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Das wahre Bekenntnis

November 8, 2017 · 

Das wahre Bekenntnis
Von: Father Shay Sullen

Stellen Sie sich Juan vor, ein philippinischer Beamter, der alleine in der Kirche sitzt. Er wartete auf Pater Pepito, der, als er den Zufluchtsort betrat, sofort den ungewöhnlich gekleideten Juan bemerkte. Er ging zu ihm und fragte in Tagalog, ob er im helfen könne.
„Ja Pater, ich will gestehen aber ich schäme mich so dafür, was ich getan habe. Nicht einmal Gott kann mir vergeben.“ antwortete er in Tagalog.

„Du kennst die Gnade eines liebenden und sorgenden Jesus nicht. Wenn du es wirklich bereust und es wieder gut machen willst, kann dir vergeben werden.“
„Pater vergib mir, mein Bewusstsein lässt mich nicht ruhen, nicht einmal nachts. Ich bin so aufgewühlt durch die Dinge, die ich getan habe.“
„Was hast du getan?“
Dann öffnete er sich und erzählte seine Geschichte. Er suchte Erleichterung und wollte für vergangene Taten sühnen.
„Pater, ich bin einem Polizeikommando beigetreten. Ich wurde ein Mörder im Gesetz. Es war ein junger Verdächtiger, ein Teenager, der als schuldig markiert wurde. Wir hatten keine Beweise gegen ihn doch die Gruppe meinte, wir kriegen ihn.“

Juan wurde still. Er legte den Kopf in seine Hände und er begann zu weinen.
„Was passierte dann? Was hieß es „ihn zu kriegen“?“ fragte Pater Pepito, während er das schlimmste befürchtete. Als er sich die Tränen wegwischte, gestand Juan: „Wir haben ihn in der Nacht getötet. Wir haben ihn aus seinem Haus geholt und haben ihn erschossen. Wir haben es so dargestellt, als hätte er zuerst geschossen, was er nicht getan hat. Dann haben wir ihm in Plastik eingepackt und ein Schild auf seinen toten Körper gelegt. „Drug addict ito.“ Es sollte eine Warnung für alle anderen sein.“
Pater Pepito war von dieser Geschichte geschockt. Er bat Gott um Beistand und um die moralische Stärke, Juan mit Rat zur Seite zu stehen. Er schweigte eine Weile und fragte Juan dann:
„Warum haben du und die anderen das getan?“
„Wir haben es für das Geld gemacht. Man hat uns für jeden Getöteten eine Prämie angeboten. Außerdem wurde uns erzählt, wir würden damit die Nation retten.“
„War das alles, was du getan hast?“ fragte Pater Pepito.
„Nein, das war erst der Anfang. Es gab so viele weitere Opfer.“ antwortete Juan und schluchzte.
Pater Pepito hörte einem Auftragsmörder, einem Serienmörder, zu und musste sich überlegen, ob es sich dabei um ein echtes Geständnis handelte, um eine wirkliche Veränderung von Herz und Verstand und um eine Hinwendung zu Gott oder um einen Mann mit unruhigem Gewissen, der psychologische Hilfe suchte.
“Juan, wenn dies ein echtes Geständnis sein soll”, antwortete er nach einer Weile, “wirst du dich an Gott wenden und seinem Weg folgen und dein Leben verändern. Du musst glauben und das Evangelium ausleben und Buße tun und Wiedergutmachung leisten, dann wird dir wirklich vergeben. ”
“Was ist die Buße und Wiedergutmachung?”, Fragte Juan und sah zu Pater Pepito auf.

„Du musst dich, unter dem Schutz des Bischofs, in die Obhut einer vertrauenswürdigen Autorität begeben und im Senat über das Todeskommando aussagen. Das wird ein echtes Geständnis sein und deine Buße und Wiedergutmachung für die Opfer des Todeskommandos. Dann wird dir wirklich vergeben werden. Wahrer Glaube muss sich in Taten für das Gute zeigen. “

Es gibt eine gute Veränderung in einigen philippinischen Gemeinschaften, wo das Gewissen der Menschen aus einer dunklen Periode wiedererwacht. Sie erkennen, dass sie durch die schrille Rhetorik der Stimmen, welche nach Gewalt rufen, in die Irre geführt und hypnotisiert wurden. Sie waren davon überzeugt, dass das Töten von Verdächtigen der beste Weg sei, um Frieden zu erlangen und eine drogenfreie Gesellschaft zu schaffen. Viele Filipinos in diesen Tagen erwachen langsam, und akzeptieren, dass das außergerichtliche töten der Armen. Wer zu diesen Gräueltaten schweigt macht sich selber schuldig. Ein Bericht besagt, dass unbekannte Kräfte schon 12.000 Morde begangen haben. Niemand wurde zur Verantwortung gezogen. Aber der Tag der Abrechnung rückt näher.

Die Menschen hören jetzt den Stimmen zu, die die Wahrheit verkünden und gegen die Morde protestieren, wie etwa der bekennende Bischof Pablo Virgilio David von Caloocan City. Er ruft die Mörder auf, umzukehren. Für sie müssen gebetet werden, da sie die “lebenden Toten” sind. Wenn er mit seiner Verkündigung der Botschaft des Evangeliums fortfahren wird, dass jeder Mensch das Recht auf ein Leben in Würde hat, könnte er auch verfolgt und fälschlich angeklagt werden. Als vermeintlicher Drogenbaron, um seine Stimme zum Schweigen zu bringen.

Das ist es, was das Gewissen bedeutet: ein inneres Wissen darüber, was wahr und falsch ist, Gut und Böse. Das Gewissen kann manipuliert, geschwächt und verdorben werden, um das Böse als Gut zu deklarieren. Dies wird durch einen medialen hype erreicht, Politische Anführer, die falschen Versprechungen machen und einfache Antworten präsentieren, wo die Realität komplex ist.

Egal wie komplex die Problem sind welche wir zu lösen versuchen, jede Antwort muss die Unantastbarkeit der Menschlichen Würde in ihrer selbst anerkennen.

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