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Die positive Macht des fairen Handels feiern – von Father Shay Cullen

May 20th, 2013 No comments

Es gibt hunderttausende gute Menschen auf dieser Welt die versuchen etwas im Leben der Armen und Ausgebeuteten dieses Planeten zu verändern. Sie arbeiten daran, dass die Armen sich über das reine Existieren erheben und zu einem menschenwürdigen und glücklichen  Leben gelangen. Diese guten Menschen sorgen sich um das Leben der Armen, die ausgebeuteten und wie Waren gehandelten Kinder. Sie wollen die Umwelt vor giftigen Chemikalien und Zerstörung retten und die schädigenden Effekte des Klimawandels rückgängig machen.
Sie sind die aufgeklärten Kunden des Fairen Handels, die ihr Einkaufsgeld benutzen um eine positive und bedeutsame Veränderung im Leben von tausenden armen Dorfbewohnern in Afrika und Asien zu bewirken. Sie sind die Kunden von Produkten des Fairen Handels und indem sie ihre Macht als Kunden nutzen und sich entscheiden fair gehandelte Produkte zu kaufen, können sie Gerechtigkeit, Respekt und Zufriedenheit in das Leben derer bringen, die weniger haben. In dieser Zeit des Jahres feiern wir diese Lebens-fördernden Werte und die guten Menschen, die sie möglich machen. Wir haben kürzlich die Woche des fairen Handels gefeiert und jetzt im Mai, den Welttag des Fairen Handels. Was wir dabei feiern ist die Tatsache, dass Millionen von Menschen überall auf der Welt auf die eine oder andere Weise daran beteiligt sind. Durch Produktion, Verkauf und Konsum von Essen und anderen Produkten, die nach strengen Regeln und Kriterien hergestellt wurden, sodass nur das Beste daraus hervorgeht.
Ich kann ihnen eine Menge über die Leistungen von Fairem Handel im Leben der Armen erzählen weil ich den Fairen Handel von Preda in den letzten 40 Jahren zu einem wichtigen Teil meiner missionarischen Arbeit auf den Philippinen gemacht habe. Juanito war ein ausgebildeter Taschenhersteller in einer lokalen Manufaktur bis er gefeuert wurde weil er nach einem höheren Lohn für seine guten Fachkenntnisse fragte.  Danach musste er zu seiner armen Familie zurückkehren, die als Müllsortierer auf einem stinkenden Berg aus Müll lebte und sich von weggeworfenen Essensresten ernährte, bis die Sozialarbeiter von Preda ihn fanden und ihm anboten ihn in einem kleinen Näherbetrieb anzustellen. Er bekam eine Preda Nähmaschine und Bestellungen für Schulranzen, bekam einen guten Lohn und Leistungen, eine Krankenversicherung und Hilfen für den Bau eines Hauses durch den Preda Entwicklungshilfe-Fond.
Preda Fairer Handel zahlt regelmäßig und pünktlich einen gerechten Lohn an die Produzenten und bietet auch Sozialleistungen wie Weiterbildungen, Krankenversicherungen und Gewinnbeteiligungen. Kunden und Weltläden bekommen hochqualitative Preda Produkte wie gesunde, chemikalienfreie getrocknete Mangos und Getränke oder andere fair gehandelte Erzeugnisse.
Die Kunden und die Geschäftsführer und freiwilligen Mitarbeiter der Weltläden in denen die fair gehandelten Produkte verkauft werden sind glücklich Nahrungsmittel von hervorragender Qualität zu bekommen. Predas getrocknete Mangos werden so produziert, dass sie den Kunden eine angenehmen Konsistenz bieten. Und die Käufer sind zufrieden in dem Wissen, dass sie das richtige tun und froh, ein paar Cents mehr zu bezahlen, in dem Wissen, dass das von ihnen gekaufte Produkt ohne Ausbeutung von Frauen oder Kindern produziert wurde.
Sie sind Teil von Predas sozialem Engagement zum Schutz von Frauen und Kindern von den üblen Formen des Handels wie Sexsklaverei und Menschenhandel. Wenn sie Preda Produkte kaufen oder verkaufen, helfen sie Kinder aus unmenschlichen Gefängnissen zu befreien. In den Philippinen habe ich mich bemüht durch den Fairen Handel die spirituelle und soziale Lehre von Jesus von Nazareth umzusetzen um eine gerechtere Gesellschaft zu erschaffen. In den vergangenen Jahren hat eine starkes, landesweites Gruppe von engagierten Philippinos unablässig für eine Veränderung gearbeitet, wobei viele ihr Leben riskiert und sogar verloren haben. Positive wirtschaftliche Umstrukturierungen und soziale Verbesserungen sind langsam gekommen. Zu langsam und vieles mehr muss sich noch verändern.
Der Faire Handel ist ein Weg um den schrecklichen Hunger und Mangel in vielen Häusern und Dörfern  zu verringern. Aber Armut und Ungerechtigkeit herrschen noch immer. Die Reichen werden reicher. Doch auf der anderen Seite stehen die Freude und das Glück, die ich bei den Hunderten von kleinen Mangobauern erlebt habe, wenn sie von Preda einen höheren Preis für ihre Früchte und nach der Ernte einen Bonus bekommen. Man kann es in ihrem Lächeln und in ihren strahlenden Augen sehen. Manche zahlen damit Schulden ab oder nutzen den höheren Gewinn um eine kleine Schweine- oder Hühnerzucht oder einen Dorfladen aufzubauen. Fairer Handel ist ein realistischer Weg den Menschen dabei zu helfen, sich selber aus der Armut zu befreien. Es gibt also viel zu feiern und noch mehr zu tun.

