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Die Fischereikriege – von Father Shay Cullen

May 17, 2013 · 

Letzte Woche starb ein Taiwanesischer Fischer als ein Patrouillenboot der philippinischen Küstenwache das Feuer auf eines von vier Taiwanesischen Fischerbooten eröffnete, dass laut dem Bericht versucht hatte, das Boot der Küstenwache zu rammen. Der Vorfall ereignete sich 43 Seemeilen westlich von Balintang Island in der West Philippinischen See, deutlich innerhalb der 200 Meilen Grenze.

Kürzlich hat die chinesische Regierung eine Flotte von 30 Fischerbooten in das heiß umstrittene Gebiet um die Spratlys Islands in der West Philippinischen See geschickt, dass sie als ihr Hoheitsgebiet beansprucht. Das Gebiet ist reich an Meerestieren und möglicherweise auch an Öl und Erdgas. Die Philippinen haben eine offizielle Beschwerde, basierend auf der UN-Konvention über die Rechte des Meeres, eingereicht und ein UN-Tribunal wird diese Klage untersuchen und darüber richten. China ist darüber sehr verärgert.

Die Fischereikriege beginnen sich aufzuheizen. Der Wettstreit geht nicht nur um Öl und Gas, auch Fische werden benötigt um eine wachsende Weltbevölkerung von momentan 7 Milliarden Menschen zu ernähren, deren Zahl bis 2050 auf 9 Milliarden steigen wird. Wie solche mengen zu ernähren sind, ist eine wichtige Frage. Die Ungleichheit der Ressourcenverteilung führt zu einer Million hungernder Menschen, die meisten Kinder, und zu weiteren zwei Millionen, die von 2 Dollar am Tag oder sogar weniger überleben müssen. Es ist keine faire, keine gerechte Welt.

Die Fischressourcen des Planeten gehören zu den wertvollsten. Viele denken, Fische wären unbegrenzt da und man müsste sie einfach nur fangen; aber sie irren sich. Die Fischbestände werden durch zerstörerische und verschwenderische Überfischung sowie durch die Verschmutzung der Ozeane dezimiert und werden nicht mehr sehr lange vorhanden sein.

Während ich dies schreibe, betrachtete ich online eine Weltbevölkerungsuhr, deren Zahlen wie bei einem Spielautomaten unermüdlich in Bewegung sind. (http://countrymeters.info/en/World). Während ich zuschaue steigt die Zahl der Neugeborenen rasend schnell an, um einige Duzend pro Sekunde. Die Sterblichkeitsrate kann nicht Schritt halten. Moderne Medizin hält die Alten länger am Leben. Das größte Bevölkerungswachstum verzeichnet Asien und die südliche Hemisphäre. China ist das bevölkerungsreichste Land (1,3 Milliarden), es weitet aggressiv seinen Machtbereich aus und schickt Fischereiflotten auf die Meere und umstrittenen Gewässer hinaus um dort zu fischen und all seine Menschen zu ernähren.

China und Peru sind, gefolgt von den USA und Japan, die größten Fischereinationen. China konsumiert fast alles, was seine Schiffe fangen. Peru ist die nächstgrößte Fischereination, konsumiert aber fast nichts von seinem Fang sondern exportiert das meiste davon nach Japan. Russland sendet automatisierte Schiffe in den Pazifik um Millionen Tonnen Fisch zu ernten. Die Philippinen stehen auf Platz 10 der Liste der Fischereinationen und konsumieren das meiste seines Fanges selber. In Europa haben Schottland und Spanien wahrscheinlich die größten Flotten des Atlantiks, wo die Fischbestände kollabieren. Aber Fischereiverbote für bestimmte Arten helfen den Fischbeständen dabei, sich zu erholen.

Der Planet wie er jetzt ist, ist ein missbrauchter, ausgebeuteter und überhitzter, der möglicherweise nicht mehr in der Lage ist, seine gigantische Bevölkerung zu erhalten. In dieser Woche wurde der höchste Wert an Co2-Gas in der Atmosphäre seit über 3 Millionen Jahren gemessen. Ein letzte Woche veröffentlichter Bericht sagt aus, dass es zu einem verheerenden Rückgang von Pflanzen- und Tierarten kommen wird, sollte die Temperatur weiter steigen. Die armen Entwicklungsländer wird es am härtesten treffen denn das globale Nahrungsmittelangebot ist auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Verschiedene Nationen pachten Millionen Hektar Land in Entwicklungsländern und bauen dort Nahrungsmittel an, nicht für die hungrige Lokalbevölkerung sondern um ihre eigenen Bürger damit zu ernähren.

Manche Wissenschaftler und Biologen sagen voraus, dass die Ozeane in 25 Jahren fischlos sein könnten. Die Überfischung vernichtet die Ozeane als eine Quelle von gesunden Proteinen. Der Bericht der Vereinten Nationen (SOFIA) zum Stand der weltweiten Fischerei und Aquakultur hat festgestellt, dass 80% aller Fischgründe vollständig oder übermäßig ausgeschöpft oder an der Grenze zum Aufgebrauchtsein sind. Das bedeutet, dass sie dabei sind zu kollabieren und einen Wendepunkt zu erreichen ab dem nicht mehr genug Fische vorhanden sind, die durch Fortpflanzung den Bestand wieder auffüllen könnten. Einige Arten sind bereits ausgestorben oder nah dran. Der nordatlantische Hering zum Beispiel wurde durch ununterbrochene Befischung an den Rand der Auslöschung gebracht. Der Kabeljau ist in Gefahr, weil er sich vom Hering ernährt und selber ebenfalls überfischt wird. Ein Fischereikrieg brach aus und wurde beinahe gewalttätig als Island die Befischung von Kabeljau im Umkreis von 100 Kilometern um seine Küste verbot. Der Kabeljaubestand erholt sich langsam. Strenge Kontrollen der an Land gebrachten Mengen müssen jetzt durchgesetzt werden. Wir Menschen müssen sofort handeln um die Ozeane und ihre Fische zu retten bevor es zu einer Vernichtung der Mehrzahl der Arten kommt. Bald wird alles vorbei sein und ungesunde, chemische Fischzucht wird alles sein, was übrig bleiben wird. [Ende] shaycullen@preda.org

(Pater Shays Kolumnen werden in The Manila Times sowie in Publikationen in Irland, Großbritannien, Hong Kong und online veröffentlicht.)

Übersetzt von Sina Manger.

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