Preda Deutsch Website

Mission


Wir von PREDA haben es uns zur Aufgabe gemacht, auf den Philippinen und international für die Menschenrechte zu kämpfen. Dabei liegen uns die Rechte von Frauen, Kindern und indigenen Bevölkerungsgruppen, den marginalisierten Menschen dieser Gesellschaft, ganz besonders am Herzen.

Vision – Wir, die Mitglieder der PREDA-Stiftung, unsere Freunde und Unterstützer haben die Vision einer gerechten, freien, friedlichen und blühenden Gesellschaft, die dem Gemeinwohl dient und die Menschenrechte, insbesondere die Kinderrechte achtet; Einer Gesellschaft, die auf Glauben, Tugend und geistigen Werten aufbaut und die Armut mit einer gerechten Verteilung von Reichtum, Chancen und Ressourcen überwindet. Sie erhält die Umwelt und sorgt für ihre Wiederherstellung, baut unter Einbeziehung der betroffenen Menschen selbständige Gemeinden auf, respektiert und fördert die Kultur von indigenen Völkern.

Mission – Wir sehen es als unsere Aufgabe,

  • für gerechte Gesetze und ihre Anwendung, welche die Armen stärken und ihre Rechte schützen, zu arbeiten,
  • die Schwachen und Schutzlosen, besonders Kinder und Frauen zu schützen, die durch erniedrigende Arbeit, im Speziellen durch Prostitution, ausgebeutet werden
  • den sexuell Missbrauchten zu Hilfe zu kommen
  • und durch Fair Trade Armut und Ausbeutung zu lindern.

Um diese Ziele zu erreichen,

  • sorgen wir für die Rettung, Behandlung und Rehabilitation sexuell und physisch missbrauchter Kindern,
  • ermitteln wir gegen Vergewaltiger und verfolgen sie strafrechtlich,
  • rehabilitieren wir Kinder und Jugendliche im Konflikt mit dem Gesetz und bieten ihnen neue Perspektiven,
  • schützen wir Kinder und Jugendliche vor Kinds- und Drogenmissbrauch, sowie Aids,
  • bieten wir Gruppenleiter-Schulungen an,
  • arbeiten wir mit den Medien zusammen, um öffentliches Bewusstsein zu schaffen und somit die Kinder zu schützen,
  • bieten wir Schulungen an, wie Familien ihren Lebensunterhalt verdienen und dadurch selbständig werden können
  • und ermöglichen wir durch Kapital, zinslose Darlenen, technische Unterstützung und über Absatzmärkte im gerechten und kommerziellen Handel gerechte Löhne für die Produzenten.

 




Seit 1974 haben Pater Shay und seine PREDA Foundation Kinder gerettet und von der Sklaverei durch Drogen, sexuelle Ausbeutung und geringfügige Verbrechen befreit, wegen denen viele Jungen im Gefängnis saßen. Seine Leidenschaft junge Menschen zu befreien ist durch das Evangelium inspiriert, wo Jesus sagt er sei gekommen um die Unterdrückten und Gefangenen zu erretten.

