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Der Erfolg und der Misserfolg der EDSA Revolution

March 1, 2016 · 

Der Erfolg und der Misserfolg der EDSA Revolution

Fr. Shay Cullen
26. Februar 2016

Es ist der 30. Jahrestag der gewaltfreien Volks „Revolution“ die die grausame und blutige Marcos Diktatur im Jahre 1986 stoppte. Ironischer weise hat der Sohn und Namensvetter von Ferdinand E. Marcos, welcher ein Senator ist, durch ein finanziell gutes Angebot es geschafft sich für die Rolle des zukünftigen Vice Präsident 2016 beworben. Für einige ist es erschreckend, dass ein ehemaliger politischer T-Rex den man für ausgestorben gehalten hat ein Comeback versucht.  Wenn er gewählt wird ist er nur ein Herzschlag von einer Ernennung zum Präsidenten entfernt. Zum Beispiel durch Gesundheitsprobleme oder einem Rücktritt des Präsidenten.

Wer hätte gedacht, dass die blutigsten Tyranneien und wirtschaftlichen Katastrophen auf den Philippinen so schnell vergessen werden, nur durch eine überwältige und klug geplanter Propaganda der Marcos Familie und ihrer Anhänger?

Die heutige, neue Generation von Filipinos hat wenig Wissen oder Bewusstsein für die Ereignisse und das menschliche Leid dieser Diktatur, die schließlich von den Vereinigten Staaten von Amerika gestürzt wurde. Präsident George Bush  Sr. lobte das Marcos- Regime sehr für die Einhaltung der „demokratischen Prinzipien und Prozesse“.

Zur selben Zeit sind Hunderte, wenn nicht Tausende von Filipinos verschwunden und später kaltblütig umgebracht worden, auf Grund von Protesten und anderen politischen Ansichten als das Marcos Regime. Die traditionelle herrschende Oligarchie der dynastischen Familien, die im Besitz des Landes sind wurden auch vertrieben und ins Exil oder Gefängnis geschickt. So verloren sie immer mehr wirtschaftliche Macht die alles Marcos zu Gute kam.

Der große Erfolg der unblutigen EDSA Revolution, die gewaltfrei unter der Führung von Corazon C. Aquino verlief, war, dass es eine Massenbewegung war die das Volk vereint hat. Es war eine Protestbewegung gegen die Diktatur, die gezeigt hat, dass eine große Anzahl von Menschen den politischen Status im Lande verändern kann. Die Mittelschicht wurde durch soziale Aktivisten und Menschrechtanwälten motiviert, welche die katholische und protestantische Kirche im Exil finanzierte.

Die größte Schwäche der Revolution war jedoch, dass es gar kein „Revolution“ war. Es war die Rückkehr der verbannten dynastischen Familien an die Macht. Jene die unter Marcos viel Macht und Geld verloren hatten organisierten dessen Sturz aus dem Ausland.

Es war keine Revolution wie die in den historischen Revolutionen von Frankreich, Russland, China, Kuba _-gewalttätig und inspiriert von einer Ideologie und unterstützt von den Armen, Unterdrückten und hungrigen Massen, geführt von den Kommunisten und anderen Fraktionen.

Die Gewerkschaften lehnten links, Studenten, junge Berufstätige und kommunistische Aufständische auf den Philippinen führten den aktiven Widerstand und Straßenproteste. Sie riskierten alle, dass sie von Marcos und seinen Schergen gefangen, gefoltert und getötet werden. Sie hatten keinen beliebten heroischen Oppositionsführer. Erst als Benigni Noynoy Aquinoo, der zur der verbannten Elite gehörte, sich dem ganzen anschloss. Jedoch wurde er ziemlich schnell ermordet nach dem er aus dem Exil aus Amerika zurückkehrte.

Seine Rückkehr war jedoch die symbolische Wiederauferstehung der traditionellen Herrschenden Elite und der dynastischen Familien, die Marcos aus den Philippinen verbannt hatte. Jedoch kamen sie in dem Glauben zurück, dass sie nun ihre „rechtmäßigen Privilegien und Rechte“ zurückerlangen könnten. Die dynastischen Familien, die bedrückenden Grundbesitzer und Industriellen, die es seit der Spanischen Besetzung gibt, behaupten sie seien spanischer Abstammung und wären so die wahren Besitzer der Philippinen, durch das Recht der Eroberung. Sie bezogen viel Unterstützung von der mächtigen und sehr wohlhabenden Chinesen-Filipino Gemeinschaft.

Das große Versagen der Linken war es, trotz so vieler Opfer, keinen Volksführer zustellen. Die Menschen hinter einem Heroischen Volksführer zu mobilisieren. Das Scheitern der Aquino Präsidentschaft war, dass die Rückkehr des dynastischen Familiensystem von der Kirche unterstützt wurde. Warum sollten sie das System abschaffen? So pervers es ist, die Macht und den Einfluss jenen zu geben die großen Reichtum haben, dass ist es was die Linke möchte.

Das war ihre Chance, dieses Land in eine gerechte und faire Nation zu verwandeln und die Gleichheit den Menschen zu geben. Sie hätten die Präsidialdekrete und Gesetze von Marcos aufheben sollen, welche Unrechte im Staat begünstigen.

Sie taten es nicht, aber sie haben die unfaire Industrie zurück, welche bis zum heutigen Tage von den unfairen Gesetzen begünstigt werden. Das ist einer der Gründe warum nur die wirtschaftliche Elite heutzutage von dem Wirtschaftswachstum in den Philippinen profitiert und die Armen und die Mittelschicht komplett davon ausgeschlossen werden. Das Marcos Regime hat also indirekt den Elitefamilien ein großen Gefallen getan. Nur wenige Menschen stellten sich bis heute überhaupt die Frage wieso die Marcos Dekrete nicht aufgehoben wurden.

Die dunkle Seite des Marcos Regimes war die Todesschwadronen, die bis heute als Beispiel für die herrschende Elite fungiert. Die Beweislage ist eindeutig und gut von Human Rights Watch mit Geständnissen von den Mördern selbst dokumentiert, wie auf YouTube zu sehen ist.

Durch die Aufzeichnungen der ermordeten Menschenrechtlern, Pastoren und Priester und Umweltschützer und Journalisten ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass die Praxis der Ermordung des Marcos Regime noch in dem politischen System in den Philippinen eingebettet ist.

Ein Präsidentschaftskandidat, Rodrigo Duterte, welcher sich mit bombastischer Rhetorik und scharfen Drohungen seinen Wahlkampf führt, begünstigt ein weiteres Kriegsrecht wenn er gewählt wird. Er möchte die Todesschadronen von Davao City aufs ganze Land ausweiten. Er bestreitet jegliches Fehlverhalten.

Die Todesschwadronen sind bereits aktiv für die bevorstehenden Wahlen. Einige Wahlkampfgegner sind bereits ermordet worden. Ferdinand „Bongbong“ R. Marcos Jr. Ist im Rennen  für die Position des Vice Präsidenten und behauptet, dass die Ära seines Vaters ein „goldenes Zeitalter“ war.

Es wäre ein Alptraum für das philippinische Volk, wenn Duterte und Marcos die Wahl gewinne würden.

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