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Ein Herzliches Willkommen an alle Flüchtlinge

September 23, 2016 · 

Ein Herzliches Willkommen an alle Flüchtlinge
Pater Shay Cullen

Bombe, nach Bombe fällt vom Himmel, schlägt mit einer lauten Explosion ein und hüllt dabei Männer, Frauen und Kinder in Flammen. Das chlorhaltige, chemikalische Gift verbreitet sich in den Ruinen von Allepo.

Einige Leute sind Tod, andere leiden Todesqualen, Kinder schreien. Die „White Helmets” (Syrischer Zivilschutz) eilen herbei, um Tote und Verwundete zu bergen. Die Sanitäter kommen, um den Verletzen zu helfen, indem sie ihnen Sauerstoffmasken zum Atmen geben, sofern welche vorhanden sind. Andere, die halb begraben in den Trümmern ihres eigenen Hauses liegen, außer Reichweite von jeglicher Hilfe, ersticken, verstümmelt und vom Krieg gezeichnet.

Ausgehungert, wie sie sind, werden sie Einer nach dem Anderen vom Assad´s Scharfschützen getötet. Der UN Hilfsgüterkonvoy, beladen mit dringend benötigten Lebensmitteln, wird bombardiert und brennt nieder – Sieben weitere Menschen sterben. Im Chaos fliehen sie vor Hunger, Horror und der Angst gewaltsam zu Tode zu kommen. Es sind die syrischen Kriegsflüchtlinge, die vor Gewalt und der unbeschreiblicher Grausamkeit fliehen. Wer wird sie willkommen heißen?

In anderen Teilen von Syrien, liegen Städte und Dörfer in Asche. Mit dem näherrücken des IS rückt auch ihr grausames Regime und die Folter näher. Bald wird die Massenhinrichtung beginnen, indem sie Hände, Arme und Köpfe abhacken. Die Vergewaltigung und der Missbrauch von Kindern, Jungen sowie Mädchen, Männern und Frauen werden folgen. Die Leute fliehen, vor der Allseits bekannten Sexsklaverei des IS. Sie sind die Flüchtlinge, die um Hilfe bitten, die um einen sicheren Platz und um Zuflucht fragen, gewaltfrei und friedvoll.

Sie lassen alles zurück und nutzen jede Chance, um zu fliehen. Wenn keine Fahrzeuge mehr zur Verfügung stehen, rennen und laufen sie bis hin zur Erschöpfung durch Wüste, Berge und Hügel, in verzweifelter Mühe der teuflischen Vergeltung zu entkommen.

Die Menschen, einst anständig gebildete Berufstätige sind jetzt verzweifelte Kriegsflüchtlinge. Sie sind die Opfer des IS-Fluchs. Sie sind Opfer von Assad, den Rebellen, den Jihadisten, Soldaten aller Nationalitäten. Opfer von Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit, Selbstsucht und Fremdenhass.

Sie sind die Opfer, von Rivalitäten und Kämpfen zwischen den Nationen, um Macht und Einfluss. Können die Nationen, so entzweit wie sie sind, sich in New York zu den Tagungen der „UNITED Nations” treffen, um die größte Vertreibung von Menschen seit dem 2.Weltkrieg zu lösen?

Weltweit gibt es zurzeit mehr als 65 Millionen Vertriebene. 11 Millionen Menschen wurden allein in Syrien zur Flucht gezwungen oder getötet. Wo haben sie Zuflucht gefunden und wo sind sie willkommen geheißen worden? Glauben sie es oder nicht, aber in Wahrheit haben die Länder des Mittleren Ostens die meisten Personen aufgenommen. In den Nachbarstaaten von Syrien leben 4.7 Millionen Flüchtlinge. Die Türkei hat fast 2.7 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Die kleine Nation Libanon hat fast 1 Million willkommen geheißen. Europa hat nur 1.3 Millionen aufgenommen, und nennt es eine Krise und dass die Flüchtlinge, hinsichtlich des Extremismus, gestoppt und zurückgeschickt werden müssen. Kein Willkommenshaltung vorzufinden.