„Einmal war ich auf der Straße unterwegs. Ein Typ, der annahm, ich sei ein Tourist – ich trug Alltagskleidung – kam auf mich zu und sagte: „Hi Joe! Willst du ein Mädchen? Willst du ein Mädchen Joe? Nein, nein? Wow! Wie ist es mit kleinen Mädchen. Ich hab zwei davon hier.“ In einem Torweg standen zwei kleine, zwölfjährige Mädchen, die absolut schrecklich aussahen. Es war so schockierend! Ich bedrohte den Typ damit, die Polizei anzurufen. Er fing an zu lachen als wäre er selber die Polizei. Auf der Straße standen Polizeibeamte, die ebenfalls lachten. Sie machten damit Geschäfte, tausende Mädchen an US Seeleute zu verkaufen. Ich war so frustriert und ich konnte nichts tun.“ Diese symbolhafte Episode war ein Weckruf für Pater Shay Cullen. Der irische Columban Missionar, der nach seiner Ordination 1969 auf die Philippinen berufen wurde, arbeitete als Hilfsgeistlicher in der St. Joseph Gemeinde in Olongapo, einer fast 200 km von Manila entfernten Stadt.
In der Gemeinde gab es viele Schulen und er begann den jungen Menschen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Viele hatten Probleme mit Drogenmissbrauch und schlossen sich Gangs an weil sie emotionalen Beistand und Sicherheit suchten. Er begriff, dass viele von ihnen aus zerrütteten Familienverhältnissen stammten. Einer der Gründe war die blühende Sex Industrie der Stadt. Es gab hunderte von Sex Bars und Clubs, die den amerikanischen Soldaten Unterhaltung boten. Tausende Frauen und Kinder wurden kommerziell sexuell missbraucht und ausgebeutet.
Gleichzeitig sah der unerschrockene Missionar bei einem Gefängnisbesuch zu seiner Überraschung eine große Anzahl Kinder, zum Teil nur 9 oder 10 Jahre alt, hinter Gitterstäben. Er fragte sich, was diese ausgemergelten, hungrigen und zerlumpten Kinder im Gefängnis zu suchen hatten. „Ich hatte das Gefühl, das Pfarrhaus und das Kirchengelände verlassen und diesen jungen Menschen begegnen zu müssen. Das wurde schließlich zu meiner Mission – Menschen in schwierigen Umständen zu helfen.“, erklärt des Missionar und fügt hinzu, immer schon von Jesu Verkündigung seiner Mission in der Synagoge von Nazareth inspiriert gewesen zu sein. Mit einem Text von Jesaia sagt Jesus, dass er gekommen sei um die Frohe Botschaft zu predigen – um die Gefangenen zu befreien. Pater Shay erklärt: „Natürlich gibt es alle möglichen Sorten von Gefangenen, man kann nicht nur vom Bösen sondern auch von Unterdrückung, Armut, Demütigung und menschlichem Leid aller Arten befreit werden…Ich machte es zum Teil meiner Mission Kinder aus dem Gefängnis zu befreien.“
Mit diesen Erfahrungen hatte seine kurze Pastoralarbeit einen Wendepunkt erreicht. Er fühlte einen Drang Jugendlichen, besonders Drogenabhängigen, zu helfen. So war er überzeugt, aus der traditionellen Kirchenarbeit herauszumüssen. Zunächst beteiligte er sich an einem bereits existierenden Programm mit dem Namen DARE um Opfer von Drogenmissbrauch zu retten und Erfahrungen zu sammeln. Dann gründete er die PREDA Foundation für Soziale Entwicklung, die nach einem System der positiven Bestärkung arbeitet und auf Mauern, Zäune und Bestrafung verzichtet. Er suchte nach einem Ort und nach Unterstützern. Einer von ihnen war der 17 jährige Soziologiestudent Alex Corpus Hermoso aus San Marcelino, Zambales, der gerade in Manila sein Studium begonnen hatte. Pater Shay lud ihn ein, bei PREDA einzusteigen und er wechselte von Manila auf das Columban College in Olongapo. In Merly Ramirez (verstorben), einer jungen Frau mit Abschluss in Unternehmensführung, die später Hermoso heiratete, fand er einen weiteren Helfer. Vom Bürgermeister von Olongapo Geronimo Nipumano bekamen sie ein 5 Hektar großes Grundstück in Upper Kalaklan, an der Straße nach Zambales direkt hinter dem öffentlichen Friedhof zur Verfügung gestellt. Dort begannen sie mit dem Bau eines Heimes für Jugendliche wobei sie Metallteile von demontierten Trägern der US Marinebasis benutzten. Auf diesem Hügel mit dem unglaublichen Blick über die Bucht von Subic befindet sich noch immer der Hauptsitz von PREDA.

Ein Zentrum der Heilung
PREDA – ein Akronym für People’s Recovery, Empowerment and Development Assistance (Stiftung für die Genesung, Ermächtigung und Entwicklung der Menschen) – hat am 22. Februar 1974 seine Pforten geöffnet und damit begonnen, Straßenkinder, Kinder aus Gefängnissen und Kinder mit Problemen in der Familie aufzunehmen. Dabei konnte Pater Shay auf die Hilfe von drei erfahrenen Sozialarbeitern zählen. Einige frühere Drogenabhängige schlossen sich ihnen nach ihrer Genesung als Peer-Group Berater an. Sie entwickelten ein komplettes Rehabilitations-Programm, das ohne Wachen und ohne Mauern auskam. Stattdessen setzte es Vertrauen in die Jugendlichen und bot ihnen ein neues Leben der Zufriedenheit, Würde und des Respektes an. Man kümmerte sich um die emotionalen und rechtlichen Probleme der Kinder. Es war ein Therapeutisches Heim zur Rettung und Ermächtigung der Klienten im Geiste des Evangeliums.
Das zwei Jahre zuvor erklärte Kriegsrecht, war sehr strickt gegenüber drogenabhängigen Kindern und Teenagern. Diejenigen, die alle auf den Straßen herum streifend aufgegriffen und verdächtigt wurden, Rebellen zu sein, wurden einfach von der Polizei eingesammelt, erschossen oder ins Gefängnis geworfen, fast immer ohne Prozess, erinnert sich Pater Shay. PREDA begann sie zu befreien. Es wurde zu einem Refugium, einer Zufluchtsstätte, einem Ort, an den die Kinder gebracht werden konnten, betont Pater Shay. Seine Sorge um die Straßenkinder blieb viele Jahre lang unverändert. „Sogar heute noch ist es Teil unserer Mission, den Straßenkindern zu helfen. Sie werden einfach erschossen in Davao, General Santos, Cebu, Metro Manila…wir wissen dass innerhalb der Polizei ein spezieller Stoßtrupp existiert, der einfach raus geht und jeden umbringt, besonders Teenager, die für Kriminelle gehalten werden.”
Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die spirituelle Bildung der Jugendlichen gerichtet. Pater Shay stellt fest: “ Es war wichtig für sie zu wissen, dass sie Menschen sind, von Gott geliebt werden, Würde besitzen und nicht wertlos waren, Willensfreiheit haben und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen können. Wir gaben ihnen neue Hoffnung. Die Gemeinschaft, die wir erschufen war eine spirituelle Gemeinschaft. Sie erlernten Fertigkeiten, bekamen Bildung und  Hilfe dabei mit ihren Traumata umzugehen. Das war besonders wichtig weil viele der Kinder Opfer von Missbrauch waren. Sie wurden verstoßen, verletzt, vernachlässigt; sie fühlten sich ungeliebt, ungewollt und zurückgestoßen. Also gaben wir ihnen das Gefühl gewollt und wichtig zu sein und eine gute Zukunft vor sich zu haben.”

