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Biologischer Anbau mit den Ureinwohnern und Misereor

September 11, 2015 · 

Biologischer Anbau mit den Ureinwohnern und Misereor
Pater Shay Cullen, Francis Bermido Jr. Donard Angeles

Fr. Shay Cullen

Fr. Shay Cullen

Eine große Anzahl philippinischer und internationaler Freiwilliger ist in den letzten 18 Monaten zu den Dörfern der philippinischen Ureinwohner, der Aeta, gereist. Sie wurden vom PREDA Faitrade Team, Landwirten und Sozialarbeitern begleitet.

Die Freiwilligen halfen beim Pflanzen von Kokosnuss-, Mango-, und Kaffeebäumen. Sie halfen beim Anbau und bei der Ernte um sich mit den Ureinwohnern zu solidarisieren. Dies war ein Symbol für die Würde und Kultur der Ureinwohner. Immerwährende Unterstützung bei der landwirtschaftlichen Arbeit der Aeta ermöglicht ihnen ein sicheres Einkommen und somit Leben. Daneben wird auch ihr Recht auf ihr angestammtes Land gestärkt. Da sie zunehmendem Druck durch große Bergbau- und Landwirtschaftsunternehmen ausgesetzt sind, ist diese Form der Unterstützung äußerst wichtig.

Die Berge in der Zambales Provinz sind reich an Mineralien. Dies lockt große und kleine Bergbauunternehmen an, die Konzessionen für die uralten Ländereien ergattern möchten. Sie stehen im Konflikt mit den Aeta und versuchen diese mit Geld zum Umzug zu bewegen. Manche willigen ein, andere Weisere lehnen ab. Mit dem Projekt möchte PREDA auch weiterhin versuchen, den Konflikt zu besänftigen, den Dialog zwischen den verschiedenen Dorfgemeinschaften zu verbessern und die Ländereien vor den Bulldozern und Schaufeln zu schützen, die das Ökosystem unwiderruflich schädigen. Letztere zerstören die Dörfer, verschmutzen die Flüsse und vernichten den natürlichen Lebensraum zahlreicher Arten.

Die Mehrheit der Aeta möchte den natürlichen Lebensraum ihrer Vorfahren schützen und bewahren. Ein Großteil der Berge und des Urwaldes wurde in den letzten 50 Jahren von großen Unternehmen abgeholzt. Jene Unternehmen wurden von korrupten Politikern und ihren Mitarbeitern unterstützt. Im Jahre 1901 wurden die Philippinen zu 90% von Regenwald bedeckt. Im Jahre 2000 waren es nur noch 3% (Quelle: Haribon research group). Die Folgen betreffen vor allem die Ureinwohner.

Sie sind Waldbewohner, Jäger und Sammler. Als Landwirte versuchen sie nun, die zerstörte Umwelt wiederherzustellen und mit dem Anbau von Nahrungsmitteln ihre Gemeinschaft zu ernähren. Sie sind sehr arm und Bildung, sowie medizinische Versorgung und Wohnraum sind für sie Luxusgüter. Trotz alledem versuchen sie mit harter Arbeit einen höheren Lebensstandard zu erreichen. Sie werden dabei von PREDA und Misereor unterstützt.

Unser Projekt, Felder für den biologischen Anbau von Mangos, Kaffee, Kokosnüssen und anderen Pflanzen zu erschließen funktioniert sehr gut. Vieles hat sich getan und der nachfolgende Bericht wird die bisherigen Erfolge aufzeigen. Der bisher größte Erfolg war die Auszeichnung mit dem biologischen Siegel für unsere Mangos. Nach drei Jahren Aufbauarbeit, Ausbildung der Aeta Landwirte in biologischen Standards durch Preda und Verbesserung der internen Kommunikation ist dies ein großartiger Erfolg.

Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man die fehlende Bildung und die Einfachheit des Lebens der Aeta bedenkt. Sie leben in vereinzelten Dörfern, die sich zum Teil über große Flächen in den Bergen erstrecken. Was folgte, war die Ernte der Mangos im Juni. Einige Tonnen wurden zur Weiterverarbeitung an eine Fabrik geliefert. Dort werden sie zu biologischem Mango Püree weiterverarbeitet, welches an die Fair Trade Gemeinschaft DWP geliefert wird.

