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Die verlorene Ehre der aufrechten Hilfe

September 5, 2013 · 

geschrieben von Pater Shay Cullen, erschienen am 1. September 2013
übersetzt von Felix Bröckling

 

In der letzten Zeit wird der gute Name von Nicht Regierung Organisationen (NROs), kirchlichen Wohlfahrts- und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen durch die Machenschaften korrupter Politiker diskreditiert. Diese haben, wie kürzlich aufgedeckt wurde, über Jahre hinweg eigenen schein-NROs als genutzt, um aus öffentlichem Budget abgezweigte Gelder zu waschen, die eigentlich für Armutsbekämpfung und Infrastrukturprojekte bestimmt war.

-Auf den Philippinen hat nämlich jeder Abgeordnete ein festes Budget für derartige Projekte, die sie entweder selbst realisieren oder bei deren Durchführung sie NROs finanziell unterstützen sollen. Um sich dieses Geld aber in die eigene Tasche stecken zu können, wird auf dem Papier eine NRO gegründet, mit Projekten betraut und ausbezahlt. Da es diese Projekte in Wirklichkeit nicht gibt können die Politiker und ihre Spießgesellen das Geld in aller Ruhe unter sich aufteilen und immer neue Villen und Yachten damit bezahlen. Da es für die Zulassung und Akkreditierung einer NRO bloß ihrer eigenen Unterschrift oder derjenigen eines befreundeten oder ebenfalls involvierten Politikers bedarf, kann das ganze sehr unauffällig über die Bühne gehen. (Anmerkung des Übersetzers)-

Was die Philippin@s daran besonders aufregt und zum Protest bewegt ist die maßlose Gier der Politiker, die bereits Multimillionäre wenn nicht gar Milliardäre sind. Ihre Raffsucht hat sie fest im Griff und zieht unsägliches Elend nach sich. Der „Marsch der Millionen“, der letzten Montag im Luneta Park stattfand, prangert diesen „Marsch der Millionen Peso“ auf die Konten der Politiker und ihrer Kumpane an und fordert ein Ende der bestehenden Etatpolitik, dem sogenannten „Pork Barrel“ System.

Dass die Medien nun aber NROs allgemein nur als Instrument korrupter Geldwäscher darstellen wirft die vielen tausend ehrlichen Organisationen mit den wenigen kriminellen in einen Topf. Wir müssen jetzt für diese aufrechten Verteidiger der Menschenrechte einstehen und unsere Stimme erheben. Die unzähligen Sozialarbeiter, Priester und Helden der Zivilgesellschaft brauchen nun unsere Unterstützung. Sie, die ihr Leben riskieren um den armen und ausgebeuteten, missbrauchten und marginalisierten Menschen zu helfen. Vor allem müssen die Medien ihre Verantwortung und die Macht des Wortes erkennen und angemessene Bezeichnungen für diese falschen NROs finden, um diese explizit von den Ehrlichen abzugrenzen und sie nicht weiterhin durch Pauschalisierung implizit mit Verbrechern gleichzusetzen.

Wegen derart krimineller Vorgänge hat die PREDA-Stiftung , in den 38 Jahren ihrer Arbeit für ausgebeutete, verarmte und missbrauchte Kinder und Frauen und die indigene Bevölkerung, niemals Geld von Politikern oder der Wirtschaft angenommen. stattdessen haben wir Transparenz eingefordert was uns Feindschaft und Drohungen einbrachte und beinahe die Schließung des Zentrums und meine Abschiebung nach sich gezogen hätte. PREDA verlässt sich auf Partner, die prüfbar und genau buchführen. Hilfsorganisationen des globalen Südens sollten ebenfalls für ihre Partner in dieser Hinsicht transparent sein, es muss ersichtlich sein wo das Geld hinfließt und welchen Effekt es erzielt.

Hier ist die Geschichte eines Kindes, eines von hunderten, denen PREDA in den letzten Jahren geholfen hat und auch andere Organisationen vollbringen ähnliches. Diane war 14 als ihr Vater, Polizist und wahrscheinlich von den würdelosen Vergnügungen der Sextouristen beeinflusst, damit begann sie zu missbrauchen und fortan für zwei Jahre als Sexsklavin hielt. Das Kind suchte Hilfe bei verwandten, diese jedoch weigerten sich ihr zu helfen ihrem Vater zu entkommen. Dieses familiäre zusammenhalten, selbst im Angesicht derartiger Gräueltaten, trägt massiv zum Fortbestehen von Missbrauch bei, da es ein Klima der Straflosigkeit schafft. Diane wandte sich verzweifelt an ihre Lehrer und staatliche Sozialarbeiter in Valenzuela im Norden von Metro Manila, diese wiederum fragten bei PREDA nach Schutz und juristischer sowie therapeutischer Hilfe für Diane. Wäre dies nicht passiert hätte der missbrauch wahrscheinlich noch Jahre weitergehen können wenn er Diane nicht irgendwann in den Selbstmord getrieben hätte. Dies ist nur ein fall unter tausenden. Trotz der Gefahr, die vom aggressiven und gewalttätigen Vergewaltiger ausging halfen die PREDA -Sozialarbeiter ihr zu entkommen. Im Zentrum konnte sie Trauma, Schock und Depression überwinden und fand trotz des Widerstandes ihrer Mutter und der Familie den Mut, ihren Vater vor Gericht zu bringen. Richterin Nancy Rivas-Palmones vom Familiengericht Valenzuela verurteilte ihn vor kurzem zu lebenslanger Haft.

Auch diese positiven Geschichten gibt es und die vielen guten NROs retten hunderttausende von Kindern vor Missbrauch und Hunger, wo Politiker versagen. Ganz abgesehen von ihren krummen Geschäften mit dem Geld das diesen Menschen zusteht. Lasst Wahrheit und Offenheit unsere Flaggschiffe sein, wenn wir für diese guten NROs einstehen. Sie mögen nicht perfekt sein, sind aber wenigstens auch nicht korrupt. Sie haben sich dem Kampf für Menschenrechte verschrieben und verdienen unsere Unterstützung.

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