Übersetzung von Sina Manger.

Die Fischereikriege – von Father Shay Cullen

May 17th, 2013 No comments

Letzte Woche starb ein Taiwanesischer Fischer als ein Patrouillenboot der philippinischen Küstenwache das Feuer auf eines von vier Taiwanesischen Fischerbooten eröffnete, dass laut dem Bericht versucht hatte, das Boot der Küstenwache zu rammen. Der Vorfall ereignete sich 43 Seemeilen westlich von Balintang Island in der West Philippinischen See, deutlich innerhalb der 200 Meilen Grenze.

Kürzlich hat die chinesische Regierung eine Flotte von 30 Fischerbooten in das heiß umstrittene Gebiet um die Spratlys Islands in der West Philippinischen See geschickt, dass sie als ihr Hoheitsgebiet beansprucht. Das Gebiet ist reich an Meerestieren und möglicherweise auch an Öl und Erdgas. Die Philippinen haben eine offizielle Beschwerde, basierend auf der UN-Konvention über die Rechte des Meeres, eingereicht und ein UN-Tribunal wird diese Klage untersuchen und darüber richten. China ist darüber sehr verärgert.

Die Fischereikriege beginnen sich aufzuheizen. Der Wettstreit geht nicht nur um Öl und Gas, auch Fische werden benötigt um eine wachsende Weltbevölkerung von momentan 7 Milliarden Menschen zu ernähren, deren Zahl bis 2050 auf 9 Milliarden steigen wird. Wie solche mengen zu ernähren sind, ist eine wichtige Frage. Die Ungleichheit der Ressourcenverteilung führt zu einer Million hungernder Menschen, die meisten Kinder, und zu weiteren zwei Millionen, die von 2 Dollar am Tag oder sogar weniger überleben müssen. Es ist keine faire, keine gerechte Welt.

Die Fischressourcen des Planeten gehören zu den wertvollsten. Viele denken, Fische wären unbegrenzt da und man müsste sie einfach nur fangen; aber sie irren sich. Die Fischbestände werden durch zerstörerische und verschwenderische Überfischung sowie durch die Verschmutzung der Ozeane dezimiert und werden nicht mehr sehr lange vorhanden sein.

Während ich dies schreibe, betrachtete ich online eine Weltbevölkerungsuhr, deren Zahlen wie bei einem Spielautomaten unermüdlich in Bewegung sind. (http://countrymeters.info/en/World). Während ich zuschaue steigt die Zahl der Neugeborenen rasend schnell an, um einige Duzend pro Sekunde. Die Sterblichkeitsrate kann nicht Schritt halten. Moderne Medizin hält die Alten länger am Leben. Das größte Bevölkerungswachstum verzeichnet Asien und die südliche Hemisphäre. China ist das bevölkerungsreichste Land (1,3 Milliarden), es weitet aggressiv seinen Machtbereich aus und schickt Fischereiflotten auf die Meere und umstrittenen Gewässer hinaus um dort zu fischen und all seine Menschen zu ernähren.

China und Peru sind, gefolgt von den USA und Japan, die größten Fischereinationen. China konsumiert fast alles, was seine Schiffe fangen. Peru ist die nächstgrößte Fischereination, konsumiert aber fast nichts von seinem Fang sondern exportiert das meiste davon nach Japan. Russland sendet automatisierte Schiffe in den Pazifik um Millionen Tonnen Fisch zu ernten. Die Philippinen stehen auf Platz 10 der Liste der Fischereinationen und konsumieren das meiste seines Fanges selber. In Europa haben Schottland und Spanien wahrscheinlich die größten Flotten des Atlantiks, wo die Fischbestände kollabieren. Aber Fischereiverbote für bestimmte Arten helfen den Fischbeständen dabei, sich zu erholen.

Der Planet wie er jetzt ist, ist ein missbrauchter, ausgebeuteter und überhitzter, der möglicherweise nicht mehr in der Lage ist, seine gigantische Bevölkerung zu erhalten. In dieser Woche wurde der höchste Wert an Co2-Gas in der Atmosphäre seit über 3 Millionen Jahren gemessen. Ein letzte Woche veröffentlichter Bericht sagt aus, dass es zu einem verheerenden Rückgang von Pflanzen- und Tierarten kommen wird, sollte die Temperatur weiter steigen. Die armen Entwicklungsländer wird es am härtesten treffen denn das globale Nahrungsmittelangebot ist auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren. Verschiedene Nationen pachten Millionen Hektar Land in Entwicklungsländern und bauen dort Nahrungsmittel an, nicht für die hungrige Lokalbevölkerung sondern um ihre eigenen Bürger damit zu ernähren.