Teuflischer Handel
Als der Vietnamkrieg sich ausbreitete, wurden die US Militärbasen auf den Philippinen erweitert. Die siebte US Flotte spuckte jedes Jahr mehr als 3 Millionen Männer militärisches Personal an Land, das die Sex Industrie befeuerte. Olongapo wurde zum Sodom von Südostasien ernannt. Das Land, das seine billigen Arbeitskräfte sogar mit dem Slogan „A dollar a day we pay” (Wir bezahlen einen Dollar pro Tag) bewarb, entwickelte sich zum Reiseziel für Touristen. Pater Shay war überzeugt, dass ein solcher Boom der Sex Industrie die Gesellschaft zersetzte und solidarische Werte und Lebensführung schwächte.
Zusammen mit seinem Team fand er heraus, dass viele Straßenkinder sexuell missbraucht wurden. Armut von dramatischen Ausmaßen trieb tausende von Kindern in die Arme von Pädophilen und Menschenhändlern. Die verstörenden Fälle forderten ihn dazu heraus diejenigen Straßenkinder zu retten, die in Sex Clubs ausgebeutet und von Zuhältern auf den Straßen für die Nacht an Kunden verschachert wurden.
Am 5. Juli 1982 kam ein besonders abscheulicher Fall ans Tageslicht. Die Mutter der neunjährigen Philippino-Amerikanerin Jenny tauchte im St. Joseph’s Gemeindezentrum auf und fragte nach Hilfe für ihre Tochter, die eine Genitalinfektion hatte. Sie wurden an die Pope John XXIII Klinik verwiesen, ein von der Kirche betriebenes Armenkrankenhaus. Bei Jenny wurde Herpes diagnostiziert, eine unheilbare Geschlechtskrankheit. Drei Tage später wurde ein weiteres Kind, die 14 Jahre alte Annabel, mit Gonorrhö in die Klinik gebracht. Das Mädchen erzählte den Sozialarbeitern, dass sie einer Gruppe von 18 Kindern angehörte, die alle mit Geschlechtskrankheiten  wie Gonorrhö, Syphilis und Herpes infiziert seien, die unter Prostituierten verbreitet sind.
Die Sozialarbeiter suchten nach ihnen und fanden 12 der Mädchen, die sie in die Klinik brachten. Schwester Maria meldete den Fall dem Bürgermeister, welcher anordnete, dass sie in einen kleinen Raum auf der Tuberkulose-Station des Krankenhauses eingeschlossen werden sollten. Die Schwester wurde unter Drohungen angewiesen, nichts über diese Opfer an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Drei Wochen später kam sie verängstigt zu Pater Shay und berichtete ihm von ihren Befürchtungen.

