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Die Nachricht von Papst Franziskus an die Filipinos

January 13, 2015 · 

von Pater Shay Cullen

Der Besuch von Papst Franziskus am 15. Januar 2015 wird auf den Philippinen mit großer Freude erwartet und darüber, was seine Nachricht an das katholischste Land in Asien ist, wird viel spekuliert.

Selbstverständlich werden Millionen Menschen versuchen ihn zu treffen und einen Segen zu erhalten. Die meisten von ihnen sind sehr arm und werden dafür beten, dass seine spirituelle Aura und große Berühmtheit Einfluss auf Tugendhaftigkeit, gute familiäre Werte, Respekt für die Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit auf den Philippinen nimmt.

Obwohl dies das einzige Land in Asien ist, das zu 80% katholisch ist, ist es für viele eine Version des Katholizismus, die zu oft im Widerspruch mit der Botschaft des Evangeliums von Mitgefühl, Respekt und aufopferndem Dienst an Armen und Unterdrückten ist.

Katholische Schulen und Universitäten blühen auf, sie bringen die gebildete Mittelklasse und die regierende Elite hervor, von denen viele treue Kirchgänger und gute Katholiken sind, im Sinne davon, dass sie die Lehren der Kirche ohne Fragen akzeptieren und an den Ritualen der Kirche teilnehmen. Doch das Bewusstsein und der Einsatz um für soziale Gerechtigkeit zu handeln, ist auf Wenige begrenzt.

Es geht mehr um eine kulturelle Glaubenstradition als um eine aktive Kraft, die für eine ehrliche Gesellschaft arbeitet. Die Absolventen werden davon angezogen der Elite und reichen Unternehmen zu dienen. Sie tendieren dazu, auf den Himmel zu achten und nicht dazu, die soziale Ungerechtigkeit, das grausame Leiden und die Armut auf Erden zu sehen.

Die Katholiken, die sich für Werke der Gnade engagieren, sich um die Armen und Hungrigen kümmern, in humanitären Organisationen arbeiten, um den Armen zu helfen, Ungerechtigkeit und ökonomische Ungleichheit ansprechen und die Gesellschaft ändern, sind viel zu wenige.

Insgesamt sind die meisten erwachsenen, katholischen Filipinos traditionell und führen gute, tugendhafte Leben, in denen sie oft in die Kirche gehen. Sie sind nicht dazu bemächtigt Jesus aus Nazareth nachzuahmen. Sie wurden spirituell trainiert, fügsamer und unterwürfig zu sein, statt für den Glauben in Jesus aus Nazareth zu brennen. Sie wurden nicht von ihrem Glauben inspiriert, die niederschmetternde Ungerechtigkeit und Korruption zu hinterfragen und zu ändern, die 100 Millionen Arme von 1% der Bevölkerung dominiert werden lassen.

Dieses eine Prozent besteht aus Billionären und Millionären, die regierende Elite. Sie beherrschen den Kongress, die Verwaltung, das Militär, die Polizei und das Rechtssystem. Auch Regierungsabteilungen, voll gepackt mit ihren Verwandten und Kumpanen, tanzen nach ihrer Pfeife. Sie verabschieden Gesetze, um ihren gestohlenen Reichtum, ihre Privilegien und Berechtigungen zu beschützen, sie wirken all ihren Gegnern und Kritikern entgegen und bringen diese zum schweigen. Bei diesen Tatsachen braucht man sich nicht zu wundern, dass die Philippinen den längsten kommunistischen Guerillakrieg in Asien haben. Ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben, ohne Frieden kann es keinen Erfolg für jeden Menschen geben.

Als der Kardinal Erzbischof Jaime Sin im Jahre 1986 die Gläubigen dazu aufrief, sich aktiv für Menschenrechte und Gerechtigkeit zu zeigen und auf die Straßen zu gehen, um sich dem Diktator Ferdinand Marcos entgegenzusetzen und das Militär zu herauszufordern, hatte der philippinische Katholizismus einen leuchtenden Moment. Aber kurz darauf verblasste er auch wieder, ein derartiges soziales und politisches Engagement wurde von dem Vatikan kritisiert und entmutigt.

Heutzutage gibt es solche, die sich als „gute Katholiken“ ausgeben und in Kirchen gesehen werden, aber trotzdem weltliche Macht und Geld verfolgen, angetrieben von politischem Ehrgeiz und dem Wunsch nach wirtschaftlicher Dominanz, den Schwachen und Armen trotzen und diese nur als billige Arbeiter sehen. Dies sind die Schleimer der regierenden Elite, die von Jesus verdammt wurde.

Es ist erstaunlich, dass eine Nation von 100 Millionen Menschen nur von dem geringsten Anteil besessen werden kann und dass diese Wenigen über 70% des Reichtums, Landes, Besitzes und der Produktionsmittel kontrollieren. Die, obwohl es so wenige sind, haben derartige Macht und sind der Grund für die Armut und den Missbrauch der Menschenrechte von so vielen.

Diese reichen und korrupten Menschen werden versuchen dem Papst so nah wie möglich zu kommen, sie hoffen, dass ihre Nähe zu so einem berühmten und heiligen Mann, den Wählern zeigt, dass sie trotz ihrer bösen Taten anerkannte und gesegnete Menschen sind. Ich hoffe, dass keiner dieser korrupten Politiker einen Sitz an dem Tisch zusammen mit Papst Franziskus bekommt.

Papst Franziskus hat diesen Namen im Geiste des Heiligen Franziskus ausgesucht. Als seine Wahl verkündet wurde, umarmte ihn Kardinal Claudio Hummes und flüsterte in sein Ohr: „Vergiss die Armen nicht“. Er war bestimmt ihre Gleichheit und Menschenrechte zu verfechten und die soziale Lehre der Kirche in eine lebendige, praktische Wirklichkeit auf der ganzen Welt zu verwandeln. Vor Kurzem musste er die Kardinäle in der Kurie für ihre 15 „Krankheiten“ schimpfen, die die Lehren und Praktiken der Evangelien zurückhalten.

Menschenrechte und die Rechte von Kindern und Frauen werden mit Sicherheit der Mittelpunkt seiner Nachricht sein. In dieser Nation von 100 Millionen Menschen, 5 Millionen Kinder sind versklavt in eine Art von Kinderarbeit, größtenteils landwirtschaftlich und Arbeit um in einem Slum zu überleben. Aber 100 000 werden in Sexsklaverei verkauft, was, wie Franziskus vor einigen Wochen bestätigte, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.

Die Nachricht von Papst Franziskus wird wahrscheinlich die großen Disparitäten zwischen den Armen und Reichen ansprechen. Vielleicht wird er sich gegen die Death suqads (Todeseinheiten) aussprechen, die Priester, Kirchenmitarbeiter und Kinder töten, ohne dafür bestraft zu werden. Er ist der Papst der Armen und der Unterdrückten, er ist der lang erwartete Mann Gottes, der die eigensinnigen Kirchenführer aus der Teilnahmslosigkeit und Arroganz herausführen wird, sie lehrt die korrupten Wege zurückzuweisen und ihnen die Liebe der Evangelien einflößt.

Dies ist genau die Botschaft für die Jesus gestorben ist. Wir können uns alle von ihm und Papst Franziskus inspirieren lassen, die Wahrheit auszusprechen, sich korrupten Regierungen zu widersetzen und dafür zu arbeiten, die Armen aus der Armut zu entlassen, indem wir ein gutes Vorbild sind.

shaycullen@preda.org

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