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Annalisa: Eine 14 Jahre alte Mutter

September 11, 2015 · 

Fr. Shay Cullen

Fr. Shay Cullen

Die unglaubliche Stille, die die Kindesmisshandlung umgibt, ist das Verstörendste für viele, aber nicht die Mehrheit der Leute. Die breite Masse zieht es vor, die Augen zu verschließen und Kindern nicht zu Hilfe zu kommen, selbst wenn klar ist, dass sie sich in entsetzlich gefährlichen Umständen des Menschenhandels zum Zwecke des sexuellen Missbrauchs oder der Ausbeutung befinden.

Genauso war es für Annalisa, wie ihre Geschichte zeigt.
Die wenigen mutigen und unerschrockenen Menschen sind die, die sehen, verurteilen und handeln um Missbrauchsopfern zu helfen. Ebendiese werden sagen, es sei der richtige und normale Akt und es sei eine moralische Verpflichtung Kinder zu schützen.
Zivilisierte Personen aller Glaubensrichtungen und aller Religionen kennen und verabscheuen diese entsetzlichen Verbrechen und doch geschehen sie viel zu häufig und das Schweigen und Wegsehen ist viel zu beschämend. Eine Niederlage darin Verbrechen zu melden. Selbst wenn der man die Meldung anonym und geheim ist, werden sie selten gemacht.
Aufgrund dessen leiden tausende Kinder unter schrecklichem sexuellen und körperlichem Missbrauch und die Verbrecher können ungestraft damit fortfahren Kinder zu vergewaltigen.
Eine Niederlage darin Glaube, Prinzipien und Wissen in die Tat umzusetzen.
Eine unglaubliche Mutter im Alter von 14 Jahren, das ist der einzige Weg ein mutiges, tapferes Kind zu beschreiben, das vor ein paar Monaten, nach drei Jahren kontinuierlichen Missbrauchs durch ihren eigenen Vater, entbunden hat.
Es gibt keinen anderen Weg Annalisa (nicht ihr echter Name) zu beschreiben, denn wir Erwachsene können uns solch ein schreckliches inzestuöses Verbrechen gegen ein Kind, das in deren Gebären eines Kindes von ihrem biologischen Vater im Alter von nur 14 Jahren resultiert, kaum vorstellen.
In der Tat wird es von den meisten Menschen verabscheut und es ist eine Schande, dass solche Verbrechen kontinuierlich abgestritten, verdeckt und ignoriert werden.
So war es für Annalisa; viele hatten gesehen, wie sie misshandelt wurde, aber niemand tat etwas, um sie zu retten, wie als ob sie glaubten, eine 11-jährige könnte eine Einwilligung zum Geschlechtsverkehr geben, obwohl es für sie unmöglich gewesen wäre dies zu tun. Bis sie von den Sozialarbeitern der Preda-Foundation gerettet wurde, kannte sie nichts anderes als Misshandlung und Elend. Annalisa entstand aus einer lieblosen, flüchtigen Affaire. Ihr Vater wusste nicht, dass er überhaupt eine Tochter hatte, da sie mit ihrer Mutter, deren Lebenspartner und ihrer Großmutter mütterlicherseits in Olongapo City aufwuchs. Als 11-jährige war Annalisa ein leicht unterernährtes, hilfloses Kind mit einer Augenentzündung.
Eines Tages kam ihr biologischer Vater nach Olongapo, um seine Schwester zu besuchen und hörte, dass er eine Tochter habe. Daraufhin besuchte er Annalisa zum ersten Mal. Er zeigte sofort großes Interesse an ihr, indem er Unterstützung und Fürsorge für Annalisa anbot und versprach ihr medizinische Hilfe für ihr entzündetes Auge. Ihre Mutter glaubte ihm und erlaubte ihm, das Kind bei sich wohnen zu lassen.
Er ging nach Cavite, südlich von Manila, aber als seine Schwester die komische Intimität be- und anmerkte, die er Annalisa auferlegte, ging er von Cavite nach Manila, dann nach Orani, Bataan und später in ein abgelegenes Dorf in Kawag, Subic Bay. Das Kind wurde von Ort zu Ort gebracht und sexuell ausgenutzt. In Kawag führte er seine sexuellen Versklavung Annalisa fort, bis sie traumatisiert und schwanger war.
Die Schwangerschaft wurde geheim gehalten und erst als sie am 2. Mai 2015 ein kleines Mädchen gebährte, begannen die Neuigkeiten heraus zu sickern. Aber schon bald nach Rosas Geburt, vergewaltigte der Vater Annalisa am 16. Mai 2015 erneut.
Endlich, einen Monat nach Rosas Geburt, nahm ein Gemeindemitglied an einem Preda Seminar über Kinderschutz teil und sah es als seine Pflicht an, Hilfe zu holen. Was er auch tat. Dieser gute Mensch rettete Annalisa und ihr Baby.
Sobald es per SMS gemeldet worden war, begann sofort die Rettungsaktion durch die Preda-Sozialarbeiter zusammen mit den örtlichen Sozialarbeitern, der Polizei und den Barangay officials von Subic Town. Annalisa wurde gerettet und in das ‚Preda Home for Girls‘ gebracht. Irgendjemand warnte den Vater, sodass er fliehen konnte. Im ‚Preda Home for Girls‘ bekamen sie und die kleine Rosa jede Hilfe und Unterstützung um gesund und in Würde zu leben.
Traumatisiert wie sie war, dieses mutige und tapfere Mädchen, begann sie langsam ihre Geschichte zu erzählen, als sie merkte, dass sie endlich frei von ihrem Vergewaltiger war. Sie realisierte, dass das was er getan hatte, ein feiges Verbrechen gegen sie war, und dass er dafür zu lebenslanger Haft verurteilt werden und sie nie wieder vergewaltigen würde. Es dauerte Wochen bis Annalisa lächeln konnte.
Es schien so, als habe sie nie etwas in ihrem harten Leben gehabt, worüber sie lächeln konnte. Aber umringt von fürsorglichen Sozialarbeitern und anderen Mädchen, die alle Rosa halten und umsorgen wollten konnte sie endlich lächeln.
Sie hat den Mut und die Entschlossenheit, die beste Mutter zu sein, die sie sein kann und sie ging eine Verbindung mit Rosa ein. Obwohl sie so jung ist, gibt sie ihr bestes beim Stillen des Säuglings. Sie fand ein neues Leben in Freiheit und Freude – vielleicht das erste Mal überhaupt in ihrem Leben. Und auch Rosa ist glücklich.
In unserer Gesellschaft gibt es tausende andere, die nicht von ihrem Elend und ihrem Leid berichten können. Es sind Kinder, die, sollten sie ihre Geschichte erzählen, mit grausamen Strafen und sogar dem Tod bedroht werden.
Opfer des Menschenhandels, viele Minderjährige sind gefangen in Bordellen und Sexsklaverei zu Hause oder im Hause der Verwandten. Aber während es wichtig ist, das Problem anzusprechen und dadrüber zu recherchieren, ist es eine moralische Verpflichtung, diesen Kindern in Not zu helfen.
Das ist das Herz des Christentums, dem Fremden zu helfen und ihn vor Verletzung und Schaden zu schützen. Es ist eine Herausforderung, die wir annehmen sollten. Mit einem reinen Herzen in die Kirche zu gehen ist eine tolle, schöne, virtuose und spirituelle Erfahrung für einige, aber was wir danach machen um der leidenden Menschheit zu helfen, ist das, was zählt.

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