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Die Kriminalisierung von Kindern

July 21, 2017 · 

Die Kriminalisierung von Kindern
Pater Shay Cullen

Betritt man die Auffanglagern von Manila und anderen Orten auf den Philippinen blicken einem Gesichter von gelangweilten, verängstigten, unterernährten 10 bis 16 jährigen Jungen und Mädchen traurig und deprimiert durch eiserne Stäbe entgegen. Für die Kommunalverwaltung gelten diese Kinder als Gefangene. Aufgrund der Tatsache, dass die Kommunalverwaltung das Gesetz ignoriert, das besagt, dass Kinder die sich nicht an das Gesetz halten, sinnvolle Beschäftigung haben müssen, müssen diese Kinder ihre Strafe im Gefängnis absitzen.

Auf den Philippinen und anderen Kommunalverwaltungen wird die Rechtsstaatlichkeit nicht immer befolgt. Sie schicken die Kinder lieber ins Gefängnis anstatt ihnen ein angemessenes Zuhause zu bieten. Doch dies ist nicht das Ende von Strafe. Es ist der Beginn.

Unter schrecklichen Bedingungen, lässt man die Kinder in überfüllten Zellen an Hunger leiden. Teilweise werden sie von älteren Insassen missbraucht. Manchmal sogar von den Wachen selbst. Mädchen als auch Jungen, werden sexuell missbraucht, vergewaltigt und geschlagen.

Diese Art der Vernachlässigung entsteht durch eine korrupte Regierung, die kein Verständnis, Interesse oder Mitgefühl für die verarmten Straßenkinder hat. Die Kinder stehlen um zu überleben oder werden benutzt um Verbrechen zu begehen.

Das Gesetz auch bekannt als Regierungsgesetz 10630, welches durch das Jugendstrafrecht und das Fürsorgerecht RA 9344 erweitert wurde, besagt, dass jedes Kind unter 15 Jahren, das ein Verbrechen begeht, als ein vernachlässigtes Kind unter dem Präsidialdekret Nr.603 gilt. Das Kind soll, wie gesetzlich vorgeschrieben, in einer speziellen Einrichtung mit Jugendbetreuung einen Platz erhalten. Zudem sollen Kinder die mehr als drei Vergehen begangen haben auch als vernachlässigte Kinder erachtet werden und von sozialen Fürsorge und Entwicklungsbeamten bewacht werden. Das Gesetz erteilt denjenigen die Kinder ausnutzen die maximale Strafe.

Keines dieser Kinder in diesen Gefängnissen, die auch Jugendzentren oder Bahay Pagasa(ironisch: Haus der Hoffnung) genannt werden , wurden aufgrund eines Verbrechens verurteilt.
Das Gesetz soll erkennen, dass sie unter 15 Jahren nicht als angeblicher Verbrecher ins Gefängnis kommen dürfen. Das Gesetz besagt, dass auch wenn sie für etwas angeklagt werden in einem Zuhause sein sollen, egal welches Ausmaß dieses Verbrechen auch hatte.

Der Prozess, indem über die Änderung des Gesetzes diskutiert wurde ist bereits beendet. Das Alter ab dem Kinder wie Verbrecher behandelt werden sollen wurde auf 12 Jahre gesenkt obwohl einige für 9 Jahre stimmten. Dieser Umbruch wird durch Unicef, das „Juvenile Justice Welfare Council“ und viele andere NGOs und Psychologen herausgefordert werden.
Obwohl der Senat vermutlich klüger und erfahrener ist, hat er von selbst keine entsprechende Vorlage vorgeschlagen.
Nur einige kaltblütige Senatoren, die Kinder als Verbrecher ansehen, schlagen ein entsprechendes Gesetz vor.

Kinder hinter Gitter zu bringen anstatt ihnen ein angemessenes Zuhause zu bieten, so wie es derzeit praktiziert wird, schadet den Kindern. Es verletzt ihre Menschenrechte und führt zu lebenslangen Schäden.
Entwicklungspsychologin Dr.Liane Pena Alampay, Professorin am Department für Psychologie an der „Ateneo de Manila“ Universität sagt, dass „ dies dazu führt, dass Kinder sich selbst als Kriminelle sehen, und sie somit mit einem veränderten Bild von sich selbst aufwachsen,…Kinder hinter Gitter zu sperren, bringt sie auf eine lebenslange negative Bahn.“

Sollte es irgendeine Änderung am derzeitigen Gesetz geben, welches für viele auf den Philippinen und im internationalen Raum als ein gutes Gesetz gilt, dann sollte das Department of Social Welfare and Development (DSWD) die Agentur sein, die Heime für die Kinder bereitstellt und für deren Fürsorge verantwortlich ist. Das würde die Gebietsverwaltung aus der Verantwortung ziehen. Das Budget müsste wachsen, um das Management und die Administration der Heime, das Training des professionellen Personals, Therapeuten, Anwälte und Spezialisten bezahlen zu können.

Es sollten Vereinbarungen getroffen werden, in denen die Gebietsverwaltung überredet wird, eine legale Vereinbarung mit DSWD oder anderen kompetenten NGOs einzugehen, um ihnen die Verantwortung für die lokale Bahay Pagasa(Häuser der Hoffnung) zu übergeben. DSWD oder eine NGO könnte die Beschäftigung der Kinder und deren Unterkunft in existierenden Jugendzentren regeln und die Gebietsverwaltung könnte es finanzieren.

Die nationale Regierung sollte DSWD oder einer NGO, Geldmittel zu Verfügung stellen, um für die Kinder Häuser mieten und Fürsorge sowie Ausbildung bieten zu können.
Es sollten Programme mit ausgebildetem Personal entwickelt werden, die Kinder in den Familien und Gemeinschaften Hilfe bieten.

Die schrecklichen Bedingungen unter denen hunderte von Kindern leben, der tägliche Missbrauch ihrer Rechte unter der Verfassung und Verletzung des Kinderschutzrechts ist zugleich eine Verletzung von Menschenwürde und Nationalstolz.
Die Kinder und die Art wie sie behandelt werden ist das Spiegelbild der philippinischen Nation.

shaycullen@gmail.com
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