Ausweisung und Todesdrohungen
Am nächsten Tag, dem 12. Juli brachen er und Alex Hermoso, der Programmdirektor des Zentrums, mit Kassettenrecordern und Kameras aus um zu sehen was vor sich ging, die Wahrheit zu erfahren und zu dokumentieren. Sie kamen durch die Hintertür ins Innere des Krankenhauses, fanden aber nur sieben Kinder. Die anderen fünf hatten kurz davor durch ein Fenster entkommen können. Die Kinder erzählten ihre schrecklichen Geschichten von Straßenprostitution, besonders für US Soldaten. Sie ließen sich fotographieren und aufnehmen. Der Bürgermeister und der Kommandant der US Basis erfuhren von ihrem unerwünschten Besuch bei den Kindern und versuchten den aufziehenden Skandal zu unterdrücken. Aber eine Woche später erschien der Enthüllungsbericht auf der Titelseite der einzigen unabhängigen Zeitung, veröffentlicht von Jose Burgos, die die Medienschmelze von Diktator Marcos überlebt hatte. Pater Shay erinnert sich: „Es wurde zu einer Sensation in Manila. Es war das erste Mal, dass jemand in den Medien über den sexuellen Missbrauch an Kindern oder auch Frauen sprach, denn Imelda Marcos hatte alle schlechten Nachrichten verboten.“
Verschiedene Anklagen gegen Pater Shay bezichtigten ihn, “die Gastfreundlichkeit der Menschen in Olongapo missbraucht zu haben!” Es war eine Vergeltungsmaßnahme für die Aufdeckung des Kinderprostitutions-Rings. Jahrelang waren er – wie auch PREDA – mit einer unsicheren Zukunft konfrontiert. Pater Shay erzählt: „Es war eine sehr schwierige Zeit. Diejenigen, die uns Todesdrohungen sandten sagten: Ihr solltet lieber die Stadt verlassen wenn ihr morgen nicht tot sein wollt!“ PREDAs Erfolg bei der Rehabilitation von jugendlichen Drogensüchtigen verstärkte jedoch ihre Gunst bei den Verantwortlichen der Einwanderungsbehörde.
Ein anderer schrecklicher Fall, der im Mai 1986 entdeckt wurde, war der von Rosario Baluyot, einem zwölf Jahre alten Straßenkind. Rosario war wahrscheinlich von einem Sex Tourist aufgelesen, brutal missbraucht und dann auf der Straße zurückgelassen worden. Sie wurde mit starken Schmerzen und einer ernsten Infektion ihrer Vagina gefunden und ins Olongaopo City General Hospital gebracht worden. Sie wurde operiert aber Eltern oder Familie konnten nicht ermittelt werden. Schwester Eva Palencia, eine Nonne der “Töchter der Nächstenliebe” und verantwortlich für das St. Joseph Gemeinde Zentrum, garantierte, die Kosten für die Operation durch Spendenmittel aufzubringen. Der Chirurg operiert Rosario und entfernte das vordere Ende eines Vibrators aus ihrer Scheide – ein Objekt von etwa 6 cm Länge, so rund und dick wie eine durchschnittliche Banane. Der Schaden war tiefgreifend, die Infektion hatte sich unkontrollierbar ausgebreitet. Es war zu spät um das Mädchen zu retten. Rosario starb unter schrecklichen Schmerzen am 20. Mai 1987.
Der Fall legte die Böshaftigkeit des Geschäftes mit der Kinderprostitution offen, ein gesellschaftliches Übel, das lange von der korrupten Lokalverwaltung verleugnet worden war. Der furchtlose Missionar und sein Team handelten. Sie veröffentlichten den Fall und protestieren stark gegen die Lokalverwaltung die beim Schutz der Straßenkinder versagte und freigiebig Zulassungen und Lizenzen an Sex Bars vergab wodurch ein Klima erzeugt wurde, dass die Ausbeutung von Kindern und Frauen erst ermöglichte. Pater Shay stellt fest: „Wir hatten eine harte Zeit weil die Politiker uns mundtot machen wollten. Aber wir mussten wie Propheten sein. Darum geht es in missionarischer Arbeit – das tun was Jesus getan hat. Er hat sich den Mächtigen seiner Zeit entgegen gestellt, wo sie die Armen zu unterdrücken schienen. Er sagte, dass seine Mission sei, die Menschen zu befreien und eine neue Welt zu erschaffen, ein Königreich der Wahrheit und Gerechtigkeit. Wir fühlten, dass wir keinen Missbrauch vertuschen durften. Wir mussten unsere Stimme erheben.“
Die Entdeckung verschiedener Fälle von sexuellem Missbrauch durch Seeleute, führte zu Pater Shays Kampagne gegen die Amerikanische Militärpräsenz, auch wenn dieser Standpunkt nicht sehr beliebt war. Er war überzeugt, dass ein besseres Leben nach dem Abzug der Amerikaner kommen würde und machte 1983 Vorschläge für die Umgestaltung der Subic und der Clark Basis. Diese wurden am 24. November 1992 abgeschlossen. Er kommentiert diesen Erfolg so: „Ich bin mir sicher, dass der gute Gott dabei seine Finger im Spiel hatte, dass die Basen genau 10 Jahre nachdem wir uns zuerst mit diesem Thema beschäftigten geschlossen wurden.“ Seitdem wurden alle Pläne umgesetzt und 60.000/70.000 Menschen mit würdevoller Arbeit versorgt.  Die Sex Industrie kämpfte eine Weile mit den Auswirkungen aber dann begannen lokale Zuhälter sich mit ausländischen Menschenhändlern zusammenzutun und ihr Geschäft breitete sich in Olongapo aus, bekannt als „Stadt der Sünde“. Angeles City und Manila empfingen es mit offenen Armen und schließlich breitete es sich überall aus. Auch andere Städte begannen zu sehen, was für gigantische Mengen Geld hier zu holen waren.

