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Gewaltfrei leben bedeutet vollständig menschlich sein

September 10, 2012 · 

Gewaltfrei leben bedeutet vollständig menschlich sein
geschrieben von Pater Shay Cullen
E-Mail: shaycullen@preda.org
(Pater Shay’s Artikel werden in der Manila Times veröffentlicht, sowie in Publikationen in Irland, Großbritannien, Hong Kong, und auf verschiedenen Blogs.)

Diejenigen von uns, die nach einer friedlicheren Welt streben, sind entsetzt und traurig von den täglichen Nachrichten über gewalttätige Akte, grausame Ermordungen und Misshandlungen von Frauen und Kindern. Der Bürgerkrieg in Syrien, Massaker und Vergewaltigungen im Kongo, religiös motivierte Angriffe in Nigeria, Guerillakrieg in Sierra Leone und ganz aktuell, die Ermordung von 32 protestierenden Minenarbeitern in Südafrika, die höhere Löhne gefordert hatten. Jede dieser Taten hat ihren Ursprung in religiösen Konflikten, sozialer Ungerechtigkeit, Armut, kulturellen Unterschieden und dem Begehren nach Macht und Dominanz. Es gibt Gewalt im Zusammenhang mit politischen Themen, sexuellen Themen und Umweltthemen. Wir sind die gewalttätigste Spezies auf dem Planeten Erde. Warum ist das so, und wie können wir für Frieden arbeiten?

Die Tötungskommandos, deren Taten kürzlich von der philippinischen Kommission für Menschenrechte aufgedeckt wurden, haben in den letzten Jahren hunderte von Menschen getötet; Jugendliche und Kinder, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Priester und Pastoren. Macht diese dunkle Seite der Gesellschaft die Philippinen zu einer Hauptstadt von Mördern in Asien?
Was, wenn nicht die Terrorisierung und Kontrolle der Armen in Abwesenheit eines funktionierenden Polizei- und Justizsystems, ist das Ziel?

Der Wunsch nach Bewahrung politischer Macht führte zum Massaker an 57 Menschen auf der
süd-philippinischen Insel Mindanao im November 2009, 32 von ihnen waren Journalisten. Das grausame Misshandeln und Töten von philippinischen Studenten durch wieder andere Studenten mag dem primitiven Wunsch entstammen über andere Menschen Macht zu besitzen, motiviert von einem sadistischen, kulturellen Hass-Ritus. Es imitiert eine primitive Stammesinitiation und eine angsterfüllte Sklavenmentalität der Opfer, sowie eine unangebrachte Loyalität zum Stamm oder     zum Prinzip Brüderlichkeit.

Gewalt und sexueller Missbrauch von Kindern ist vermutlich am schwersten nachzuvollziehen. Und doch kann Begierde und eine problematische Kindheit, geprägt von Missbrauch, den Anfang eines Kreislaufs von weiterem Missbrauch bedeuten. Was noch unverständlicher ist, ist die emotionale Gewalt und der Schmerz der Ungerechtigkeit unter denen diese Kinder leiden müssen, wenn ihnen  Gerechtigkeit von korrupten Staatsanwälten und Richtern verwehrt wird, die stattdessen Vergewaltiger begünstigen.

Die schreckliche Gewalt, die sich in den Massakern, den Verstümmelungen, den Vergewaltigungen und den sexuellen Missbrauchsfällen wiederfindet, ist verschrien als bestialisch, animalisch und unmenschlich. Doch Tiere missbrauchen ihren Nachwuchs nicht sexuell und sie begehen keine abscheulichen Taten; sie handeln aus Überlebensinstinkt. Menschen sind auch Tiere; unsere DNA ist zu 98 bis 99 Prozent identisch mit der DNA von Affen und doch sind wir eine sehr verschiedene Spezies. Wir besitzen große Gehirne, Intelligenz, Kultur, Vernunft, Persönlichkeit, Sprache, freien Willen und ein Bewusstsein für Richtig und Falsch. Menschen haben universelle Rechte, eine Seele und die Fähigkeit andere Menschen ohne eigennützige Motive zu lieben. Der Mensch ist in der Lage eine Macht des Guten zu akzeptieren, die größer ist als er selbst und er kann sich Konzepte der Ewigkeit vorstellen, die andere Spezies, soweit wir es wissen, nicht entwickeln.

Aber trotz dieser fantastischen Eigenschaften, die dem Menschen helfen können und sollten in friedlichen und Gewaltlosigkeit respektierenden Beziehungen zu leben und zu handeln, überdauert gewalttätiges Verhalten die überlebensnotwendige Bedürfnisse anderer Menschen.

Aggression und Konflikt ist ein der menschlichen Natur innewohnender Teil, der von unserem primitiven Evolutionsursprung abstammt. Viele von uns streben danach, “vollkommen menschlich³ zu sein, aber es ist zu viel erwartet, dass unsere Spezies diesen erhabenen Zustand, in dem Vernunft, moralische Gewissenhaftigkeit, Gewaltlosigkeit und spirituelle Werte vorherrschen, erreicht. Es gibt nur einige wenige Gesellschaften, die abgesehen von seltenen Vorfällen, grundsätzlich nicht aggressiv und nicht gewalttätig sind und hohe Standards in Hinsicht auf soziale Gerechtigkeit und Respekt für Menschenrechte und die menschliche Würde besitzen. Dieser Schritt der menschlichen Evolution hin zu einer friedliebenden Gesellschaft bleibt jedoch dem größten Teil der Menschheit vorenthalten.

Alle der oben genannten positiven Attribute in einer nachhaltigen Art und Weise zu vereinen, kann der Weg sein eine gewaltfreie und friedliche Gesellschaft zu erreichen. Viele Menschen hatten nie die Möglichkeit, vollkommen menschlich zu sein und diese Attribute in sich aufzunehmen, aufgrund eines Mangels an Wohlstand, Möglichkeiten, Bildung und positiven Lebenserfahrungen in Hinsicht auf Respekt und Liebe, insbesondere in ihrer Kindheit. Hier sind die Wurzeln der Gewalt zu finden, die wir tagtäglich sehen. Die häusliche Gewalt zwischen Eltern und gegenüber Kindern kann der Ursprung von Gewalt in der Gesellschaft sein. Deshalb ist das Verbot von körperlichen Strafen für Kinder so wichtig.Gewalt im Haus ist auch die Wurzel der Gewalt in unserer Gesellschaft und Gewalt in der Gesellschaft findet ihr Echo in den Heimen der Menschen. Die Medien beschleunigen diesen Kreislauf durch das Verherrlichen von Gewalt und ebenso gestaltet die Spielindustrie interaktives Töten in Computerspielen als blutige Unterhaltung.Jeder von uns, der nach einer spirituellen Erfahrung im Leben in einer friedlichen Gemeinschaft sucht, muss dafür arbeiten, diese höheren Werte als Ganzes in die Familie, die Gemeinschaft und die Gesellschaft einzuimpfen. Wie sonst kann es Frieden und Gewaltlosigkeit geben? Wir müssen aktiv die spirituellen Werte von Freundschaft und uneigennützigen Diensten leben und sie mit unseren Mitmenschen teilen.

 

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