Preda Deutsch Website

Die mutigen Kinder

October 20, 2017 · 

Die mutigen Kinder

Wer behauptet, das Leben eines Kindes sei für immer zerstört, nachdem es jegliche Art von Missbrauch erleiden musste? Ja, sie sind verletzt und wenn ihrem Leid weder Aufarbeitung noch Justiz zugutekommt, verbringen sie ihr Leben unter schwerster Last. Ihr Leben wird friedvoller und glücklicher sein, wenn der Schmerz von ihnen genommen wird. Das ist der Gewinn der Emotional Release Therapy, die den missbrauchten Kindern in den Preda Einrichtungen hilft.

Jene, die Aufmerksamkeit und Fürsorge durch Preda erhalten, werden bestärkt und überwinden Wut und Schmerz. Sie fordern Gerechtigkeit und sorgen dafür, dass die Auslöser ihres Schmerzes gefasst und verurteilt werden. Die Opfer, die um ihr Überleben kämpfen mussten, stehen robust und stark für sich ein und bezeugen die Tat im Gerichtssaal. Dabei hilft Preda durch Bestärkung und mit der Therapie, in welcher die Kinder ihren Emotionen freien Lauf lassen können. Das ist die inspirierende Geschichte der mutigen Charisa.

Sie war erst zehn Jahre alt, als sie eines Tages im Januar 2017 im Fluss badete und Ise Agayaoy, ein erwachsener Nachbar von ihr, sie in sein Haus einlud, um mit ihm zu essen. Nachdem sie dieser Einladung gefolgt war, wurde sie von ihm in einen kleinen Raum seines Hauses gebracht. Dort schupste er sie auf den ausliegenden Bambus und begann, sie mit seinen Finger sexuell zu missbrauchen. Sie wehrte sich und befreite sich ausseinem Griff, zog ihre Shorts hoch und schaffte es, dem Haus zu entfliehen.

Julie, eine Nachbarin, sah, dass sie blutete und informierte Charisas Mutter um sie anschließend ins Krankenhaus zu bringen. Charisa wurde zwei Tage im Krankenhaus aufgenommen, um sich zu erholen und wurde am 6. Januar 2017 zur Obhut in das Preda Home for Girls gebracht. Charisa war traumatisiert und benötigte Hilfe in Form von Unterstützung und regelmäßiger Therapie. Ein wichtiger Faktor des Vorgehens war der räumliche Abstand zwischen Opfer und Täter.

Nach wenigen Wochen begann Charisa, sich zu erholen und ihr Selbstbewusstsein wieder zu erlangen. Nachdem sie ihre Wut und ihren Schmerz regelmäßig in der Emotional Release Therapy zum Ausdruck bringen konnte, hatte sie den Mut, mit Rat und Unterstützung durch das Preda-Team, ihren Vergewaltiger vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen.

Tapfer sagte sie aus und unterschrieb ihre Anklageschrift im Mai 2017. Der Beschuldigte, von der Beweislast erdrückt, schaffte es nicht, sein offensichtliches Vergehen zu vertuschen. Daraufhin empfahl seine Verteidigerin, Bernadine S. Santos, die Vergewaltigung einzugestehen. Sofort tauchte Ise Agayaoy unter und die Richterin Christina Pizarro setzte einen Haftbefehl gegen ihn aus.

Am 5. September 2017 erfuhr eine Sozialarbeiterin von Preda über die für solche Fälle erschaffene, anonyme Hotline , dass der Beschuldigte zu seinem Haus zurückgekehrt ist. Sie kontaktierte umgehend die Polizei der Stadt Subic. Diese suchte ihm umgehend in seinem Haus auf, um ihn zu inhaftieren. Nachdem dies gelungen ist konnte die gestärkte Charisa nun vor Gericht gegen ihn aussagen. Im Preda Home konnte sie ihre schulische Laufbahn fortsetzen. Das ist ein weiterer Sieg der Gerechtigkeit, welcher dazu führt, dass mehr Kinder sicher vor Missbrauch sind.

Kommen wir zur Geschichte von Ceasar. Vor über einem Jahr brachte ein Sozialarbeiter Ceasar zum Home for Boys. Sein Körper war von Blutergüssen übersät, die von Schlägen seines Vaters und seines Großvaters stammen. Schläge erhielt er für jedes kleinste Vergehen zu Hause. Er war von Hause weggelaufen, traumatisiert von den Erwachsenen in seinem Leben, die ihm Liebe und Verständnis statt Schlägen hätten zukommen lassen sollen. Er lebte auf der Straße und ging nicht mehr zur Schule. Ein besorgter Nachbar meldete den Zustand dem örtlichen Sozialarbeiter.

Ceasar fühlte sich von seiner Familie zurückgewiesen. Bei Preda war er zunächst nervös, schüchtern und distanziert von den anderen Jungs. Langsam bemerkte er, dass er dort akzeptiert und verstanden wurde und vertraute den Predamitarbeitern und seinen Leidensgenossen mehr und mehr. Er nahm bei den meisten Unternehmungen teil und lernte, seine Gefühle vor anderen Menschen auszudrücken. Das half ihm bei der Überwindung seiner Angst und seiner Wut gegenüber seinen vernachlässigenden Verwandten. Er nahm an den außerschulischen Bildungsprojekten teil und liebte es, in dieser neunen akzeptierenden und unterstützenden Umgebung zu lernen. Er wurde in einer Grundschule im Ort Nagbayan angemeldet und lernte dort mit großen Interesse.

Die Sozialarbeiter luden seinen Vater ein, damit dieser an der Familientherapie teilnehmen konnte. Während der ersten Sitzung hatte er nichts Gutes über seinen Sohn zu sagen. In den folgenden Therapiesitzungen wurde darauf eingegangen, dass Kinder unschuldig geborgen werden und nur aufgrund von fehlender Liebe oder von Missbrauch anfangen, sich aufzulehnen. Man lehrte dem Vater zudem, die Verantwortung der Elternschaft und die Rechte des Kindes. Er realisierte, dass Ceasar zu oft zu kurz gekommen ist und war bereit, sein Verhalten zu ändern.

Kurz nach seinem Schulabschluss wurde Ceasar wieder in seine Familie integriert. Es war ein großer Erfolg, dass seine Familie ihn nun akzeptierte und bemerkte, dass die Problem nicht von Ceasar, sondern vielmehr von ihnen rühmten. Sie hatten den guten Willen, sich zu ändern und die glückliche Familie zu werden, die sich Ceasar gewünscht hat. Das ist ein weitere Erfolgsgeschichte unter vielen ähnlichen. Es gibt immer Hoffnung und Hilfe für jene, die sie brauchen. Wir können alle etwas dazu beitragen, unsere Familie liebender und fürsorglicher zu machen.

Von Father Shay Cullen

Copyright © 2017 · Preda Foundation, Inc. All Rights Reserved