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APEC- Die Gier der Nationen

November 24, 2015 · 

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APEC- Die Gier der Nationen
Fr. Shay Cullen

Andreas De la Cruz ist ein 40 Jahre alter Fischer aus Masinloc, Zambales und er kann eine Geschichte über Triumph und Leid zu erzählen. Dieser Geschichte liegt die Besessenheit der großen Nationen zu Grunde, in dem sie die Länder und Meere kleinerer Nationen kontrollieren wollen.

Vor ein paar Monaten begab sich Andreas auf den Weg zu den fruchtbaren Fischgründen von Scarborough Shoal, etwa 60 Kilometer entfernt von dem Strand, an der West Philippine Sea, an dem er in einem kleinen Haus mit seiner Frau und seinen drei Kindern wohnt. Sein Banka Boot ist gelb und weiß, geziert mit grünen Auslegern aus Bambusstangen, fuhr mit dem lärmenden Motor des Bootes über den Ozean.

Das Riff ist im Umkreis von 200 Meilen ausschließlich Philippinische Wirtschaftszone. Andreas erzählte, dass sein Vater, sein Großvater und all seine Vorfahren an jenem Riff gefischt haben, früher noch in primitiven Kanus mit Segeln und Paddel. Er hatte durch den Fischfang ein gutes und gesundes Leben und auf dem Markt orientierten sich die Preise wie gewohnt nach Angebot und Nachfrage. Er war in der Lage seine Kinder auf eine gute Schule zu schicken. Sie kamen aus der Armut und haben durch den erfolgreichen Fischfang nun ein sicheres und besseres Leben. Aber dieses bessere Leben sollte zu einem tragischen Ende kommen, an einem Tag vor über zwei Jahren.

Als Andreas und sein Nachbar zu ihrem üblichen Fangplatz kamen sahen sie ein großes Kriegsschiff vor ihnen und sie wurden über einen Lautsprecher aufgefordert zu stoppen und umzudrehen, sie würden sich illegal in Chinesischen Gewässer befinden.
Andreas war schockiert, sagte er, es war wie eine Invasion in die Philippinen. Die chinesische Marine eroberte die Fischfanggebiete und die Koralleninsel. Sie versuchten die kleinen Banka Boote der Fischer abzudrängen und sie zu überschwemmen. Doch Andreas versuchte weiter an den Booten vorbeizukommen und begab sich in Richtung der Schwärme, als eins der großen Boote ihm gefährlich nahe kam machte er eine schnelle enge Kurve und fuhr an dem Boot vorbei bevor er noch eine langsamen große Wende machte und nun großen Abstand zu den großen Booten hatte und nun ungestört zur Koralleninsel fahren konnte. Die kleine „Seeschlacht“ war vorbei und Andreas und sein Nachbar konnten die kleine philippinische Flagge als Sieger hissen.
Die Dunkelheit rettete sie schließlich und der Mut eines Filipinos. Nun konnte er mit Juanito, seinem Helfer, die Netze auslassen und fischen. Sie waren ganz alleine, die anderen Fischerboote wurden vermutlich von den Chinesischen Booten aufgehalten und zurück geschickt. Zu seinem Triumph kam er mit seinem vollbeladenen Boot und präsentierte seinen Fang dem erstaunten Dorf. Doch Freude kam nicht wirklich auf, sie wurden nun an den Rand gedrängt, abgeschnitten von der Quelle ihres Lebensunterhaltes. Das ist, was die Macht der großen Nationen mit den kleinen und schwachen Nachbaren macht.

Die einst verarmten und schwachen kommunistischen Chinesen wurden von den kapitalistischen Werten getroffen und sie haben sich ohne jeglichen Wiederstand ihnen Angeschlossen. So wurden sie aus einer Nation mit Millionen hungernden Menschen zu einer der führenden Nationen der Welt in nur 30 Jahren. Heute ist China eine blühende kapitalistische Wirtschaftskraft von einer kommunistischen Partei regiert. Was für ein Widerspruch in sich selbst und in der Realität.

Sie verhalten sich nun ähnlich wie die westlichen kapitalistischen Imperien der Vergangenheit und Gegenwart, die durch multinationale Konzerne Armut und Ungleichheit hervorrufen und diese schließlich für sich nutzen. Diese multinationalen Unternehmen arbeiten über Organisationen wie die Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC). Sie stehlen die natürlichen Ressourcen der armen Nationen. China tut nun dasselbe in der West Philippine Sea und darüber hinaus bestimmt auch noch an anderen Stellen. China entwickelt sich zu einer Supermacht mit globalen Interessen und Hunger nach immer mehr Rohstoffen um sein unstillbares Verlangen nach grenzenlosem Wachstum zu stillen.

Andreas ist nur einer von Millionen, die durch die kapitalistische Gier an den Rand gedrängt wurden. Viele Menschen leiden immer mehr darunter wie andere Nationen sie behandeln. China ist zum Beispiel nicht mal an dem Fischfanggebiet interessiert sondern an dem Öl und den Mineralien die unter dem Meeresboden liegen.

Die Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) Sitzung von 21 Staatsoberhäupten fand vergangene Woche in Manila statt. Tausende von Demonstranten waren auch Vorort und forderten Gerechtigkeit und den Stopp von Landgrabbing Chinas auf den Philippinen.

Nun haben wir aber endlich einen prophetischen, furchtlosen Papst Franziskus der den Armen und Schwachen eine Stimme gibt. In Bolivien im vergangenen Jahr machte er eine starke Aussage die auf dem APEC-Treffen wiederholt werden sollte.

Er sagte den tausenden armen Menschen, dass er ihnen Beistehe bei ihrer Forderung nach Gerechtigkeit und sozialer und wirtschaftlicher Integration.

„Lass uns nicht Angst davor haben es zu auszusprechen: Wir brauchen Veränderungen, wirkliche Veränderungen – Strukturwandel“, sprach der Papst zu den jubelnden Massen, die sich gegen das ungerechte Wirtschaftssystem der Globalisierung stellten. Dies hat nämlich „die Mentalität, dass der Gewinn über den Erhalt der Natur und der Menschen gestellt wird“.

Er fuhr fort: „Dieses System ist inzwischen unerträglich: Landarbeiter finden es unerträglich, normale Arbeiter finden es unerträglich, Gemeinden finden es unerträglich, Völker finden es unerträglich und letztlich die Erde, unsere Mutter Erde, findet es auch unerträglich“.

Millionen hungernde Menschen werden aus einem gerechten und fairen Leben hinaus gestoßen und werden gezwungen unter der Armutsgrenze zu leben. So entsteht immer mehr Hass und Wut auf der Welt und in extremen Situationen entsteht sogar Gewalt, Barbarei und Terrorismus.

Es wird nur dann Frieden geben, wenn es ein Ende der globalen Ungerechtigkeit und Gier gibt und wenn die Würde der Menschen uneingeschränkt geachtet wird.

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