Manche Wissenschaftler und Biologen sagen voraus, dass die Ozeane in 25 Jahren fischlos sein könnten. Die Überfischung vernichtet die Ozeane als eine Quelle von gesunden Proteinen. Der Bericht der Vereinten Nationen (SOFIA) zum Stand der weltweiten Fischerei und Aquakultur hat festgestellt, dass 80% aller Fischgründe vollständig oder übermäßig ausgeschöpft oder an der Grenze zum Aufgebrauchtsein sind. Das bedeutet, dass sie dabei sind zu kollabieren und einen Wendepunkt zu erreichen ab dem nicht mehr genug Fische vorhanden sind, die durch Fortpflanzung den Bestand wieder auffüllen könnten. Einige Arten sind bereits ausgestorben oder nah dran. Der nordatlantische Hering zum Beispiel wurde durch ununterbrochene Befischung an den Rand der Auslöschung gebracht. Der Kabeljau ist in Gefahr, weil er sich vom Hering ernährt und selber ebenfalls überfischt wird. Ein Fischereikrieg brach aus und wurde beinahe gewalttätig als Island die Befischung von Kabeljau im Umkreis von 100 Kilometern um seine Küste verbot. Der Kabeljaubestand erholt sich langsam. Strenge Kontrollen der an Land gebrachten Mengen müssen jetzt durchgesetzt werden. Wir Menschen müssen sofort handeln um die Ozeane und ihre Fische zu retten bevor es zu einer Vernichtung der Mehrzahl der Arten kommt. Bald wird alles vorbei sein und ungesunde, chemische Fischzucht wird alles sein, was übrig bleiben wird. [Ende] shaycullen@preda.org

(Pater Shays Kolumnen werden in The Manila Times sowie in Publikationen in Irland, Großbritannien, Hong Kong und online veröffentlicht.)

Übersetzt von Sina Manger.

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Klimawandel lässt Pflanzen und Tiere aussterben

May 16th, 2013 No comments

14. Mai 2013

Mehr als die Hälfte der bekannten Pflanzenarten und ein Drittel der Tiere könnten aufgrund des Klimawandels einen ernsthaften Rückgang ihres natürlichen Lebensraums erfahren.

Neue Forschungen lassen darauf schließen, dass die Artenvielfalt überall auf der Welt erheblich von einem Temperaturanstieg höher als 2°C belastet würde.

Aber die Wissenschaftler erklären auch, dass der Verlust durch eine sofortige Einschränkung der Emission von Treibhausgasen reduziert werden könnte.

Ihre Arbeit ist in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht.

Ein internationales Forscherteam untersuchte den Einfluss einer Temperaturerhöhung auf  beinahe 50000 bekannte Tier- und Pflanzenarten.

Sie betrachteten Temperatur- und Niederschlagshöchststände in den jetzigen Lebensräumen der verschiedenen Arten und kartierten die Bereiche, die unter einer Reihe verschiedener Klimawandelszenarien für sie passend bleiben würden.

Die Wissenschaftler haben hochgerechnet, dass die Temperaturen bis 2100 auf 4°C über den vor-industrialisierten Stand steigen würden, wenn bei der Verringerung der Treibhausgasemission nicht bald wesentliche Erfolge erzielt würden. In diesem Modell würden 34% der Tier- und 57% der Pflanzenarten über die Hälfte ihres jetzigen Lebensraumes verlieren.

In manchen Regionen könnte der Klimawandel die von Waldbränden zerstörten Bereiche vergrößern.

Dr Rachel Warren von der University of East Anglia zufolge, hätte das bedeutende Folgen für jeden auf diesem Planeten.

„Unsere Forschungen sagen voraus, dass der Klimawandel die Vielfalt, auch der verbreitetesten Arten, die fast überall auf der Welt gefunden werden, enorm reduzieren wird. Dieser Verlust an Artenvielfalt im Globalen Maßstab würde zu einer bedeutenden Verarmung der Biosphäre und ihrer Biosystemleistungen führen.“, sagt sie.

„Es wird auch eine Folgewirkung für den Menschen geben weil diese Arten für Dinge wie Wasser- und Luftreinigung, Hochwasserschutz, Nährstoffkreisläufe und Öko-Tourismus wichtig sind.“

Die vorausgesagten Auswirkungen auf die Arten wird in manchen Teilen der Erde, wie Afrika südlich der Sahara, Mittelamerika, die Amazonasregion und Australien, stärker spürbar sein als in anderen.

Allerdings sagen die Forscher, dass, wenn eine sofortige Einschränkung der Emission von Treibhausgasen erreicht würde, die Auswirkungen auf die Artenvielfalt entscheidend eingedämmt werden könnten. Wenn die globale Emission 2016 ihren Höhepunkt erreichen würde und der Temperaturanstieg auf 2°C beschränkt werden könnte, würde das zu einer 60%igen Verringerung der Verluste führen.

„Die gute Nachricht ist, dass unsere Forschungen neue Belege liefern, dass rasches Handeln zur Reduzierung von CO2 und anderen Treibhausgasen zu einer Verringerung der Verluste an Artenvielfalt führen kann indem die Erderwärmung auf 2°C anstatt  4°C beschränkt wird, sagt Dr. Warren.

„Damit würden wir auch bis zu 4 Jahrzehnte gewinnen, in denen sich die Pflanzen und Tiere an die verbleibenden 2 Grad Temperaturanstieg anpassen könnten.“

 

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Neues missio-Konzept fuer Schulen (www.missioforlife.de)

May 16th, 2013 No comments

 

Menschenhandel, armutsbedingte Prostitution, arrangierte Ehen – mit einer spannenden Mischung aus Alternate-Reality-Game, Serious-Games und Ausstellung gewinnen Jugendliche Einblicke in die Lebenswirklichkeit anderer Jugendlicher weltweit und lernen daraus. (www.missioforlife.de)

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Das schreckliche Verbrechen gegen die 7-jährige Mykie Prado

April 30th, 2013 No comments

Laut neuesten Berichten und Zahlen müssen wir uns einer wachsenden Krise und Epidemie von Kindesmissbrauch stellen. Und bei klugem Nachdenken wissen wir, dass es mit Sicherheit viele weitere, nicht berichtete Fälle gibt. Es verlangt eine große Menge an Mut und Tapferkeit für ein Kind sowie für einen Erwachsenen ein solches Verbrechen zu berichten, vor allem in einer Kultur von Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit. Unser Katholizismus kann als sinnlos angesehen werden, wenn es keine Maßnahmen für Gerechtigkeit gibt. Verständnis der Autoritativen gegenüber den angeklagten Vergewaltigern ist verwirrend und wenn es zu Kindesmissbrauch kommt is, mit braven Ausnahmen, die öffentliche Meinung ein kalter, stiller Eisberg aus Ungerechtigkeit.

