalttätig als friedvoll? Hat unsere Intelligenz uns nur dazu gebracht, bessere, effizientere Wege zu finden, einander umzubringen und nicht dazu, Hunger und Armut zu beenden und Gerechtigkeit und Frieden aufzubauen? Es scheint, als würden wir Menschen, mit unserer anscheinend übermäßigen Intelligenz, uns selbst und unseren Planeten irreparabel schädigen.

Es ist als würden wir alle im selben Boot sitzen, uns bekämpfen und es somit zum sinken bringen. Die Angreifer neigen dazu ihre Gegner zu verteufeln, indem sie sie ihres Selbstbewusstsein, ihrer Selbstachtung und ihrer Würde berauben. Dies tun sie, um ihre Überlegenheit zu zeigen. Der Hass gegenüber unterschiedlichen Nationalitäten ist das Ergebnis und nimmt in unserer heutigen Welt stetig zu.

Die Menschen sind die aggressivste und zerstörerische Spezies auf diesem Planeten. Sie neigen dazu, kleinere Gruppen, die sie als minderwertig, anders oder gefährlich ansehen, zu dominieren oder sogar zu eliminieren. Wenn sich zwei oder mehr Gruppen bedroht fühlen, bewaffnen sie sich und bereiten sich auf Selbstverteidigung, Gewalt, Krieg und Vergeltungsschläge vor.

Indem wir nichts tun, büßen wir unsere eigenen Rechte und unsere Würde ein. Wir leben gemeinsam auf diesem Planeten. Um in Harmonie und Frieden, mit Gerechtigkeit und Gleichheit, zu leben, müssen wir zusammenarbeiten. Wir müssen versuchen, mithilfe von Dialogen und Diskussionen, die Menschen kennenzulernen, die sich von uns in Rasse, Religion und wirtschaftlichem Status unterscheiden.
Wenn wir uns Gegenüberstehen und dem Anderen in die Augen schauen und zuhören, kann dies eine Chance für eine friedvolle Verhandlung, welches Verständnis zum Resultat hat, sein.

Die NATO sendet immer mehr Truppen und Waffen in Osteuropäische Länder, um der Bedrohung Russlands einen Stellvertreterkrieg, wie sie es auf der Krim und in der Ukraine getan haben, zu beginnen, entgegenzuwirken. Die russische Regierung fühlt sich, durch die Steigende Zahl an Beitritten zur Nato, bedroht und will sich behaupten. Diplomatie und Überzeugung führen zum Frieden.

Ein Auslöser von Gewalt in einer Familie, einer Gesellschaft oder zwischen Nationen kann sein, wenn eine Seite denkt, sie hätte weniger Rechte und Würde als die andere. Eine Gruppe, die dominiert, wird die Andere in ihrer Freiheit und in ihren Rechten einschränken. Die Motive unterscheiden sich. Manche wollen zu Gunsten der Armen reich werden; Andere wollen den natürlichen Wohlstand der Nation übernehmen. Gier und das Verlangen nach Macht über Andere, führt zu Gewalt in unserer heutigen Welt.

Friedvolles Leben in einer Gemeinschaft ist nur dann möglich, wenn die Menschenrechte von allen Mitgliedern der Gruppe anerkannt, geschätzt und vor denen beschützt werden, die sie leugnen wollen. Um diese Rechte und Würde zu verteidigen und für ein friedliches Zusammenleben mit Respekt zu werben, ist es essenziell sich dieser Bewusst zu sein. Die erfolgreichsten Nationen basieren auf Respekt und Einhaltung, beziehungsweise Verteidigung der Menschenrechte und -würde.

Diese Rechte, die von der UN in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgehalten wurden, sind der Grundstein, nach welchem die Weltbürger in Würde, Harmonie, Gerechtigkeit und Gleichheit leben sollten.

Diese sind auch im Herzen der katholischen Soziallehre verankert. Sie verfolgen, mithilfe einer Quelle von Weisheit und Erleuchtung, den Glauben und die Hoffnung an eine höhere Gewalt. Diese geliebte, höhere Gewalt ist unter uns und geht dennoch über das physikalische Universum hinaus. Sie erfüllt jedes Lebewesen mit Moralvorstellungen und Werte. Es ist der Glaube daran, dass jedes menschliche Leben, egal in welcher Verfassung (Status, Rasse, Religion, Behinderung, Reich, Arm) das Licht der Welt erblickt. Sie haben die gleichen Werte und Rechte, die durch Tugendhaftigkeit und Liebe festgelegt sind.

Jedes Individuum hat sein inneres Selbstwertgefühl und seiner Würde welcher er nicht beraubt werden darf.
Durch die Anerkennung der Menschenrechte, durch allen Menschen jeglicher Nationen, sollten alle anderen Rechte abgeleitet werden. Wir sollten all das in Anderen schätzen und respektieren, was auch wir in uns geschätzt und respektiert haben wollen. Zumindest sollten wir Rechte über das menschliche Leben und die menschliche Würde, als Grundstein für das Überleben und den Erfolg sehen.
Dann können wir in einer geordneten, friedlichen, erfolgreichen und vereinten Gemeinschaft leben, in welcher die Menschenwürde respektiert und geschützt wird.

Die Anerkennung der Würde, Einheitlichkeit und Gleichheit von jedem Menschen sollte über allem anderen stehen. Nicht der Stärkste sollte auf Kosten der Schwachen überleben. Respekt vor der menschlichen Würde bringt gerechte, friedvolle Gemeinschaften und Nationen.

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