Mädchenhandel
1996 forderte das Ministerium für öffentliche Wohlfahrt und Entwicklung (DSWD) PREDA auf, dich auf die Rehabilitation von sexuell missbrauchten Mädchen zu konzentrieren. Seitdem hat PREDA diesen Mädchen therapeutische Hilfe und rechtliche Unterstützung zur Verfügung gestellt. Sie eröffneten ein Heim für Mädchen, die in ihren eigenen Familien sexuell missbraucht worden waren und für Opfer von Mädchenhandel und kommerziell sexuell ausgebeutete Mädchen (mit 20 Mädchen). Diese Gruppen werden die meißte Zeit voneinander gertrennt gehalten. Der Grund dafür ist, wie Pater Shay erklärt, dass die in der Familie oder durch Pädophile in der Nachbarschaft missbrauchten Mädchen tief verletzt und psychologisch gestört. Sie sind wütend auf ihren Missbraucher und wollen ihn im Gefängnis sehen. Diejenigen Mädchen, die aus Sex Bars kommen, wurden einer Gehirnwäsche unterzogen und Glauben gemacht,  sie seien wertlos, hoffnungslos und könnten kein anderes Leben führen. Sie könnten nicht einfach gehen weil sie Schulden hätten und die Sex Club Familie ihnen als einzige Unterstützung, Hoffnung und eine Zukunft geben kann. Der Besitzer ist der „big Daddy“, dann gibt es die „Mama San“ (eine Art Vorsteherin), die Ate (große Schwester, eine erwachsene, leitende Prostituierte, die die jüngeren Mädchen ausbildet) und alle anderen werden Schwestern genannt. Pater Shay erklärt: „ Sie missbrauchen das Bedürfnis der Kinder nach Familienbindungen und zwingen die Mädchen auf diese Weise Loyalität dem Club gegenüber zu entwickeln und ihn unterstützen zu wollen indem sie mit Kunden mitgehen. Die Mädchen werden abhängig und können sich keine andere Zukunft mehr vorstellen. Das ist das normale Leben für sie.“
Die meisten Mädchen wurden in dem Sinne gehandelt, dass sie aus armen Familien in anderen Provinzen kommen, aus Samar, Leyte oder Batangas. Es gibt Ausspäher und Anwerber, die die Dörfer und Städte besuchen und Jobs als Haushaltshilfen oder Hotelbedienung anbieten. Sie zahlen einen kleinen Betrag an die Mutter, damit diese die Erlaubnis gibt. Die Mädchen werden zu Sex Clubs und Bars gebracht wo sie eingeschlossen werden. Ihnen wird erzählt sie könnten nicht gehen weil ihre Eltern im Voraus bezahlt worden seien und sie nun ihre Schulden abarbeiten müssten wenn sie nicht verhaftet werden wollten. Sie sitzen in der Falle: Sie bekommen vom Barbesitzer Unterkunft, Verpflegung und Kosten für Kleidung in Rechnung gestellt und haben somit endlose Schulden, die sie nicht bezahlen können. Auf diese Weise werden sie unter Kontrolle gehalten. Nach einiger Zeit werden die Mädchen dann an eine andere Bar verkauft.
Der UN Kinder Behörde zufolge, werden in den Philippinen 60.000 bis 70.000 Kinder prostituiert oder in der Sexindustrie der Philippinen kommerziell ausgebeutet. Aber die Schätzungen von PREDA sind noch weit höher: „Wir können sagen, das mindestens 120.000 Mädchen unter 17 Jahren in der Sex Industrie benutzt werden, sogar mehr. Genau können wir es nicht wissen weil es illegal ist und geheim gehalten wird.“
Pater Shay behauptet, dass es einfach ist an Kinder heran zu kommen. Er führt ein kürzliches, schockierendes Erlebnis an: “ Letzte Woche (die erste Dezemberwoche 2012 – Anmerkung des Herausgebers) war ich in Manila. Ich war in der Gegend von Malate Park unterwegs und unterhielt mich mit einer Frau. Sie hat mir junge Mädchen, Jungfrauen angeboten. „Wie alt sind sie?“ habe ich gefragt. „14 Jahre alt, 15…“ „Was kosten sie?“ „3000 Pesos (nicht mal 60 Euro – Anmerkung des Übersetzers)“ war die Antwort. „Ok! Bring sie her!“ Der Zuhälter ging los und während ich wartete konnte ich meinem Begleiter, der in einem geparkten Van saß, Bescheid geben, mir ein Radiomikrophon zu bringen und die Szene aus dem Hintergrund heraus aufzuzeichnen falls die Frau zurückkommen würde.“ Bald kam der Zuhälter mit zwei jungen Mädchen zurück. Pater Shay hatte das nicht erwartet denn die Regierung hatte angegeben, diese Gegend gesäubert zu haben. Nach nicht einmal 15 Minuten Erkundung der Situation waren ihm zwei Minderjährige auf der Straße angeboten worden. Das war nicht das erste Mal. In ähnlichen Fällen mit der Frauenpolizei, geleitet von PNP General Yolanda Tanigue, waren die Zuhälter verhaftet und die Kinder gerettet worden.
Es gibt Gesetzte zum Schutz von Kindern, Verbot von Prostitution und Menschenhandel aber die werden nur sehr uneinheitlich und lückenhaft durchgesetzt. Es gibt Probleme mit der Umsetzung. „Während einige NGOs daran arbeiten das ungezügelte Übel aus dieser Gesellschaft zu vertreiben, sind viele Regierungsmitarbeiter mehr an politischen Aktivitäten, Machtmissbrauch, Übergriffen auf die öffentlichen Kassen und einem extravaganten Lebensstil interessiert.“ Pater Shays Urteil ist hart und geht noch weiter: „Die Regierung ist mit einigen Ausnahmen nicht engagiert die Kinderschutzgesetze umzusetzen. Man könnte sagen, dass der philippinische Staat an der Aufgabe gescheitert ist, eine entwicklungsfähige, auf Gesetzten basierende Zivilgesellschaft zu schaffen. Er tut nichts.“