Mykie Prado wurde am 21. Februar 2010 vergewaltigt und ermordet in Aklan (südliche Philippinen) aufgefunden. Sie starb an mehrfachen Messerstichen. Es gab Zeugen, die den Täter identifizieren konnten. Eine Anklage wegen Vergewaltigung wurde gegen den Verdächtigen Dennis Eustaquio erhoben, ein 26-jaehriger (Foto auf www.preda.org). Der medizinische Bericht verifizierte, dass das Kind sexuell missbraucht bevor es ermordet wurde.

Am 19. Oktober 2010 wurde ein Haftbefehl gegen den Angeklagten erlassen, der inzwischen untergetaucht war. Die Polizei, das örtliche NBI (National Bureau of Investigation) und das CIDG hatten es nicht geschafft ihn hinter Gitter zu bringen, obwohl die lokalen Sozialarbeiter und die Internationale Justizgruppe mehrmals an die Justizbehörde appelliert hatten, den Verdächtigen in Untersuchungshaft zu bringen. Dies sollte geschehen, um weiteren Missbrauchsfällen vorzubeugen. Auch die Bitte eine deutschen Bürgermeisters und vielen Unterstützern erbrachten keine Festnahme. Der Verdächtige wird angeblich vom Bürgermeister der Stadt beschützt und hat die Familie von Mykie Prado mehrfach bedroht und eingeschüchtert, eine Klage zu erheben. Aber sie stellten sich dagegen.

In einem Brief an Leila De Lima, die Justizministerin und Kinderrechtlerin sowie Vizejustizminister Geronimo Sy, schreibt eine unerschrockene Zeugin:

Bitte, nennt mich einfach Lena. Ich lebe in Sitio Luho in Aklan (Südliche Philippinen). Dieser Brief soll dazu dienen, die Wahrheit über Mykie Prados Tod aufzudecken. Seit dem damaligen 21. Februar bis ins heutige 2013 gibt mir mein Gewissen keine Ruhe, weil ich genau weiß, was an dem Tag passiert ist, als Mykie Prado starb. Wir wissen nicht genau wie wir zur Rechtschaffenheit im Falle Mykie verhelfen sollen, weil wir Angst vor dem Bürgermeister von Buruanga, Aklan und der lokalen Polizei haben. Im Folgenden werde ich Ihnen schildern, was eigentlich passiert ist. Ich frage ihr gutes Büro um darüber zu entscheiden, ob es richtig und gut ist, was sie getan haben. Mykie ist das dritte Kind von sechs Geschwistern. Da die Lebenssituation der Eltern die unterste Armutsgrenze erreicht hatte, sahen sie sich gezwungen, Mykie zu Verwandten zu geben. Diese Verwandten versprachen den Eltern, Mykie Schule und eine gute Zukunft zu ermöglichen. Der Name des Onkels ist Bernard Cahilig. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin Felicidad Gonzales in einer weit entfernten Provinz in einem Haus. Ms. Gonzales hat selber einige Kinder von ihrem getrennten Ex-Freund. Einer ihrer Söhne ist Dennis Eustaquio Gonzales, ein 26-jaehriger, der ebenfalls fortan im gleichen Haus wie Mykie lebte. Am 21. Februar 2010 kam Dennis von einer Geburtstagsparty eines Nachbarn nach Hause und befahl Mykie, ihm Alkohol zu kaufen. Es dauerte eine Weile bis Mykie zurück nach Hause kam, da die Nachbarn ihr etwas zu essen angeboten hatten. Als sie dann schließlich das Haus erreichte, wurde Dennis sehr wütend, dass sie nicht auf der Stelle zuck gekommen war. Wir hörten Mykie weinen. Um drei Uhr am Nachmittag rief sie: “Papa, hilf mir!” Auch Felicidad, Dennis Mutter, hörte die Schreie weil sie ebenfalls wie wir vor dem Haus stand. Sie fragte ihren Sohn, was er wieder mit dem Kind macht.
An diesem Tag hörten nicht nur wir die Schreie von Mykie. Auch Felicidads Besucher, die vor dem Haus standen hörten Mykie schreien; ein Paar, Mr. Democrito und Mrs. Ruby Barrentos aus Poblation Malay, Aklan. Nach etwa 20 Minuten kam Dennis aus dem Haus. er hielt Mykie fest, sein Gesicht und T-Shirt war voller Blut. Er warf das kleine Mädchen vor die Tür, dort wo viele Steine lagen. Dann haben er und seine Mutter sie auf die Straße gerollt, damit der Mord vertuscht wird und es so aussieht wie ein Unfall. Dann hat Dennis unser Waschbecken benutzt, um sich sein Gesicht zu waschen. Wir wurden bedroht, dass wenn wir jemandem erzählen würden was wirklich passiert war, er zurück käme und uns töte.
Wir waren so verängstigt. Vielleicht würde er uns wirklich töten im Falle, dass wir jemandem davon erzählen würden. Außerdem ist der Bürgermeister ein guter Freund der Familie. Wir waren in Panik. Unsere Nachbarn trugen Mykie auf einer Trage ins Krankenhaus. Felicidad schickte ihren Sohn Dennis währenddessen in die Berge, um sich zu verstecken. Als die Männer mit Mykie am Krankenhaus ankamen, war sie bereits tot. Sie wegen der Stiche in ihrem Körper zu viel Blut verloren. Sie wurde nicht nur erstochen sondern auch noch vergewaltigt. Die Menschen haben nach dem Messer und dem Sohn gefragt, aber beide waren verschwunden…(Sie können den Brief auf www.preda.org weiterlesen (Englisch) ).

