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Die Methoden des Kriegsrechts

September 19, 2016 · 

Die Methoden des Kriegsrechts
Pater Shay Cullen

Als 1972 Ferdinand Marcos das Kriegsrecht ausrief, erschütterte eine hohe Zahl von Todesopfern die Philippinen, was die philippinische Gesellschaft erzittern ließ. Solch ein weit verbreitetes Töten von Filipinos durch standrechtliche Exekution wurde seit der japanischen Invasion, mit ihrer schlimmen Besetzung, nichtmehr gesehen. Sein Regime war durch Grausamkeiten wie brutale Tötungen, Folter, die Verbannung von Gegnern, Gefangenschaft und das Verschwinden von Tausenden markiert. Das Ausmaß der Plünderungen unter Marcos wurde nie vollständig geprüft, aber Schätzungen der Regierung zufolge, wurden Milliarden von Dollars ins Ausland geschafft.

Marcos hatte einen systematischen Einsatz beim Töten von Andersdenkenden, Oppositionellen, und jeder der seinen in Stein gemeißelten Regeln etwas entgegensetzte. Die Debatte, die in den letzten Wochen aufgekommen ist, handelt von der Entscheidung des neuen Präsidenten Rodrigo Duterte, der am 18. September den letzen Diktator in der „Heroes´ Cemetery” in Manila begraben lassen möchte. Präsident Dutertes Vater diente im Kabinett von Marcos. Das erlauben der Beerdigung war eines von Dutertes Wahlkampfversprechen.

Der oberste Gerichtshof, führt viele Verhöre durch, da Opfer des Kriegsrechts gegen die geplante Beisetzung Einspruch erheben. Sie begründen es damit, dass Marcos einer der schlimmsten Diktatoren der Geschichte und kein Held war. Der Körper des Verstorbenen, liegt einbalsamiert und konserviert zum ständigen betrachten in einem Glasmuseum in Batac, Illocos Norte.

Die Hoffnung des Marcos Clans ist, dass, durch die heldenhafte Beisetzung, die letzten 20 Jahre des Kriegsgesetzes entlastet werden, und der Clan wieder respektiert wird. Es wurde viel dafür getan, damit das „dunkle Kapitel”, mit dem Kriegsgesetz, nicht in Schulbücher oder Filmen aufgegriffen wird. Viele der jungen Generation kennen diesen Teil der philippinischen Geschichte gar nicht. Viele Jugendliche, die die Wahrheit nicht kennen, denken, dass er ein guter Präsident war. In den neusten Wahlen wurde Marcos Sohn, Ferdinand Marcos Jr., beinahe zum Vizepräsident gewählt. Kurze Erinnerungen können langes Leiden bringen.

Eine Online Petition, die über 30 000 Unterschriften bekam, kämpft für das Statement: „Das Beerdigen von Ferdinand Marcos neben den nationalen Helden, welche für unsere Freiheit gekämpft haben, ist eine Beleidigung für alle gefolterten und getöteten Personen während seiner Amtszeit.”

Die Beisetzung wird die falsche Nachricht, dass die, die schlimmes tun, später immer noch als Helden begraben und gefeiert werden können, an die junge und nächste Generation senden. Das Übertünchen einer dunklen Vergangenheit ist das Verschleiern der bitteren Wahrheit.

Als der oberste Richter Ma. Lourdes Sereno einen Brief an den Präsidenten verfasste, indem er sagte, dass verdächtige korrupte Richter dem Obersten Gerichtshof unterliegen und nicht der Exekutive, bekam er als Antwort von Präsident Rodrigo Duterte zu hören: „Bitte weisen sie mich nicht zurecht. Ich bin kein Dummkopf. Wenn sie weiterhin versuchen sollten mich zu stoppen, werde ich vielleicht meine Gelassenheit verlieren. Oder wäre ihnen lieber, dass ich das Kriegsrecht erkläre?”

Die Sprecherin Ernesto Abella versuchte die Unruhen schnell unter Kontrolle zu bekommen, indem sie versicherte, dass der Präsident kein Kriegsrecht ausrufen wollte. „ Es gibt keinen Grund sich über das Kriegsrecht Sorgen zu machen. Wie Präsident Duterte sagte, `Ich will bestimmte Dinge ändern, aber ohne einsetzen des Kriegsrechts´”

Letzte Woche erklärte Präsident Duterte, zum Erleichtern der Nation und des Aktienmarktes, dass er selbst das Kriegsrecht nicht ausrufen werde. In einer kürzlich gehaltenen Rede am Ninoy Aquino International Airport (NAIA), zur Begrüßung von Überseearbeitern, sagte er: „ Ich werde kein Marcos sein!” Er sagte weiter: „ Ich habe keine Absicht ein Diktator zu werden. Ich bin ein Anwalt. Sie sagen, ich wäre wie Marcos, dabei erledige ich nur meine Pflichten als Präsident.”

Auch meinte der Präsident kürzlich, dass der Tod von über 2000 Verdächtigen des Drogenmissbrauchs infolge seines „War-on-drugs” kein Genozid sei, wie das was in Syrien unter Assad passiert ist. In einer Rede zum nationalen Heldentag sagte er vor Regierungsvertretern, Kriegsversehrten und ausländischen Botschaftern: „ Genozid? Wen habe ich umgebracht? Ich habe kein einziges Kind getötet! Ich habe keine Bomben abgeworfen, wie Assad. Ich kämpfe…”

Der Kommentare, des UN Generalsekretärs Ban Ki Moon, verurteilen die Tötungen im Juni: „Ich verurteile unmissverständlich seine offensichtliche Bestätigung von außergerichtlichen Tötungen, welche illegal sind und einen Bruch der grundlegenden Rechte und Freiheit darstellen.”

Die UN Berichterstatterin zu standrechtlichen Exekutionen, Agnes Callamard, sagte vor über einem Monat: „ Forderungen den illegalen Drogenhandel zu bekämpfen, entlasten die Regierung nicht, von den internationalen legalen Verpflichtungen und schirmen keine staatlichen Akteure vor der Verantwortung des illegalen Tötens ab.”

Bischof Bacani von Novaliches, in Metro Manila, sagte kürzlich: „Die philippinische Begrüßung „Mabuhay” (langes Leben) wird nun vielleicht ersetzt durch „Mamatay” (die). Die Tötungen haben sich so gravierend ausgebreitet und ich denke, dass war nicht einmal während des zweiten Weltkriegs oder des Kriegsrechts der Fall, besonders weil sie nicht während Kriegszeiten sonder während Zeiten des Friedens passieren.”

Erzbischof Luis Antonio Cardinal Tagle gibt ein Statement das Filipinos dazu ermutigen soll, das Leben aller zu schützen, das ungeborene Kind vor Abtreibung, sowie die Opfer von außergerichtlichen Hinrichtungen. Wir müssen die Unantastbarkeit des Lebens beschützen und alles Töten verurteilen.

Der Kritikpunkt bei der Tötung von Verdächtigen ist, dass sie nur Verdächtige sind. Jeder kann durch eine Schulzuweisung verdächtig und somit getötet werden.

shaycullen@gmail.com

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