Gerechtigkeit für Kinder
PREDAs größte Herausforderung ist es, die Kinder missbrauchenden Raubtiere zur Rechenschaft zu ziehen – Barbesitzer, Zuhälter, Menschenhändler oder Missbraucher. Pater Shay sagt: „Die Mission der Gerechtigkeit für Kinder ist eine unserer Hauptaktivitäten.“ Aber er gibt zu, dass sie dabei im Grunde versagen weil sie nur sehr wenige Schuldsprüche vorweisen können. Im Dezember 2008, nach 8 langen Jahren des Rechtsstreites, wurde endlich ein Fall gegen einen lokalen Pädophilen wegen Misshandlung von zwei Kindern, 5 und 7 Jahre alt, mit einem Schuldspruch und einer Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe abgeschlossen. Pater Shay kommentiert: „ Das Problem ist, dass die Ankläger Sex mit Kindern nicht wirklich für ein schlimmes Verbrechen halten. Es kann sein, dass wir ein Jahr warten, bevor der Staatsanwalt sich auch nur die Akte ansieht oder den Fall untersucht! Wahrscheinlich werden sie von den Beschuldigten bestochen, die sich ja immerhin einer lebenslangen Haftstrafe gegenüber sehen.“
Wenn PREDA Kinder rettet kann es sein, dass deren Missbraucher eine Gegenklage einreichen. Aber PREDA ist es gewohnt, solche Hindernisse in den Weg gestellt zu bekommen. „Es gibt nur einen wirklichen Dorn in unserem Fleisch, einen verrückten Amerikaner. Du kannst seinen Namen nicht nennen oder du bist am nächsten Morgen angeklagt. Wann immer mein Name genannt wird werden die Leute Briefe bekommen, die seinen Hass gegen uns zeigen. Wir haben ihn festgenagelt und er wurde verurteilt. Wir haben öffentliche Dokumente auf unserer Website für die er uns nicht verklagen kann. Er ist unserer Hauptkritiker. Jetzt wurde er in Olongapo wegen böswilliger Anklageerhebung verurteilt. Der Staatsanwalt hat ihn angeklagt und er hat den Staatsanwalt angeklagt und sogar Anklage gegen den Sozialdirektor des Ministeriums für öffentliche Wohlfahrt und Entwicklung (DPWD) erhoben! Aber seine Anklagen gegen uns und die Beamten wurden abgewiesen.“
Robert Garcia, dem Kopf des Rechtshilfe-Teams zufolge, hat dieses Subjekt bis jetzt 32 mal Anklage gegen die PREDA Mitarbeiter erhoben – wegen Verleumdung, übler Nachrede, Meineid, Behinderung der Justiz, Entführung, Vergewaltigung und allem, was er sonst noch so im Gesetzt finden konnte… jegliche Neuigkeiten betreffend alter Fälle, die auf ihrer Website veröffentlich werden sind für ihn ein Grund für neue Anklagen. Zuletzt hatte er 2007 wegen einem Brief aus dem Jahr 2002 Anklage erhoben, in dem gegenüber einer NGO die ihn betreffende Situation geschildert wurde. Aber alle Klagen wurden abgewiesen bis auf die wegen Verleumdung. „All das weil“, erklärt Robert, „dieser Mann sich an die 12 jährige Tochter des Kindermädchens herangemacht hat. Um uns davon abzuhalten, ihn deswegen zu verfolgen, erhebt er Anklagen gegen uns. Jedes Mal wenn gerichtliche Anhörungen sind, müssen 8 PREDA Mitarbeiter das Büro verlassen um  der Sitzung beizuwohnen.”

Resozialisierung durch Vertrauen
Ausgebeuteten Mädchen zu helfen ist nicht PREDAs einzige Herausforderung. Seit 2004 hat die Organisation  systematisch Jungen im Konflikt mit dem Gesetz befreit und resozialisiert. Etwa 500 Kinder wurden bereits durch mitfühlende Richter aus dem Gefängnis und aus Jugendstrafanstalten befreit. Sie wurden in das PREDA Zentrum aufgenommen und dort  dabei unterstützt ihren Rechtsfall zu klären und noch einmal von vorne anzufangen. Die Nachfrage ist groß. Alister Oca, ein ehemaliger PREDA-Psychotherapeut erklärt den Zusammenhang: eine im Jahr 2000 gemachte Untersuchung fand heraus, dass es etwa 20.000 Kinder gab, die, meistens zusammen mit Erwachsenen, in dreckigen Gefängnissen inhaftiert waren, in einer Zelle konnte man etwa 10 Kinder und 40 bis 50 Erwachsene sehen. Misshandlung und sexueller Missbrauch waren an der Tagesordnung. Die Kinder können sich gegen Missbrauch nicht wehren und in überfüllten Gefängniszellen war es üblich die Jüngeren zu schlagen, zu schikanieren und wie Sklaven zu behandeln. Die Inhaftierung von Minderjährigen in Gefängnissen ist ein Verstoß gegen die Kinderrechte und es gab lange Zeit nicht einmal ein Resozialisierungsprogram. Mitlerweile gibt es staatliche Umerziehungsanstalten, die sich von den regulären Knästen meist jedoch nur dadurch unterscheiden, dass es keine erwachsenen Häftlinge gibt, Gitter, Misshandlung durch Wärter und Terror gegen und unter Häftlingen findet trotzdem statt.
Zunächst begannen die Sozialarbeiter von PREDA mit Gefängnisbesuchen bei denen sie Rechtshilfe anboten. Sie kontaktierten die Eltern der Minderjährigen und die Sozialarbeiter der Regierung um einen Transfer der Inhaftierten ins PREDA Heim für Kinder in Konflikt mit dem Gesetz zu erreichen. Letztendlich fanden sich mehrere kooperationsbereite Richter und das Programm begann sich zu entwickeln. Viele der Kinder kamen von der Straße und hatten dort geringfügige Verbrechen verübt, da ihre Eltern nicht willens oder nicht in der Lage waren sich um sie zu kümmern, weil sie zuhause kontinuierlich misshandelt wurden oder weil die Familie in Elend und Hunger lebte. Im neu eröffneten PREDA Zentrum wird den Jungen Schul- und Weiterbildung (drei der Mitarbeiter sind professionelle Lehrer), Charakter- und Wertebildung, Psychotherapie und Unterstützung in ihren Rechtsfällen angeboten. Wenn möglich soll die Klage abgewiesen oder eine gütliche Einigung erreicht werden. Außerdem wird ihnen durch Freizeitaktivitäten ihr Kindsein und ein positives Lebensgefühl zurückgegeben.
Im Moment leben 43 Jungen im Heim. Und in Nagbayan, Castillejos wurde 2009 ein neues Gebäude mit Platz für bis zu 100 Jungs eingeweiht, das über eine ökologische Farm verfügt, von Feldern umgeben und von einem Fluss und Hügeln begrenzt ist. PREDA fehlen allerdings die finanziellen Mittel alle Plätze auch zu Nutzen. Die sogenannten Jugend-Resozialisierungs-Zentren des Landes sind alle überfüllt. Die Klientenzahlen steigen und die Zentren können sie nicht alle aufnehmen, sagt Sheila Marie Daet, Leiterin des Jungenzentrums. Allein im Manila Jugend Auffangzentrum leben über 220 Kinder in primitiven und trostlosen Verhältnissen. Sie versucht die Entlassung von einigen von ihnen zu ermöglichen, die im PREDA Zentrum untergebracht werden könnten. Im letzten November konnte sie mit der Hilfe des PREDA “Rettungs-und-Recht”-Teams die Umlegung von 10 Kindern erreichen. Das ist ein großer Durchbruch, der gute Perspektiven für die Zukunft eröffnet.
Im Bukang Liwayway (Neue Dämmerung) Zentrum für Soziale Entwicklung, wie es genannt wird, gibt es keine Wachen, keine Gitter, keine Bestrafungen, nur Bestätigung, Respekt, Würde, echte Fürsorge und Bildung. Pater Shay kommentiert: „Diese Kinder müssen nicht mehr ins Gefängnis gesperrt werden wenn wir ihnen diese Art von aufgeklärter und respektvoller Hilfe zur Selbstveränderung bieten können. Es ist ein Beweis, dass die Werte der Bibel funktionieren, dass sie die Menschen wirklich erleuchten und sie zu einem neuen Leben führen. Das ist eine große Inspiration, die mich und meine Mitarbeiter zur gemeinsamen Arbeit antreibt.

