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Der Mann der nie Bestechen würde

August 17, 2015 · 

Fr. Shay Cullen

Fr. Shay Cullen

OXFORD, ENGLAND: Hier in England nahm Ich an eine Diskussion über Magna Carta teil, das Dokument welches den Menschen in England Ihrer Grundrechte gab. Der reiche und mächtige König war, durch den Aufschrei der Menschen in seinem Land gegen die Ungerechtigkeit, gezwungen jenes Gesetz zu unterzeichnen.

Welch größere Ungerechtigkeit kann ein Mensch erfahren als für ein Verbrechen verhaftete, angeklagt und verurteilt zu werden, welches er nicht begangen hat? Hunderte von Fällen von unrechtmäßiger Verhaftung wurden in den USA aufgedeckt, in denen die Polizei falsche beweise gesetzt hat oder die Staatsanwaltschaft Beweise verschwinden hat nur um einen Angeklagten schuldig beziehungsweise unschuldig zu erklären. Heut zu Tage sind neue DNA-Spuren verfügbar die beweisen, dass viele Verurteilte tatsächlich unschuldig sind. Präsident Barack Obama hat zugegeben, dass hunderte Jugendliche eine harte und ungerechte Verurteilung wegen angeblichen Cannabis Besitzes erfahren haben.

Die schlimmste Art von Ungerechtigkeit ist, in der sich Beamte, Richter, Staatsanwälte und Polizei sich verschwören um eine einzige Person fälschlich zu beschuldigen. Sie wählen Ihr Opfer, in der Regel ein Ausländer oder eine „gemeingefährliche“ Person, mit der Annahme, dass er oder sie Wohlhabend ist.

Die meisten der Angeklagten sind dann bereit das Bestechungsgeld, welches implizit Verlangt wird, zu bezahlen. Auf Grund dessen sind die Angeklagten anschließend auf freien Fuß und die Gebühren oder Strafen sind auf mysteriöse Weise fallen gelassen worden.

Die Menge der Beweise scheint auf einmal zu Geringfügig zu sein. Obwohl die Staatsanwaltschaft oder das Gericht bei der ersten Anklage noch eine Fülle von Beweismitteln vorweisen konnten, um den Erpressten zu schockieren und zum bezahlen der Bestechungsgelder zu bewegen.

Der Anwalt des Opfers, welcher schon Geld vom Angeklagten bekommen hat, soll eine Anzahlung an die Offiziellen über einen Mittelsmann machen. In einigen Fällen zahlt jedoch der Anwalt nicht, sondern behält das Geld, sodass dies nun zu ein schwarzer Tag für den Angeklagten wird. Es ist dann aber auch ein schwarzer Tag für den Ruf der Anwälte, da es nun heißen wird er sei ungerecht und würde unbegründet handeln. Die Anwälte protestieren natürlich vehement gegen diese Rufschädigung, da es jedoch keine Möglichkeit gibt Beweise für die eine oder andere Richtung zu finden verläuft dies meistens im Sande. All dies mag in den USA passieren aber ist es möglich, dass dies auch in den streng Katholischen Philippinen vorkommt?

Die irischen Medien haben diese Frage in verschiedenen Interviews gestellt, in Bezug auf einen bestimmten Fall. Edna O’Coughlin wurde festgenommen und zu einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren verurteilt auf Grund von illegalen Besitzes zweier Cannabis Pflanzen. Eine weltweite Kampagne wurde ins Leben gerufen um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen und zu protestieren.

Edna ist ein pensionierter Psychiater, welcher mit seiner Frau in Laoag in Northern Luzon seinen Ruhestand verbringen wollte. Er wurde am Flughafen von Laoag wegen angeblichen Besitzt von zwei Cannabis Pflanzen festgenommen. Der Mann behauptet, dass dies nur gewöhnliche Pflanzen seien und weist nach, dass die beiden Pflanzen die zu seiner Anklage führten nicht einmal dem Gericht vorgelegt wurden. Durch Fotografien der (angeblichen) Cannabis Pflanzen, beweist er, dass es sich um ganz andere Pflanzen handelt als von der Staatsanwaltschaft behauptet wurde.

Der Richter gibt zu diese wichtigen und entscheidenden Beweise übersehen zu haben.

Allen Beteiligten wurden keine Bestechungsgelder bezahlt. Zyniker sagen, sein größter Fehler war es ein sturer Ire zu sein, denn nach seiner Verurteilung ging er für drei Jahre in den fast absoluten Hungerstreik und war sogar bereit zu Tode zu Hungern nur um gegen die schwere Ungerechtigkeit in diesem Land zu protestieren.

Erstaunlicherweise jedoch wurde er gegen eine Kaution von P250,000 (ca. 4000€) freigelassen. Der Richter beschlagnahmte jedoch seinen Pass. Dies hat er alles, soweit Ich weiß, ohne jegliche Hilfe der irischen Regierung geschafft. Sie hat nichts unternommen um einem mutigen Landsmann zu unterstützen, welcher sich für die Gerechtigkeit einsetzt und gegen Bestechungsgelder protestiert. Er hat die Ungerechtigkeit einer solch harten Strafe für drei Jahre, große Schmerzen und das Leiden seiner Familie für all das in Kauf genommen.

Wie kann man sich gegen Kaution freikommen, wenn man schon für schuldig befunden wurde? Ich weiß von mindestens zwei weiteren Fällen in der die Kaution zur Freiheit für verurteilte Ausländer geführt hat. Dies ist eine interessante Möglichkeit Geld für die Regierung zu erlangen. Wenn es jedoch nun so weiter geht mit der Unklarheit seiner Verurteilung könnte er wieder in einen Hungerstreik treten. Dies ist zwar eine Vermutung, da er zu diesem Thema schweigt jedoch halte Ich dies für sehr wahrscheinlich.

Dies würde die Irische, sowie die Philippinische Regierung blamieren, sodass es im schlimmsten Falle zu Schädigung der Handelsbeziehungen der beiden Nationen führen könnte. Es gibt mehr als 20.000 Filipinos in Irland welche regelmäßig Geld in ihr Land schicken, was in Summer Millionen von Dollars sind.

Dies alles ist eine enorme Ungerechtigkeit, obwohl die Beweise und Testverfahren noch geprüft und noch nicht abgeschlossen sind, ist zusammenzufassen, dass dies nicht einer Verurteilung in einem scheinbar Demokratischen Land gleichkommt. Besonders, da nicht nur Ausländer sondern auch Filipinos unter so viel Ungerechtigkeit und Korruption leiden. Die Richter und Anwälte sind nämlich letztlich nur die Schergen der korrupten Elite, welche auf großen Fuß auf dem Rücken der Armen in ihren Villen leben.

shaycullen@preda.org

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