Selbst so ein Verbrechen zu ignorieren oder zu vertuschen ist eine große Schande. Viele Kinder wie Mykie Prado, ein sieben Jahre altes Mädchen, bekommen keine Gerechtigkeit. Nun traut sich eine mutige und tapfere Frau sich für das kleine Mädchen einzusetzen. Es gibt tausende weitere Opfer. In Indien sind Hindus und Muslime empört über den Missbrauch und Mord von Kindern dort. Sie veranstalten aggressive Demonstrationen auf den Straßen. In den Philippinen gibt es leider nur Stille von Seiten der Kirche, der Regierung und der Öffentlichkeit. Also was ist der Grund katholisch zu sein?

Father Shay Cullen

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Gute Berührungen

April 11th, 2013 No comments

Weltladen-Mitarbeiterin Anneluise Kämmerer arbeitet drei Monate lang im „Außendienst“

Der irische Missionar Shay Cullen gründete im Jahr 1974 auf den Philippinen die „PREDA“-Stiftung, um Missbrauchsopfern zu helfen. Der Weltladen Eisenstadt ist seit seiner Gründung ein Partner dieser Stiftung. Weltladen-Geschäftsführerin Anneluise Kämmerer weilt derzeit auf einem dreimonatigen Volontariat in Olongapo, dem zentralen Sitz der Stiftung. Dem „martinus“ berichtet sie direkt aus ihrem Einsatz.

Es ist bewundernswert, was hier Tag und Nacht für die Kids getan wird. Bis 8 Uhr ist Frühstück, danach beginnt das tägliche Meeting. Da wird bekanntgegeben, was geplant ist, Feedbacks von den Mitarbeitern und auch von uns Volontären über Aktivitäten am Vortag werden eingeholt. Danach liest Father Shay eine Bibelstelle vor. Er bespricht dann die Stelle und bezieht sie auf unsere Arbeit hier. Nach einem kurzen Gebet entlässt er uns – meist mit „Let‘s go action! – ab in den Tag!“ Fr. Shay hat hier alles fest im Griff, und das ist auch gut so. Er ist über alles informiert, was so passiert. Er hat immer ein offenes Ohr für Fragen und Sorgen. Fragen hatte ich schon, Sorgen hab ich keine.

Traumatisierte Mädchen. Hier in unserem Haus sind noch die Mädels untergebracht, bis das neue „Girls-Home“ fertig ist. Wenn ich hier bleibe, verbringe ich ein wenig Freizeit mit ihnen, bastle, spiele lache und kuschle mit ihnen. Inzwischen kann ich ganz gut damit umgehen, dass sie fast keine Ausdauer haben, dass sie momentan begeistert sind und dann einfach alles hinschmeißen und nur gekuschelt werden wollen. Manche habe ich fast noch nichts sagen gehört. Sie deuten nur, wenn sie etwas wollen. Alle Kinder hier haben ein Trauma wegen ihres erlebten sexuellen Missbrauch oder häuslicher Gewalt. Ich habe schon einige Gerichtsakten durchgelesen, weil ich ja bei Hearings in Manila dabei war. Unglaublich, was da alles passiert ist.

Hausbesuche. Die Kinder werden hier therapiert und umsorgt und schön langsam auf den Weg ins Leben geführt. Es dauert aber oft Jahre, bis es so weit ist. Zwischendurch werden Hausbesuche gemacht, da war ich auch schon dabei. Eine Sozialarbeiterin spricht mit den Angehörigen und macht sich ein Bild vom „zuhause“, und die Kinder sind sehr froh, ein wenig zu Hause zu sein. Sie fahren auch gerne wieder zurück, weil sie wissen, dass PREDA gut für sie ist. Mir ist ja nicht fremd, wie Menschen hier im Süden oft leben müssen, aber wenn man die Geschichte dahinter kennt, ist es schon brutal. Ich war auch bei den Hausbesuchen bei einige Buben dabei. Da hab ich zu mir – nur im Gedanken – gesagt, dass ich wahrscheinlich auch die Straße wählen würde.

Präventionsarbeit.Bei Aufklärungsfahrten in diverse Schulen wird den Kindern mit Handpuppen spielerisch erklärt, was „good touches“, also gute Berührungen und „bad touches“, also schlechte Berührungen sind, und wohin sie sich wenden können, wenn sie missbraucht werden – und dass sie bei PREDA immer Hilfe finden.

