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Geschichten und Statistiken von Kindern hinter Gittern

March 10, 2017 · 

Geschichten und Statistiken von Kindern hinter Gittern
Pater Shay Cullen
17. February 2017

Der Philippinische Kongress debattiert über eine Herabsetzung des Schuldfähigkeitsalters bei Kindern von 15 Jahre auf 9 Jahre. Diejenigen, welche für solch eine Änderung des Gesetzes werben, sind der Meinung, dass Kinder Kriminelle sind und von Gangs benutzt werden, da sie nicht strafrechtlich verfolgt werden können. Das entspricht nicht der Wahrheit. Die Polizei sollte die Drogenbosse verfolgen und nicht Kinder. Es kommt mir so vor, als wären die führenden Köpfe der Kriminalität immun und unantastbar, während Kinder verhaftet werden.

Die Befürworter des neuen Gesetzes behaupten, dass tausende Kinder mit kriminellen Taten und dem Drogenhandel in Verbindung gebracht werden können. Dies stimmt nicht, und kann anhand der unten aufgeführten Statistik von Reuter bewiesen werden. Nur sehr wenige Kinder sind in solche Straftaten verwickelt.

Wenn das Gesetz verabschiedet wird, werden kleine Kinder im Alter von 9 Jahren demnächst im Gefängnis landen oder erschossen werden, da sie als Tatverdächtige gelten. Während einer Recherche des Jugend- und Sozialamts im Jahr 2016 besuchten sie einige Arrestanstalten und interviewten Kinder. Dabei erfuhren sie, dass viele unter Misshandlungen und Folter litten. .

Eric ist ein 11-jähriges Straßenkind. Er sieht aus wie sechs. Er ist unterernährt und unterentwickelt, wie tausende andere Kinder welche in Armut in Slums oder in den Straßen von Manila leben. Der Reichtum liegt in den Händen einiger Weniger.

Sein Bildungslevel liegt bei Null und er hat Schwierigkeiten seinen Namen zu schreiben. Er hat keine Straftat begangen, aber ist von Zuhause abgehauen, da sein Stiefvater ihn geschlagen hat. Er wurde von Straßenbeamten aufgesammelt und in eine Arrestanstalt gebracht. Dort passierten schlimme Dinge mit ihm. Er wurde wie ein Krimineller behandelt und zusammen mit anderen Kindern eingesperrt.

Sie hatten nur die nackte Zelle. Keine Bildung, keine Bilder – nur die nackte Wand, ihre Langeweile und die Angst vor Bestrafung. Es gab keine Betten und er schlief auf einer Holzbank oder auf dem Boden. Es gab keinen Spielplatz, und es war ihnen nicht erlaubt raus, ins Sonnenlicht zu gehen. Erlaubt wurde ihnen nur, die Hand durch die Gitterstäbe in die Sonne zu strecken. Es gab keine Bücher, Comics, Pupen, Lernmaterial oder TV. Abgeschnitten von der Freiheit die sie liebten, hatten sie nur ihre Langeweile und ihren Arrest.

Eric teilte sich einen Teller mit sechs weiteren Kindern. Sie bekamen nie genug und waren ständig hungrig. Es gab nur Reis und eine Löffel Gemüse. Die Toilette war verstopft und es Stank fürchterlich. Die Kinder versuchten sie zu reparierten und scheiterten. Es gab keine Dusche und sie wuschen sich einmal wöchentlich mit einem kleinen Stück Seife. Besuch von Angehörigen durften sie nur einmal wöchentlich empfangen. Erics Mutter brachte ihm ein frisches T-Shirt und eine Shorts.

Eric und die Anderen wurden fürchterlich von einer Hautkrankheit, Krätze, gepeinigt und bekamen keine Medizin. Wenn er oder die Anderen eine Regel brachen, wurden sie bestraft. Sie mussten die Gitterstäbe der Zelle nach oben klettern und wurden dort für Stunden festgebunden. Ihre Hände und Füße schmerzten vom Herabhängen in der gekrümmten Position. Es war mehr als eine Strafe, es war Folter.

