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Der Weg in die Freiheit und Würde

April 19, 2012 · 

Tatort with German Parliamentary Visit at Preda

Miguel, released from jail with German Parliamentarians is happy at Preda and back at school.

Der Tag an dem er in die Freiheit gehen konnte, war ein glücklicher Tag für den 14-jährigen Miguel. Monatelang war er im Paranaque-Gefängnis festgehalten worden, weil er angeblich ein Paar Flip Flops im Wert von weniger als 50ct geklaut haben soll. Zuerst wurde er in eine überfüllte Zelle gesperrt, die der Hölle auf Erden gleich kam. Auf einem Raum von etwa 14 mal 8 Metern waren menschliche Körper zusammengepfercht. Er wurde eingesperrt, weil seine Eltern, Straßenverkäufer, es sich nicht leisten konnten, den Polizisten tägliche kostenlose Speisen anzubieten. Das war ihre Rache.

Der erdrückende und ekelerregende Gestank nach Urin und Kot und die Masse an Menschen auf diesem engen Raum brachte den Jungen zum Weinen und die anderen Insassen schrien ihn an, damit er aufhöre. Miguel hatte Angst und verdurstete fast in der heißen, fensterlosen Zelle mit nur einem Ventilator, der aber auch keine Besserung brachte.

Er bettelte nach Wasser, doch die Wachen gaben ihm nur eine Flasche warmes und dreckiges Wasser, von dem er krank wurde. Er bekam Durchfall. Um zur Toilette, einem versifften Loch im Boden, zu kommen, musste er sich durch die Menschenmasse quetschen. Nur ein Vorhang trennte ihn von den anderen Insassen. Es stank und die Anderen beschuldigten ihn es noch schlimmer zu machen.

Niemandem war es möglich sich hinzulegen in dieser Zelle. Alle Gefangenen saßen mit angezogenen Knien auf dem Boden. Und Miguel war als Minderjähriger zusammen mit all den erwachsenen Straftätern in einer Zelle, auch wenn es per Gesetz verboten ist. Doch das interessiert niemanden. Es war schon immer so und für die Behörden würde es auch immer so bleiben. Kein Offizieller ging jemals dort hin. Miguel’s Familie wurde von seiner Festnahme nicht informiert, deshalb musste er sich Essensreste von den anderen Gefangenen erbetteln. Bis er beweisen konnte, dass er minderjährig ist, musste er in der Zelle ausharren.

Eines Tages besuchten Shiela und Joan, PREDA Sozialarbeiterinnen, das Gefängnis. Sie fanden Miguel und beantragten sofort seine Überführung in eine Zelle für Minderjährige. Wochen später bekamen sie die Anweisung des Gerichts, dass Miguel ins PREDA Heim für Jungen ziehen sollte.

Hunderte Kinder wurden schon durch die Hilfe PREDAs befreit. Letzten März alleine fünf. Diese Jahr hat die Lobbyarbeit PREDAs vor dem Department of Foreign Affairs und dem Minister für Lokalregierungen endlich dazu geführt, dass das Gefängnis geschlossen wird und die Insassen in eine andere saubere und größere Zelle übersiedeln konnten.

Das Rettungsprojekt für Kinder in Konflikt mit dem Gesetz zieht die Aufmerksamkeit und die Unterstützung von bedeutenden Besuchern aus Deutschland auf sich; eine Gruppe Parlamentsabgeordnete, geführt von Frau Dagmar G. Wohrl MsB, der früheren parlamentarischen Staatssekretärin und Vorsitzende des Komitees für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sie begleiteten das PREDA Team bei einem der Gefängnisbesuche im letzten Jahr und waren von den unmenschlichen Bedingungen in den Gefängnissen geschockt.

Unser PREDA Repräsentant ist nun eingeladen dieses Jahr vor dem Komitee für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Präsentation zu halten. Er wird Fragen beantworten zu den verschiedenen Projekten PREDAs und zu Themen wie MEnschenrechte, Schutz von Kindern und Fair Trade in den Philippinen.

Das PREDA Projekt zeigt, dass Kinder Jugendliche in Konflikt mit dem Gesetz keine Kriminellen sind, die meisten von ihnen sind unschuldig. Sie werden vom Rechtssystem vergessen und leiden monatelang in den Gefängnissen ohne jemals Gerechtigkeit zu erfahren.

Das PREDA Heim für Jungen ist offen, keine Zäune, keine Bestrafung. Es ist ein wunderschönes Gebäude, ländlich gelegen in einer organischen Farm. Die Jugendlichen könnten einfach entkommen, doch 94% von ihnen bleiben freiwillig um ihre Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie bekommen Bildung, Ausbildung und Therapien um mit ihren Aggressionen fertig zu werden.

Nur selten gibt es schwere Konflikte zwischen den Bewohnern, was zeigt, dass unsere Therapie erfolgreich ist und ihnen hilft Stress, Aggressionen und Spannungen abzubauen. Die Wertevermittlung hilft ihnen die eigene Würde und die der anderen zu respektieren. Des weiteren haben sie die Möglichkeit verschiedene Sportarten auszuüben, wie Tischtennis, Basketball, Fußball, Volleyball und Schwimmen. Oft gibt es Ausflüge zum Strand oder in die Berge.

Das PREDA Program und Heim wird geleitet durch philippinische professionelle Mitarbeiter. Es könnte kopiert werden, wenn der politische Wille und der Respekt für die Rechte von Kindern vorhanden wäre. Die Regierung und die Politiker müssen erkennen, dass sie ein Pflicht gegenüber den Kindern haben und sie das Recht auf Bildung und ein Leben in Würde haben.

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