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Das Schweigen stimmt dem Missbrauch zu

October 24, 2016 · 

Das Schweigen stimmt dem Missbrauch zu
Fr. Shay Cullen.
20. Oktober 2016

In unserer heutigen Welt, wird gegen Gewalt und den Verstoß gegen die Menschenrechte nur mit auffallendem Widerwillen vorgegangen. Wenn Kindesmisshandlung nicht gemeldet wird und sich nicht gegen Folter und Mord ausgesprochen wird, kann man dies als Versuch sehen, dass wir uns nicht gegen das kriminelle Verhalten widersetzen möchten. Es sind Hinweise darauf, dass wir in einer Kultur des Schweigens leben und an schrecklichen Taten beteiligt sind.

Das Schweigen, welches daraus resultiert, dass nur mit mangelnder Bereitschaft gegen die Kinderschänder und nicht zu vergessen die beleidigenden Behörden vorgegangen wird, muss ernsthaft von Personen und Gruppen geprüft werden. Warum werden tausende von Kindern, Schätzungen zu Folge jedes vierte Kind, sexuell Missbraucht, geschlagen, verletzt und vergewaltigt? Und doch wird die Mehrheit dieser Fälle nicht zur Anzeige gebracht. Behörden sind untätig und den Opfern wir häufig Gerechtigkeit verwehrt.

Die schlimmste Misshandlung ist, wenn zwischen dem Täter und den Eltern oder Verwandten des Kindes, eine Art Einverständnis herrscht. Für die Hälfte der Einnahmen, verhandelt ein Staatsangestellter eine Vereinbarung. Das Leiden des Kindes wird dabei ignoriert und ihm werden Gerechtigkeit und Heilung verwehrt. Dieses System muss gestoppt werden.

Aus Angst und ihrem Trauma zufolge schweigen viele Opfer, infolge dieser schrecklichen Verbrechen. Die Opfer sexuellen Missbrauchs sind meist nicht in der Lage zu weinen, zu schreien oder nach Gerechtigkeit zu suchen. Es sind Kinder, die von ihrer Familie Druck bekommen, keinen Verwandten zu beschämen. In anderen Fällen versuchen Familienmitglieder sich für ihr „Fehlverhalten” bei den Kindern zu entschuldigen. Diese Geheimnisse tragen sie ihr ganzes Leben im Herzen.

Opfer von Folter, politischer Brutalität, Gewalt oder Menschenhandel schweigen im Normalfall, da sie oder ihre Familien von Behörden, Schläger oder einflussreichen Kriminellen bedroht werden könnten. In manchen Fällen, zum Beispiel wenn es sich um ein Verbrechen gegen Unschuldige handelt, kann Schweigen auch eine Straftat sein. Dann ist es moralisch falsch zu schweigen. Besonders Leute von Behörden sollten sich äußern, da sie für den Schutz der Gesellschaft verantwortlich sind. Trotzdem versagen sie manchmal. Das Versagen, eine Straftat zu melden, kann als Mittäterschaft oder Beihilfe zur Straftat gesehen werden.

Die Massentötung, wie sie in einigen Ländern, wie z.B. Ruanda, Syrien, Kenia und Bosnien-Herzegowina, wo das Srebrenica Massaker stattfand, durchgeführt wurde, ist eine schockierende Lektion über das Scheitern beim Schützen von Opfern.

Auch in den Philippinen, wo viele Tatverdächtige einfach umgebracht werden, müssten alle Leute die moralische Werte und Prinzipien besitzen aufstehen und gegen die Menschenunwürdigkeit demonstrieren. Sie müssten nie wieder einen Tod befürworten. Die Opfer sind nur Verdächtige; sie werden betitelt, gekennzeichnet und getötet ohne Beweise oder einen fairen Prozess. Wir müssen reagieren, um solch willkürliches Töten zu stoppen und Gerechtigkeit fordern. Wenn das Gesetz nicht alle betrifft, betrifft es keinen.

Wo solch ein systematisches Töten auftritt, hat kein Mensch das Recht zu schweigen und (fast) nichts zu tun. Die moralische Verpflichtung ist, mit den Verantwortlichen, die hinter diesen Gräueltaten stehen, in Dialog zu treten. Gesegnet sind die, die das tun.

Institutionen, die moralische Werte, das Menschliche Leben und einen fairen Prozess wahren, sollten sich dazu verpflichtet fühlen, sich gegen Misshandlung und Verstoß gegen die Menschenrechte auszusprechen. Anderseits kann ihre Glaubwürdigkeit beschädigt werden, oder gar ganz verloren gehen. Die, die die Werte des Lebens und der Freiheit wahren, können nicht schweigen und immer noch ehrlich zu ihren Werten, Beruf und ihrem Glauben sein.

Das Versagen, nicht aufzustehen greift die nationale moralische Kultur an und verunsichert sie. Und das ganze im Herzen von Falsch und Richtig, Gut und Schlecht, Recht und Unrecht. Die in der Verfassung festgelegten moralischen Werte, Prinzipien und die Würde einer Nation, muss verteidigt werden. Andernfalls wird die Seele der Nation angegriffen und geschädigt.

Wenn moralische Werte dem Klassenraum verwehrt bleiben, und nicht an die Oberfläche eines gewaltfreien Marsches, eines friedvollen Protests, einer falsch angeprangerten Aussage gelangen, sind die menschliche Würde und das menschliche Leben tot. Die Gesellschaft wird auf einem Friedhof, umrundet von den Leichen der Opfer hausen, und von Schuldgefühlen, Stille und Untätigkeit heimgesucht werden.

Der Jahrestag, am 23.November, vom Massaker in Maguindanao (Mindanao 2009), als 58 Menschen brutal getötet wurden, ruft zum Protest auf. Während viele Verdächtige zur Gerichtsverhandlung gebracht wurden, muss Gerechtigkeit erst noch verhängt werden.

Das Schweigen, während einer Massenexekution ist das schrecklichste Beispiel, welches wir der Jugend, der nächsten Generation geben können. So war es auf den Philippinen, während das Kriegsgesetz herrschte. Eine Kultur des Schweigens und des Einverständnisses zu all dem Horror, der die Gesellschaft für 20 Jahre aufrechterhalten hat. Viele haben das Kriegsrecht willkommen geheißen, als Lösung zu der sogenannten Anarchie. Zu spät haben sie bemerkt, welchen Schaden und Übel es über die Nation bringt.

Die, die mutig genug waren sich Aufzulehnen und Unterdrückung abzulehnen, wurden verbannt oder eliminiert und getötet. Andere haben sich zusammengeschlossen und im Untergrund gegen das Böse gearbeitet und letztendlich den Diktator zu Fall gebracht.

Heute brauchen wir die gleichen mutigen und tapferen Stimmen und Leute, die die Angst überkommen und sich für Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheit einsetzten. Wir können das Totschweigen und die, die dies unterstützen nicht länger ertragen.

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