Ein 14 jähriger Junge, Evert, wurde in eine andere Arrestanstalt verlegt. Eingesperrt mit älteren Jungs, wurde er direkt attackiert und verschlagen. Er hatte Angst und wurde von einem älteren Jungen, der Boss der Zelle, unterdrückt. Er und die anderen kleineren Kinder mussten ihm gehorchen und alles tun was der „Boss” wollte. Sie waren Zellensklaven. Sie mussten die Älteren massieren und mit den anderen Kindern kämpfen. Die Boxkämpfe wurden in drei Runden ausgetragen und die Aufseher genossen sie wie Hahnenkämpfe. Er schlief auf dem Boden. Das Essen war gut und die Toiletten sauber. Tätowiert hatte er das Zeichen einer kriminellen Gang. Die Zellen sind Hochschulen für Kriminelle.

Ein anderer Junge, Jake, wurde mit 15 Jahren von Stadtbeamten verhaftet und wegen Diebstahls angeklagt. Im Arrestzentrum wurde er gefoltert und mit elektrischen Schlägen bestraft. Er schrie vor Schmerzen. Danach wurde er in eine andere Anstalt verlegt und hinter Gitter gesperrt. Es gab keinen Prozess, der klarstellte, ob er schuldig oder unschuldig war.

Ben, ein 8 jähriger Junge, wurde zusammen mit älteren Kindern eingesperrt. Er erfuhr die Selben Mobbing- und Bestrafungsmethoden. Des Weiteren berichtete er, dass er nachts sexuelle Taten an den Älteren vollbringen musste.

Dies sind die momentanen Ungerechtigkeiten, Härteleistungen und Menschenrechtsverletzungen gegenüber Minderjährigen allen Alters. Sie werden in 17 unterschiedlichen Arrestanstalten in Metro Manila festgehalten. Auch in anderen Städten gibt es solche Zentren. Einige sind besser als Andere.

Das Jungend- und Sozialamt spricht sich stark gegen das neue Gesetz, die Strafmündigkeit von Kinder herunterzusetzen, aus. Es sollte bei 15 Jahren bleiben und darf nie unter 12 Jahre sinken. Ansonsten werden die Arrestanstalten mit mehr kleinen Kindern gefüllt, welche für Straftaten schuldiggesprochen werden. Zurzeit werden sie ohne Prozess eingesperrt.

Viele Filipinos bleiben still oder sind einfach Ignorant. Sie wollen nicht wahrhaben, was mit kleinen Kindern im Alter von neun Jahren passieren wird, wenn sie als Kriminelle behandelt werden. Jeder Schulhofstreit, jedes Mobbing oder alle Süßigkeitendiebstähle werden dann als Straftat angesehen, Schüler werden gebrandmarkt und mit einem Delikt belastet. Sie bekommen einen Eintrag in ihr Führungszeugnis, und noch bevor sie ihren Abschluss haben, wird ihr Leben ruiniert sein.

Dies ist der Bericht von Reuters, „Zwischen den Jahren 2011 und 2016 wurden landesweit, laut PDEA, 956 Kinder, im Alter von 6 bis 17 Jahren, von illegalen Drogengeschäften, gerettet.” Die Meisten wurden mit Marijuana oder Crystal Meth, einer sehr süchtig machenden Droge, die auch Shabu genannt wird, erwischt. Sie wurden an das „Department of Social Welfare and Development (DSWD) übergeben. Von diesen 956 Kindern, waren nur 80 unter 15 Jahre alt.

Ein anderer Paragraph besagt: “Die Statistiken der Polizei und der PDEA scheinen der Champagne, dass viele kleine Kinder in den Drogenhandel verstrickt sind, von Präsident Duterte, zu widersprechen.”

Laut Polizeistatistiken waren unter den 800000 Drogenabhängigen und Dealern, welche sich bis zum 30. November bei den Behörden registriert hatten, 24000 Minderjährige. Aber weniger als 2% dieser Minderjährigen, circa 400 Kinder, hat mit Drogen gehandelt. Nur 12% (2815 Kinder) waren jünger als 15 Jahre. Die Meisten der 24000 Minderjährigen wurden als Drogenabhängige aufgelistet.

Die Zahl der Todesopfer im Drogenkrieg, beinhaltet mindestens 29 Minderjährige, welche von nicht identifizierbaren Waffenmännern, oder unabsichtlich bei Polizeieinsätzen, zwischen Juli und November 2016 getötet wurden. Diese Zahlen stammen vom Kinderrechts und Entwicklungszentrum (CLRDC) und „Netzwerk gegen das Töten auf den Philippinen”. Beide Lobbygruppen haben ihren Sitz in Manila.

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