Promi-Besuch.Die Schauspieler von „Tatort“ waren inzwischen auch hier. Ihr Verein hat das „Girls-Home“ mit finanziert. Sie sind eine Woche da gewesen und hatten natürlich auch viel vor. An einem Nachmittag waren wir gemeinsam im „Girls-Home“. War sehr nett mit ihnen – so ganz ohne Allüren – wahrscheinlich weil wir das gleiche Ziel haben.

Gottesdienst. Am Sonntag war ich am Abend beim Gottesdienst, den Fr. Shay mit den Mädels gestaltet. Hier sind alle dabei, die Kleinen und auch die Großen, die aus Bars und Bordellen befreit wurden. Letztes Wochenende haben sie wieder drei Mädchen befreit. Es ist total nett, es wird viel gesungen, die Mädels lesen die Lesung und Fürbitten. Und dann am Schluss scharen sich alle um ihren“ Fr. Shay.

Hintergrund

 Die PREDA-Stiftung

Father Shay Cullen hat es sich mit seiner Stiftung zur Aufgabe gemacht, notleidende, vor allem sexuell ausgebeutete Kinder und Jugendliche auf den Philippinen zu unterstützen. PREDA ist ein Akronym mit der Bedeutung „Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation“. Die Mitarbeiter kümmern sich um Mädchen und Burschen, die in Bordellen, auf der Straße, oder in der eigenen Familie sexuell missbraucht werden. Darüber hinaus versucht PREDA ausländische Regierungen davon zu überzeugen, dass Staatsangehörige strafrechtlich zu verfolgen sind, die im Ausland Kinder missbrauchen. In den Medien ist die PREDA Stiftung bekannt geworden, da sie eine wesentliche Rolle bei der Verurteilung von Kindersextouristen auf den Philippinen spielt.

Fairer Handel. PREDA unterstützt landesweit 26 Gruppen, die qualitativ hochwertiges Kunsthandwerk herstellen. Von PREDA erhalten die Produzenten zinslose Darlehen für die Produktion und Entwicklung ihrer Erzeugnisse sowie Zugang zu internationalen Märkten. Darüber hinaus bekommen die Handwerker vom PREDA-Fair-Trade-Team auch Unterstützung beim Aufbau der Infrastruktur ihrer Dörfer und beim Design ihrer Produkte.

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Ein Schandfleck des philippinischen Tourismus

March 12th, 2013 No comments

by Father Shay Cullen

Anfang dieses Jahres, am 4. Januar, beobachteten wachsame und engagierte Mitarbeiter des “Almont Inland Hotel and Convention Center” in Butuan City, Mindanao, wie ein Ausländer fünf kleine Jungen in sein Hotelzimmer brachte. Man kann es ihnen gutheißen, dass sie sofort die Polizei angerufen haben. Das von Reynate Sibayton und Marizan Liza Estrada geleitete Polizeiteam fand einen deutschen Mann, 49 jährig, dessen Name aus legalen Gründen nicht genannt werden darf. Sie trafen ihn in seinem Raum mit den fünf halbnackten Jungen auf dem Bett an. Diese haben später ausgesagt, dass er sie sexuell missbraucht hat. Er wurde verhaftet und sitzt zur Zeit im Gefängnis von Butuan City.
Er wurde Richter Eduardo S. Casals letzten Montag (25. Februar) vorgeführt und die entschlossene und engagierte Staatsanwältin Isabel Plaza hat die Anklage verlesen. Als Beweismaterial führte die sie Kamera des Angeklagten vor, die schockierende Bilder von Sodomie und widerlichen Sexualakten zwischen ihm und den Kindern, alle zwischen zehn und 14 Jahren alt, enthielt. Die Kinder wurden nach Gingoog City gebracht und sind nun in der Obhut von Sozialarbeitern. Die Anklagen sind Kindesmissbrauch unter RA 7610 und Menschenhandel unter RA 9208. Sein Laptop und Tablet wurden sichergestellt und nach ihrem Inhalt untersucht, vielleicht werden noch mehr schockierende Beweise gefunden.
Wenn es doch nur noch mehr engagierte und wachsame Hotelangestellte geben würde, die sich für Kindesschutz einsetzen, würde die Polizei viel mehr Täter hinter Gittern haben. Jedoch können sie es nur tun, wenn sie die Unterstützung der Öffentlichkeit und der Politiker haben.

In einem anderen Fall in Tacloban City wurde elf Jungen Geld gegeben, um Sex mit einem amerikanischen Tatverdächtigen zu haben. Einige der Eltern der Kinder wussten davon, blieben aber still und machten keine Anklage. Erst ein Jahr später machte ein Vater eine Anklage bei der Polizei, die den Mann verhafteten und der nun vor Gericht steht. Das ist soweit die positive Seite. Lasst uns aber auf das Ergebnis der Verhandlungen warten und sehen, ob es aus “Mangel an Beweisen” verworfen wird, so wie es meistens passiert. Mit Sicherheit möchte die Justiz von Tacloban den Mann strafrechtlich belangen und die Nachricht in die Welt senden, dass Kindesmissbrauch in Tacloban nicht toleriert wird.

Kritiker des Justizsystems behaupten dass es “die Menge an Geschenken, die gemacht werden und nicht der Mangel an Beweisen” ist, die Pädophile und Sextouristen, die philippinische Kinder sexuell ausbeuten, mit einem Grinsen auf dem Gesicht davonlaufen lassen, bereit noch mehr Kinder zu missbrauchen. Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Würde und Ehre aller Filipinos und aller, die sich für Kinderrechte einsetzen und gegen den Handel von Menschen in die Sexsklaverei kämpfen. Dieses Level an Korruption ist es, was Präsident Aquino und sein Team unverzüglich und couragiert angehen müssen, um nicht nur die Kinder, sondern auch das Gesicht der Nation zu retten.