Freisetzungs-Therapie
Das Herzstück von allen PREDA Rehabilitierungsprogrammen ist die Emotionen-Freisetzungs-Therapie. Sie basiert auf der von Dr. Arthur Janov entwickelten Urschreitherapie, wie der ehemalige PREDA-Psychotherapeut Alister Oca erklärt. Pater Shay fügt hinzu: „Die Therapie wird in dieser Form nur bei PREDA angewendet. Sie ist sehr hilfreich und unterstützt die Kinder bei der Freisetzung des Schmerzes, der Wut und des Leids, die sie ertragen mussten. Ich glaube nicht, dass wir ohne sie Erfolg gehabt hätten. Da ist zu viel Zorn in diesen Kindern. Sie bringen alle ihre Probleme mit, ihre Kindheit, ihren Schmerz, ihren Hass und ihr Leid…und wir sind hier um all das Freizusetzten und ihnen positive Bestätigung zu geben.
„Die Therapie wird in einem speziell gepolsterten Raum durchgeführt, in dem sie ihre unterdrückte Wut herauslassen und all ihre Probleme herausschreien, weinen und rufen und alle ihr Leid und ihre Traumas heraufholen können. Nachdem sie sich auf diese Weise selbst entlastet haben, erzählen sie einem Mitarbeiter ihre tatsächliche Lebensgeschichte. Ihre Gedanken und  Urteile sind klarer; die Einstellung gegenüber ihren Mitbewohnerin und die ihre zwischenmenschlichen Beziehungen verbessen sich.” Pater Shay beobachtet: „Das ist eine große Befreiung, ein Freiwerden von Unterdrückung. Wut, Hass auf ihre Familien, auf die Gesellschaft, auf die ganze Welt. Danach können sie sich auf die positiven Dinge konzentrieren und eine Zukunft für sich finden.“