Die Kinder haben am Meisten gelitten. Jeden Tag verlieren 11 000 Kinder ihr Zuhause, ihren Spielplatz, ihre Schule. Die Hälfte aller Flüchtlinge ist unter 18 Jahren. Sie müssen mit Explosionen und Bomben, Steinen, Trümmern und Feuer fertig werden. Am ganzen Körper leiden sie an Verbrennungen, die ihnen von dem napalmartigen Schwefel aus den Fassbomben, zugefügt werden. Das niederträchtige Regime hat mit einer Gewalt begonnen, die als entsetzliches Kriegsverbrechen zählt. Es ist ein Regime mit uneingeschränkter Macht und Unterdrückung welches, mit seinen Verbündeten, Hass und Wut versprüht und für das Leiden und den Tod von Tausenden Kindern und verantwortlich ist.

Viele sind nach Europa geflohen und ihnen wurde nur wenig „Willkommensfreude” entgegengebracht – dafür immer mehr und mehr Zurückweisung und Ausschließung. Die Rechtsextremisten befürworten die Aufnahme von Flüchtlingen nicht, sondern verweigern ihnen die Hilfe, den Schutz und den Frieden.

Die warmherzigen, freundlichen und tapferen Leute, die aus den vielen Freiwilligen bestehen, die die Flüchtlinge willkommen geheißen und ihnen geholfen haben, bilden die Stimme der Gerechtigkeit und Hoffnung. Jedoch bilden sie nicht die politische Mehrheit. Die rechtsextremen Gruppen wachsen, gewinnen an politischer Macht, und schüren den Hass gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden. Manche Rechtsextremisten gehen sogar soweit, dass sie die Asylunterkünfte in Brand stecken.

Gibt es wirklich eine Flüchtlingskrise in Europa? Tatsächlich werden 86% der weltweiten Flüchtlinge in niedrigen- oder mittelständischen Ländern schutzgeboten. Nur 1,8 Millionen Flüchtlinge sind über die europäische Grenze gekommen. Die Meisten wurden in Deutschland akzeptiert und willkommen geheißen, aber die politisch rechte Seite will sie ausschließen.

Die Zahl der Asylsuchenden auf die jeweilige Bevölkerung ist sehr interessant. Im Jahr 2015 kamen auf 100000 Ungaren nur 1800 Asylanträger. Schweden folgt, mit 1667 Asylanträgen pro 100000 Schweden.

Für Deutschland waren es nur 587 Anträge und für das Vereinigte Königreich sogar nur 60 pro 100000 Bürger. Sie haben ihre Türen fest verschlossen. Der EU Durchschnitt lag bei 260 Anträgen pro 100000 Bürger. Die Einwohnerzahl von Europa beträgt 743,1 Millionen Leute. Die Zahl der Asylsuchenden kann also als „kleine Tropfen in einen Ozean” beschrieben werden.

Die Vereinigten Staaten haben 10000 Flüchtlingen Zuflucht gewährt und Präsident Obama versicherte weitere 10000 aufzunehmen. Auch Kanada hat 30000 Asylsuchende akzeptiert und es werden mehr folgen.

Es ist das materealistische, weltliche Europa, das immer mehr rassistische Züge annimmt. Es ist ein kleiner, aber stets wachsender, Teil der Gesellschaft, der in der untersten selbstsüchtigsten Schicht der Menschheit lebt. Sie sind nicht in der Lage auf hilfsbedürftige Menschen zuzugehen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ihnen warmherzig gegenüber zutreten. Die Menschen in Europa, die die Flüchtlinge willkommen heißen, dass sind die Menschen, von denen wir mehr brauchen.

Die einzige und unmittelbarste Lösung ist, für den Frieden im Nahen Osten zu sorgen und den Krieg zu beenden. Die Flüchtlinge brauchen jetzt ein Zuhause und haben das Recht auf einen vorläufigen Aufenthalt und darauf, Frieden in einer Willkommensgemeinschaft zu finden.

shaycullen@preda.org

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