Die internationale Gemeinschaft muss ebenfalls handeln und ihren Einfluss nutzen, um die Regierung auf lokaler und nationaler Ebene zu überzeugen. Die freizügige Einstellung der Akzeptanz von Menschenhandel für sexuelle Ausbeutung sollte von gesundem und moralisch richtigem Tourismus ersetzt werden. Ausländische Fördergelder sollten nicht an solche korrupten Regierungen gegeben werden, die den Handel von Menschen erlauben. Die Pädophilen werden nicht nur hier die Minderjährigen missbrauchen sondern auch in ihren Heimatländern. Sie sind Serientäter, abhängig von Sex und haben keine spirituelle Bekehrung am Flughafen, wenn sie nach Hause fliegen.

Dass die Eltern der zehn Jahre alten Kinder es erlauben sie sexuell missbrauchen zu lassen, zeigt uns den Zustand unserer Nation und wie schlechter, von der Regierung erlaubter Sextourismus die moralische Rechtschaffenheit und die christlichen Werte von Respekt für jede Person zerstört. Diese Werte, einst eingehalten und praktiziert, machten die Filipinos zu starken und tugendhaften Menschen, die unter Gefahr stehen.

Die Regierung kann das stoppen und die unzähligen Sexbars und Paradiese der Pädophilen im ganzen Land schließen lassen, wenn sie den Mut und politischen Willen dazu haben. Es ist eindeutig, dass sie es nicht als zerstörend für junge Leben sehen, moralisch falsch und eine große Verletzung von Menschenrechten. Wenn sie es sehen und ich glaube kaum, dass sie es nicht tun und es weiterhin erlauben, sind sie der Ausbund an Korruption.

Als hoher internationaler Druck von der amerikanischen Regierung, der IIPA (International Intellectual Property Alliance) und der Musikindustrie kam, der einen Gegenschlag gegen das philippinische Geschäft androhte, wenn die Philippinen nicht die Verbreitung von raubkopierten DVDs und Musik stoppen, handelte die Regierung erstaunlicherweise sofort. In den letzten Monaten sind unzählige Straßenverkäufer verschwunden und mit ihnen ebenfalls die vielen Raubkopien. Wenn die Regierung es für die Film- und Musikindustrie tun kann, weshalb dann nicht für die Filipinos gegen Menschenhandel und Sextourismus? Wenn man diese Idee weiterführt, könnte eine Allianz von internationalen Kinderechtlern
eine Kampagne starten, um den philippinischen Tourismus zu boykottieren. Was wäre das für eine Katastrophe?

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NBI-Razzia in zwei Sex-Bars in Calapandayan

March 6th, 2013 No comments

Bei der Razzia im Februar in zwei Sex-Bars in Calapandayan, die von PREDA vorbereitet, organisiert und in Koordination mit dem National Bureau of Investigation (NBI) durchgeführt wurde, gelang es unserem Undercover-Team 11 Frauen, darunter 5 Minderjährige, aus der Prostitution, dem sexuellen Missbrauch und Gefangenschaft zu befreien.
Sehen Sie hier den schockierenden ABC-News-Bericht über den Beschuldigten in diesem Fall:

http://abcnews.go.com/International/americans-targeted-allegedly-running-underage-prostitution-philippines/story?id=18582802

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Eindrücke aus meiner Zeit als Volunteer bei PREDA – von Ulla Slepica

February 11th, 2013 No comments

Seit Anfang Januar 2013 bin ich (zusammen mit meinem Mann) als Volontär bei preda aktiv.

Wir hatten durch unsere langjährige Tätigkeit im Fairen Handel im Weltladen in Durmersheim schon viel über preda erfahren. Sowohl die AKBAY Theatergruppe als auch Father Shay waren bei uns im Ort anläßlich von Veranstaltungen zu Gast. Das weckte unser Interesse uns als „Senior-Volontäre“ hier einzubringen. Read more…

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Preda-Gründer Father Shay Cullen über die Geschichte von Preda

January 30th, 2013 No comments

Kinder retten aus Drogenabhängigkeit, Armut  und Prostitution
Father Shay Cullen

Als ich das erste mal 1969 als Missionar auf die Philippinen kam, lernte ich die freundlichen und liebenswerten philippinischen Menschen kennen und ich wusste, dass ich hier glücklich werden würde. Aber das Leben eines Missionars ist gefüllt mit Veränderungen und das Kämpfen für die Rechte der Unterdrückten und für Menschenrechte ist eine äußerst herausfordernde Aufgabe.

