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Freiheit für den Menschen

August 1, 2017 · 

Freiheit für den Menschen
Pater Shay Cullen

Der Wunsch und die Sehnsucht nach Freiheit ist wahrscheinlich das stärkste Verlangen einer jeden Person. Jedes Lebewesen strebt nach Freiheit. Vögel möchten frei sein um zu fliegen, Wildtiere um durch die Länder streifen zu können, Affen um von Baum zu Baum zu springen und Fische um im Meer schwimmen zu können.

Menschen möchten ohne Ketten, Bodyguards oder Angst durch die Welt gehen. Meinungs- und politische Freiheit sind eine der wichtigsten Güter für uns Menschen.
Was genau macht uns menschlich? Das frage ich häufig die Praktikanten und Studenten, die aus aller Welt kommen.

„Erzählt mir in wenigen Worten, was uns von anderen Lebewesen unterscheidet und uns somit einzigartig und menschlich macht.“ Ich frage das, um den Fokus darauf zu legen, wer wir sind. Ich war verwundert als mich peinliche Stille traf – was glauben Sie macht uns menschlich?

Die Mädchen im Preda home for girls sind schnell mit ihren Antworten auf diese Frage. Dieses Wissen inspiriert und gibt ihnen das nötige Selbstvertrauen stark, mutig und couragiert ihren grauenvollen Erlebnissen ins Gesicht zu blicken – Vergewaltigung und Missbrauch.

Kindern wird nur der Wert zugeschrieben den ihnen eine Gesellschaft gibt. Durch den sexuellen und physischen Missbrauch wurden ihnen ihre Rechte und Würde aberkannt als wenn sie keine vollwertigen Menschen wären. Oftmals wird vergessen, dass Kinder auch Rechte haben, besonders dann wenn sie arme, verhungerte, kranke und vernachlässigte Straßenkinder sind. Deshalb bleiben viele Kinder hungrig, ungebildet und sterben bevor sie das 10. Lebensjahr erreicht haben.

Auf den Philippinen hat das Justizministerium die willkürliche Tötung von Kindern gerechtfertigt in dem sie behauptet haben, dass die Kinder unmenschlich seien. Deshalb sei es kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ich frage mich ob das Argument vor dem internationalen Gerichtshof ebenfalls zählen würde.

Diese fragwürdige Denkweise scheint in einem katholischem Land bestand zu haben, das seine christliche Nächstenliebe verloren zu haben scheint. Erzbischof Socrates Villegas sagt, dass viele philippinische Katholiken nach außen hin gerne zeigen, dass sie dem katholischen Glauben angehören, jedoch die Hingabe nur oberflächlich ist.

Der Aussage, dass die Filipinos sich zwar ihrem Glauben bekennen jedoch zustimmen, dass Drogenabhängige erschossen werden sollten und zudem die Korruption der Regierung akzeptieren, ist zu entnehmen, dass der Erzbischof anzweifelt wie katholisch die Bevölkerung tatsächlich ist.

Die Anschuldigungen des Bischofs werden online von tausenden Menschen kritisiert. Er reagierte, indem er die Ambiguität der Gesellschaft auftat. Wenn die Bischöfe sich äußern, sollen sie still sein. Wenn die Bischöfe anderer Meinung sind, fordert die Gesellschaft, dass sie verstummen. Wenn sie sich für das Leben einsetzen, fordert die

Bevölkerung den Tod der Bischöfe. Traurigerweise wissen nicht alle Bischöfe was es heißt menschlich zu sein.
Viele Bischöfe haben zu lange geschwiegen und sind verstummt. Angst ist eine starke Waffe, um Menschen einzuschüchtern. Aber Kinder finden den Mut sich zu äußern, auch in lebensbedrohlichen Situationen. Wenn sie Freiheit, Sicherheit und Unterstützung erfahren, setzten sie sich für Gerechtigkeit und die Wahrheit ein. Vor allem, wenn sie selbst Opfer von Ungerechtigkeit, Gewalt und Missbrauch sind.

Anna Darling, 15 Jahre alt, wurde ihre Kindheit von einem Pädophilen genommen. Mit Zustimmung ihrer Mutter, hat er sie zu seiner Sklavin gemacht und ihr gedroht sie zu töten, wenn sie es jemandem erzählen würde. Die Angst hat sie verstummen lassen. Sie hatte keinen Ort oder Niemanden an den sie sich hätte wenden können. Der Schmerz wurde unerträglich und Anna hat sich einer Frau anvertraut, die ihr geglaubt hat.

Das Mädchen wurde aus ihrer Situation befreit. Anna kam in das Preda Girls Home, zu 42 anderen Mädchen und nach Monaten der Therapie hat ihre seelische Heilung begonnen. Nun war sie bereit ihre Aussage gegen ihren Peiniger zu machen.

Anna Darling hat ihre Menschenrechte und Würde zurückerlangt. Sie hat ihre Angst überwunden. Außerdem hat sie gelernt, dass Menschlichkeit auf Rationalität, Denken, Wissen und einem freien Willen beruht. Als Mensch hat man die einzigartige Fähigkeit zu kommunizieren und zu lieben. Anna Darling hat alle fünf Attribute der Menschlichkeit genutzt, um sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Was für ein starkes Mädchen!

Wenn wir alle, rational-kritisch und aktiv denken, richtig über falsch wählen, gut über böse wählen, kommunizieren und lieben würden, würden wir in einer ganz anderen Welt leben.

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