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Die Auferstehung von Geist und Aktion

April 19, 2017 · 

Die Auferstehung von Geist und Aktion
Pater Shay Cullen
14. April 2017

Dies ist eine Woche, in welcher Christen ihr Leben Revue passieren lassen und sich fragen können, ob sie die Werte, von welchen sie immer sprechen, auch wirklich leben. Es gibt hundertausende gute, engagierte und überzeugte Katholiken, welche ausgezeichnete Christen sind. Sie sind es, welche in der Gemeindejustiz, der Friedensfindung und der Menschenrechtsarbeit involviert sind, und sich somit um Arme und Kranke sorgen. Sie setzen ein Zeichen für menschliche Würde und gegen brutale Gewalt, welche Leben zerstört.

Sie sind was sie sind: Anhänger von Jesus Christus – in Wort und Aktion. Sie geben der Auferstehung eine Bedeutung. Es ist mehr als nur ein historisches Event. In der heutigen Zeit sind Sie es, die hilfsbedürftigen, verstoßenen und missbrauchten Menschen Leben bringen.

Wir alle sind dazu herausgefordert, uns unsere eigene Meinung zu bilden. Das heißt, rational und sich Bewusst über Richtig und Falsch in unserem Leben, sowie in der Welt, zu sein. Über uns wird gesagt, dass wir eine starke Moral haben und diese, zusammen mit unseren Werten und Grundsätzen welche wir ehren, in die Tat umsetzen. Wie Blumen in einem Garten, wenn sie nicht mit Wasser versorgt werde, welken und sterben sie.

Es ist keine glückliche Woche für Christen. Es ist eine Woche, gezeichnet von Geschichten über Verrat, Spionage, falsche Beschuldigungen gegenüber Unschuldigen, welche sie zu kriminellen Tatverdächtigen macht, illegale Inhaftierung, Folter, Scheinprozessen und einer entwürdigenden Todesstrafe welche die Menschen vor ihren Familien und Freunden als Straftäter darstellt und bluten und leiden lässt. Die Auferstehung ist das einzig fröhliche Event. Seit zweitausend Jahren wird Jesus von Nazareth als bedrückter, leidender und unschuldigen Diener von Menschen jeden Alters verehrt, die teils mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden.

Wenn wir uns unsere heutige Welt anschauen, sehen wir die Selbe Brutalität und Ungerechtigkeit. Damals wurde sie von Jesus von Nazareth ertragen, heute leiden hundertausende Menschen aller Religionen darunter. Viele von ihnen werden während des Gottesdienstes, beim beten, oder einfach während sie die Straße entlang gehen vergast, bombardiert, verletzt oder erschossen. Wir sehen Frauen und Kinder, vergast von einem hässlichen Diktator, und millionen Andere, die hilflos dem Hungertod überlassen wurden. Wenn wir also heute beklagen, was Jesus vor zweitausend Jahren wiederfahren ist, müssen wir umso mehr verurteilen was heute passiert. Man müsste aufstehen, gegen das heutige Unrecht protestieren, und unsere Nächsten beschützen und lieben, wie es uns gelehrt wurde.

Viele Menschen sagen sie seien nicht religiös. Sie meinen vielleicht, dass sie keinen religiösen Glauben haben und nicht an kirchlichen Zeremonien teilnehmen, dennoch besitzen sie Werte nach welchen sie leben, und welche sie jeden Tag ausüben. Das sind unbescholtene Menschen. Wenn wir nach unseren Werten leben und handeln, macht uns dies zu einer guten, treuen Person. Diese „Nicht-Kirchgänger“ sind zurzeit authentischere Christen, als die traditionellen Gläubigen, welche nicht mehr mit den Werten von Jesus von Nazareth verbunden sind. Manche Menschen haben keine Sorge und/oder Liebe in ihren täglichen Worten und Taten gegenüber Hilfsbedürftigen.

Um eine gute, unbescholtene Person zu sein, müssen wir ein guter Nachbar sein. Wir müssen zu den Opfern kommen, welche bombardiert, geschlagen, verletzt, angeschossen oder Opfer eines terroristischen Anschlags wurden und ihnen helfen. Die Hungrigen, Einsamen, Kranken, Misshandelten und Verlassenen brauchen unsere Hilfe. Wir müssen aufstehen, uns für die Wahrheit und Würde aussprechen, und somit ein Zeichen für das menschliche Leben setzen. Jesus von Nazareth hat uns in seiner Geschichte über den barmherzigen Samariter gelehrt, was es heißt unseren Nachbar zu lieben.

Wie viele “Kirchen-gehende” Katholiken haben fälschlicherweise ihren Geist und ihr Herz, ihre Türen und Grenzen, gegenüber den vor Gasattacken und Gewalt fliehenden Menschen von Syrien verschlossen? Sie leben nicht nach den Werten von Jesus von Nazareth. Die Osterwoche ist die Zeit um Reue zu zeigen und unser Engagement zu stärken.

Wir sehen, dass eine Sünde mehr als eine persönliche Brechung oder Schuld zwischen einer Person und Gott ist. Es gibt soziale Sünden. Unsere Aktion oder unser Versagen als ein Individuum oder in einer Gruppe hat soziale Dimensionen. Wir sündigen oft gegen die Gemeinschaft, durch die Untätigkeit und den Misserfolg, uns einzusetzen und den Grundsätzen und Werten treu zu sein, von welchen wir behaupten, sie zu leben.

In den Philippinen bezeichnen sich viele Menschen als gute Katholiken, obwohl sie ein Leben voller Widersprüche führen. Sie mögen fromme, eifrige Katholiken sein, welche zum Gottesdienst gehen, jedoch zur gleichen Zeit den Drogenkrieg und somit die Erschießung tausender „Tatverdächtiger“, gebrandmarkter Straftäter befürworten. Das gleiche passierte Jesus von Nazareth, welcher fälschlicherweise Beschuldigt und ohne Beweise oder einem fairen Prozess getötet wurde.

Sie sind nicht der Meinung, dass Menschen solange unschuldig sind, bis ihre Schuld bewiesen ist. Sie glauben solange daran, bis einer ihrer Verwandten oder Freunde als Tatverdächtiger gilt und untertauchen oder von den Todesschwadronen erschossen wird. Dies kann jeden treffen. Diese gedankenlosen Katholiken sagen, dass es eine gute Sache sei, wenn man Nachbarn leicht beschuldigen und ohne jegliche Beweise oder einem fairen Prozess erschießen kann. Sie verurteilen sie als Kriminelle.

Es ist Zeit für eine Veränderung. Wir müssen uns von diesen unreflektierten, negativen Einstellungen abwenden und diese „unheilige“ Woche wieder zu einer Heiligen Woche voller Bedauern und Wiederbelebung im Geist sowie in Aktion machen.

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