Das Projekt von PREDA und Misereor verfolgt die oben genannten Ziele. In den letzten 18 Monaten erzielten wir beachtliche Erfolge und listen nachfolgend einige Auszüge aus unserem Bericht.

PREDA BERICHT

 

  • 3416 Kokosnusssetzlinge wurden gepflanzt, 500 gepfropfte Mangobäumchen und 1102 Bäume
  • Weitere 1000 gepfropfte Mangobäumchen und 800 Kokosnusssetzlinge stehen zum Pflanzen bereit
  • 43 lokale Trainings wurden mit 18 Aeta Gemeinschaften / Mangolandwirten durchgeführt
  • 5 Trainings im Preda Zentrum wurden mit lokalen Inspekteuren durchgeführt
  • 333 Inspektionsvisiten wurden durchgeführt
  1. Gesundheit und Umwelt – Das Pflanzen von Bäumen und Früchten hat einen positiven Effekt auf den Schutz der Umwelt. Gleichzeitig liefert der Verkauf der Früchte eine nachhaltige Einkommensquelle. So kann das ökologische Gleichgewicht gewahrt werden. Der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre wird reduziert. Manuelle Wasserpumpen werden installiert, um eine ausreichende Bewässerung zu gewährleisten und den Anbau im Garten zu ermöglichen. Dies liefert eine Nahrungs- und Einkommensquelle für die Aeta.

 

  1. Klimawandel – Die Ernte von Mangos ist von natürlichen Vorgängen abhängig. In der Blütezeit (Januar bis Februar) können Monsunregen und Taifune auftreten, die die Pflanzen zerstören und die Ernte vernichten.

 

Das Projekt hat große ökonomische und ökologische Folgen. Die gepflanzten Bäume sind eine Einkommensquelle und schützen außerdem die Umwelt. Der Mangoverkauf ist eine Einkommensquelle nach dem Fair Trade Prinzip. Auf diesem Wege wird den Gemeinschaften ein gutes Leben ermöglicht. Der Gesundheitszustand der Gemeinschaften hat sich seit der Installation manueller Wasserpumpen erheblich verbessert.

Die WIDERHERSTELLUNG, BEWAHRUNG und BIOLOGISCHE NUTZUNG der NATÜRLICHEN RESOURCEN ist nachhaltig. Sie stärkt die Gemeinschaften, da sie die UMWELT SCHÜTZT. Da das Projekt eine Einkommensquelle für die Gemeinschaften darstellt, werden diese an seinem Ausbau mitarbeiten.

Das Projekt lenkt die Aufmerksamkeit der Gemeinschaft auf die verantwortungslosen Machenschaften der Bergbauunternehmen. Diese bedrohen ihr Leben und ihre Existenz.

Trotz der schwierigen Bedingungen und der Herausforderungen konnte das Projekt bestehen. Es erwies sich als nachhaltige und effektive Lösung für alle Beteiligten. Insbesondere die indigenen Dorfgemeinschaften bewerteten das Projekt als ausgezeichnet und würden ihre Zusammenarbeit gerne ausweiten.

 

  1. Ansatz

 

  • Das Konzept des biologischen Anbaus muss in hohem Maße ausgedehnt werden.Es soll weitere Sorten von Früchten, Bäumen, Gemüse, medizinisch nutzbaren Pflanzen usw. umfassen, um umso mehr nachhaltige Landwirtschaft zu ermöglichen. So wird das Projekt eine kurz- und langfristige Einkommensquelle für die Dorfgemeinschaften.
  • Die Aeta haben ein umfassenderes Wissen von biologischem Anbau und nachhaltigem Anbau von Mangos
  • Sie sind in ihren Bemühungen bestärkt, die Umwelt zu schützen
  • Die Vielzahl an Projekten ermöglicht den Aeta eine große Auswahl an Einkommensquellen
  • Mindestens 70% der Zielgruppe wurde in den genannten Anbaumethoden ausgebildet. Die Anzahl der Beteiligten stieg also an.
  • Neben Mangobäumchen wurden auch Kokosnüsse und Kaffee angebaut. Der Anbau stellt eine weitere Einkommensquelle dar.
  • Das ökologische Gleichgewicht wird durch die Vermeidung von Monokulturen gewahrt.

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