Preda Deutsch Website

Hungrige Kinder hinter Gittern

August 2, 2017 · 

Hungrige Kinder hinter Gittern
Pater Shay Cullen

Waren Sie schon einmal in Manila? Haben Sie dort auch die „Bahay Pag-asa“, auch genannt Haus der Hoffnung, besucht? Dort sind Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren hinter Gitter gesperrt. Den Jungen, Jeremy, den wir aus dem Gefängnis gerettet haben ist 12 Jahre alt, sieht aber aufgrund der schlechten Lebensbedingungen aus wie ein achtjähriger. Jedes dritte philippinische Kind ist unterernährt, was ihre Fähigkeit zu lernen nachhaltig beeinträchtigt. Ein Protein- und Vitaminmangel führt zu einer allgemein schlechteren Entwicklung. Insgesamt sind 3,4 Millionen philippinische Kinder unterentwickelt.

Eine Studie von 2015 stellte fest, dass 20 Prozent der unter 5-Jährigen, aufgrund von schlechten Hygienebedingungen, sterben. Außerdem sind 300 000 Kinder unter 5 Jahren untergewichtig.

Verglichen mit anderen Ländern, in Bezug auf Unterentwicklung und Unterernährung von Kindern, sind die Philippinen an neunter Stelle. Die Rate von chronisch-unterernährten und unterentwickelten philippinischen Kindern beträgt 33,4 Prozent.

Am Meisten davon betroffen sind die Straßenkinder. Wenn es so weiter geht, wird die Anzahl der unternährten und unterentwickelten Kinder auf den Philippinen weiter ansteigen.

Die Kinder sind hungrig- nach Essen, Freiheit, Respekt, Würde und Anerkennung. Sie haben ein Recht auf ein gutes Leben, deshalb muss man sich um sie kümmern. Sie sollten in die Schule gehen und nicht hinter Gittern auf einem Betonboden in den Schlaf gezwungen werden. Es gibt keine Beschäftigung, Sonnenlicht, Lesestoff, Spiele oder andere Dinge die ihre Sinne stimulieren würden.

Stellen Sie sich vor, Sie würden monatelang gelangweilt in einer Zelle mit 20 anderen eingesperrt. Würden Sie nicht verrückt werden? Die Straßenkinder kommen unschuldig ins Gefängnis und emotional und psychisch geschädigt wieder heraus. Durch ihre Erfahrungen die sie im Laufe der Zeit gesammelt haben hat sich die Denkweise der Kinder verändert. Aus Kindern, werden frustrierte Jugendliche die die Ablehnung der Gesellschaft hautnah erlebt haben. Sie werden zu einem Leben auf der Straße gezwungen, dass sie ohne Bildung aufwachsen lässt und sie so auf sie kriminelle Bahn geraten. Die Kinder haben keine Chance auf ein besseres Leben.

Sie benötigen die Unterstützung ihrer Eltern. Doch diese wissen oft nicht, dass ihre Kinder im Gefängnis sitzen. Dies liegt unteranderem anderem daran, dass viele Familien die in den Slums von Manila leben nicht registriert sind bzw. ihre Kinder nicht haben registrieren lassen.

Wenn der philippinische Kongress, das Alter auf neun Jahre senkt, ab dem Kinder strafmündig sind, wird die Anzahl der Kinder im Gefängnis ansteigen. Die reiche und korrupte Bevölkerungsschicht die 140 Familien umfasst bevormunden, 103 Millionen Menschen. Sie sehen die Straßenkinder als Kriminelle, von denen sie sich gestört fühlen. 16 Millionen Menschen leiden an Hunger, in einem grundsätzlich wohlhabenden Land.

Die wohlwollenden Menschen im Kongress können nichts ändern, da sie von ihren Gegenern überstimmt werden. Als die Senatorin Risa Hontiveros von der Partei Akbayan einen Artikel über die Zustände in den Gefängnissen vorlesen wollte, wurde sie von Senator Richard Gordon unterbrochen. Dieser wollte die Wahrheit verschleiern. Er hat ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt. Senator Gordon stand gemeinsam mit dem Präsidenten vor dem Internationalen Gerichtshof, aufgrund der 8000 Morde im Drogenkrieg. Viele Katholiken unterstützen das Morden.

Ich frage mich, ob es wirklich Christen sind? Einige Kirchen in Pampanga setzen sich gegen das Töten und die Todesstrafe ein. Autoritätspersonen machen unschuldige Kinder für Verbrechen verantwortlich. Die Polizei ermittelt in diesen Fällen nicht ausreichend und macht sich so selber strafbar, indem sie die Kinder als Sündenböcke missbraucht. Sie behaupten, sie hätten den Fall gelöst und erhalten dafür Beförderungen.

Jede Kirchengemeinde im Land und speziell in Metro Manila sollte eine Mission für ihre lokalen „Bahay Pag-asa“, Häuser der Hoffnung, haben.

Matthäus schrieb in seinem Evangelium:
„Denn als ich hungrig war, habt ihr mir zu essen gegeben. Als ich Durst hatte, bekam ich von euch etwas zu trinken. Ich war ein Fremder bei euch, und ihr habt mich aufgenommen. Ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben. Ich war krank, und ihr habt für mich gesorgt. Ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht
Dann werden sie, die nach Gottes Willen gelebt haben, fragen: ›Herr, wann bist du denn hungrig gewesen, und wir haben dir zu essen gegeben? Oder durstig, und wir gaben dir zu trinken?
Wann warst du als Fremder bei uns, und wir haben dir Gastfreundschaft gewährt? Und wann hattest du nichts anzuziehen, und wir haben dir Kleider gebracht? Wann warst du denn krank oder im Gefängnis, und wir haben dich besucht?

Der König wird ihnen dann antworten: ›Das will ich euch sagen: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan!“ (Matthäus 25: 35-40)

Wir müssen Jesus auch außerhalb der Kirche finden. Wenn nicht geht unser Geist für immer verloren.
Lasst uns zur Tat schreiten und die Kinder aus den Gefängnissen befreien um ihnen ein neues glückliches Leben zu geben.

shaycullen@preda.org
preda.org/de

Copyright © 2017 · Preda Foundation, Inc. All Rights Reserved