Ich wurde der Stadt Olongapo an der Küste der Subic Bay zugeteilt, die zugleich Heimat der 7.US Navy Flotte war. Es war eine Stadt, die die Sexindustrie für die Seemänner und Soldaten des Vietnamkrieges beherbergte. Zudem trieben sich Sextouristen aller Nationalitäten dort herum. Nachtclubs, Sexbars und Bordelle waren die Hauptarbeitgeber der Armen und natürlich gab es zusätzlich noch viele Drogenhändler und Zuhälter in Olongapo.
Wenn ich in ziviler Kleidung durch die Straßen der Stadt lief, wurden mir minderjährige Kinder als Prostituierte angeboten. Ich sah Straßenkinder Drogen nehmen und betteln und Kinder hinter Gittern in den städtischen Gefängnissen. Sie alle waren Opfer von Armut und Ungerechtigkeit. Ich war geschockt, wütend und fest entschlossen etwas dagegen zu unternehmen. In den folgenden Jahren gründete ich die Preda Foundation und baute das Preda FairTrade-Programm auf um ihnen zu helfen.
Das ist die Herausforderung meiner Mission; den Ausgestoßenen der Gesellschaft helfen und den Ausgenutzten; den Jugendlichen und Kindern, die missbraucht und versklavt wurden, die drogenabhängig sind und in die Prostitution verkauft wurden.
All diese schlimmen Zustände sind hervorgerufen durch Armut und soziale Ungerechtigkeit – damals kontrolliert von einem korrupten Tyrannen, seiner Frau und seinen Komplizen. Die Armut war so weit verbreitet, dass es eine kommunistische Revolution provozierte, die in manchen Teilen des Landes noch bist heute aktiv ist. Ich begann Fortbildungen und finanzielle Unterstützung für die Ausbildung von Jugendlichen anzubieten und FairTrade-Produkte an die Weltläden in Europa und Asien zu schicken.

Die Jungen auf den Straßen der großen Städte heute kommen aus dem Slums. Dort ist die Jugendarbeitslosenrate astronomisch hoch und die meisten der Jungen sind Analphabeten, die von der Gesellschaft zurückgewiesen sind. Sie treiben sich auf der Straße rum auf der Suche nach Essen und Kleidung und schließen sich Gangs an um zu überleben und verfallen leicht der Versuchung zu stehlen. Die Jungen schnüffeln industriellen Klebstoff aus Plastiktüten um ihren Hunger und ihre Einsamkeit zu unterdrücken. Manchmal werden sie verhaftet und in eine Zelle gesteckt, in der sie mit Kriminellen zusammen sitzen.  Dort passiert es, dass die Jungen vergewaltigt werden oder zu einem Schicksal als Sexsklaven der Wächter oder pädophilen Mitgefangenen verurteilt sind. Sobald sie wieder freigelassen werden, stehlen sie erneut um sich erneut Drogen kaufen zu können, die sie ihre traumatischen Erfahrungen vergessen lassen.

Es ist ein Teufelskreis.

Ich eröffnete das therapeutische Heim Preda um ihnen bei der Überwindung ihres Traumas zu helfen, ihre Würde wiederfinden zu lassen und Gesellschaftswerte zu erlernen. Ich baute ein FairTrade-Unternehmen auf und versuchte das ungerechte System zu verändern. Wir leistete Lobby-Arbeit für neue Gesetze um die Ungerechtigkeit zu stoppen und heute entlassen die Richter die Jungen aus den Gefängnissen und übergeben sie der Obhut des Preda-Heims. Sie sind nur beschuldigt schwere Verbrechen begangen zu haben, aber ihre Schuld ist nicht bewiesen. Viele von ihnen wurden von korrupten Polizisten hereingelegt.
Preda hat hunderte von ihnen aus dem Gefängnis und dem Leben als Straßenkind gerettet und heute leben sie das Leben anständiger Menschen.

Die meisten der Kinder und jungen Mädchen, die zur Prostitution gezwungen werden sind drogenabhängig. Sie wurden geködert und aus den fernen und isolierteren Provinzen hergeschleust und als Sexsklaven verkauft. Ich gründete das therapeutische Mädchenheim für sie und baute ein Team von Sozialarbeitern auf, um die Mädchen zu retten, ihnen bei der Überwindung ihrer traumatischer Erlebnisse und dem Start eines neuen Lebens zu helfen.

Wir alle müssen an dieser Stelle Barmherzigkeit zeigen und realisieren, dass sie alle Opfer sexuellen Missbrauchs sind, oft auch schon in ihren Familien und Gemeinden aus denen sie hergekommen sind. Hungrig und vernachlässigt sind sie leichte Beute für die Zuhälter und Schleuser. Nach wie vor werden sie von manchen Menschen als verwahrloste Ausgestoßene ihrer Familie und Gesellschaft angesehen, die nur als Sexobjekte für die lokalen und ausländischen Sextouristen gut sind.
Das muss aufhören.
Wir heißen im Preda Heim diese jungen Menschen willkommen; respektieren ihre Rechte und ihre Würde als Kinder der Menschlichkeit und als Kinder Gottes.
Viele von den jungen Frauen in den Bars von Olongapo und Angeles wurden schon als Kind prostituiert. Das Mädchen Angie war nur neun Jahre alt als ich sie vor vielen Jahre zusammen mit 12 anderen Mädchen, die zwischen 12 und 16 Jahre alt waren, im städtischen Krankenhaus von Olongapo fand. Sie waren dort eingesperrt um sie von den Medien und der Öffentlichkeit fern zu halten und sie alle litten an Geschlechtskrankheiten. Die Sexbars hier operieren mit einer Erlaubnis des Bürgermeisters und als ich mit meinen Beweisen an die Öffentlichkeit ging mit der Hoffnung den Kindesmissbrauch zu beenden, erhielt ich Todesdrohungen und die Behörden versuchten das Preda Heim zu schließen und mich aus den Philippinen auszuweisen. Doch wir gewannen diesen Kampf und noch viele weitere.
Deshalb geht heute die gute Arbeit von Preda weiter und wir können weiterhin hunderten Kindern helfen und eines Tages werden wir diesen Menschenhandel und den Missbrauch der Jugendlichen und Kinder beenden. Ende.

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