Erfolgsgefühle
PREDA wurde drei Mal für den Friedensnobelpreis und viele Male für andere internationale Preise nominiert, Begründung ist ihre mutige Verteidigung der am meisten Verwundbaren. Ihr Gründer und Vorsitzender Pater Shay wurde kürzlich für den die „Integritäts Auszeichnung“ von der angesehenen Organisation Transparency mit Hauptsitz in Berlin vorgeschlagen. „Solche Anerkennungen“, stellt Pater Shay fest, „erzeugen Aufmerksamkeit und schaffen ein Bewusstsein von Wichtigkeit bei den Menschen. Sie bestätigen, dass was getan wird, gut ist und die Kinderrechte zu beschützen ist eine wichtige Mission.
“Die Mitarbeiter teilen ein Gefühl des Erfolges für einige gewonnen Schlachten aber sie ruhen sich nicht auf ihren Triumphen aus. Sie haben Straßenkinder gerettet, Jungen hinter Gitterstäben und Drogenabhängige, Kinderprostitution bekämpft und Opfern dabei geholfen, ein neues Leben zu beginnen, ein Bewusstsein für das Internationale Sex Geschäft geschaffen, ausländische Politiker dafür gewonnen gegen ihre eigenen Pädophilen, Missbraucher und Menschenhändler zu ermitteln und die lokale Regierung herausgefordert neuen Kinderschutzgesetzte zu verabschieden. Sie betrieben Lobbyarbeit für das Anti-Menschenhandel-Gesetz und halfen dabei, Teile des Anti-Kinderpornographie-Gesetztes zu schreiben. Pater Shay gibt an, dass sich inzwischen kaum mehr Kinder unter 15 im Gefängnis finden lassen. Das bedeutet, dass „das neue Jugendstrafgesetz (RA 9344) zu vielleicht 40-50% umgesetzt wird – ein solcher Erfolg bei der Durchsetzung von Gesetzen ist in den Philippinen ein echter Schritt nach Vorne.“
Wenn er Trauer über die Korruption und all die Ungerechtigkeiten verspürt, die den Armen angetan werden, betrachtet er die Leben der Kinder, die von ihnen gerettet wurden – wie sie von schrecklichem Leiden befreit wurden, wie sie eine Fülle neuer Erfahrungen und schließlich ein neues Leben voller Sinn und spirituellen Werten fanden. Die Soziallehre der Kirche sagt, dass sie Gerechtigkeit von Jesu Königreich darin besteht den Armen und Unterdrückten zu helfen und sie aufzurichten. Sich um die vernachlässigten und missbrauchten Kinder zu kümmern ist eine schwierige Mission. Aber sie sollte nicht als ungewöhnlich oder gar außergewöhnlich betrachtet werden, sagt Pater Shay. „Warum sollten Leute denken, dass es außergewöhnlich ist, Kinder zu helfen, die missbraucht, zu Opfern gemacht und eingesperrt wurden – es sollte vielmehr selbstverständlich sein das zu tun. Jesus identifiziert sich mit diesen Kindern, den Armen, den Unterdrückten…Mit unseren Taten qualifizieren wir uns für das ewige Leben. Haben wir wirklich den Armen gedient, das größte Sakrament von allen? Das ist das bindende Kriterium im ganzen neuen Testament.“

Missionarische Kampftruppe
PREDA ist eine offene Institution. Jeder Experte kann sie besuchen, dort leben, mit den Kindern sprechen und die Vorgänge dort beobachten. Es gibt dort Forscher, Praktikanten und Freiwillige aus verschiedenen Ländern. Anders als in anderen Institutionen, in denen man nicht einmal die Türschwelle übertreten darf, gibt es keine Beschränkungen, keine Geheimnisse. Pater Shay sagt: „Es gibt nichts besseres als ein Leben als Gemeinschaft mit Transparenz und Offenheit. Das ist unser Schutz gegen jede Form von Missbrauch oder Anschuldigungen. Besucher bieten eine unabhängige Überprüfung und Bestätigung unser Befreiungsarbeit.“
Jeder Tag beginnt mit einer Teamsitzung um alle an anstehende Termine zu erinnern, über aktuelle Themen zu informieren, zu erledigende Aufgaben zu verteilen, Feedback zu sammeln, Gäste vorzustellen und als Inspiration für die  lebensrettende Arbeit der Mitarbeiter eine Passage aus der Bibel vorzulesen.
PREDA verfügt über Experten (alle Philippin@s), die die Projekte umsetzen. Der dynamische, 67 jährige Missionar ist stolz auf sein Team und spricht von ihnen als Laienmissionare, so hoch ist seine Wertschätzung für sie: „Ich beschäftige Laienmissionare in PREDA. Sie sind qualifiziert, ausgebildet und engagiert. Sie haben eine starke Spiritualität und geben jeden Tag ihr Leben. Sie leisten bessere Arbeit als ich es jemals als ordinierter Missionar konnte. Sie tun Dinge, die ich niemals tun könnte – Kinder retten, in die Gefängnisse und Slums gehen, mit den Armen arbeiten, Workshops und Seminare über Menschenrechte geben… Sie sind mein eigenes Missionsteam. Ich bin nur als Berater hier und eines Tages werde ich nicht mehr da sein. Dann werden sie als ein Team weitermachen, als eine Missionarische Kampftruppe.”

Eine große Inspiration
Pater Shay Cullen wurde am 27. März 1943 in Dublin, Irland geboren. Nach Abschluss der höheren Schulbildung trat er der Missionarischen Gesellschaft von St. Columban bei, weil er „hinaus in die Welt gegen und etwas mit seinem Leben tun wollte, dass anderen Menschen nützen würde“, wie er erklärt. Im April 1969 wurde er als Priester ordiniert. Kurz darauf wurde er auf die Philippinen berufen und arbeitete in Olongapo City (Gemeinde St. Joseph) und der Provinz Zambales (Gemeinde St. Marcelino).
1974 gründete er PREDA Foundation in Olongapo um Menschenrechte, Gerechtigkeit und Frieden zu fördern. In dem Glauben, dass Armut, Gewalt und Kindesmissbrauch Frieden im Wege stehen und zu unzufriedenen Menschen und  Verbrechen führen, hat er danach gestrebt, Kindesmissbrauch auszumerzen und den Respekt für Kinderrechte zu stärken. Er arbeitet für Frieden und eine bessere Gesellschaft indem er sein bestes versucht um die ungerechten ökonomischen, politischen und sozialen Strukturen zu ändern.
Mit den Jahren haben Pater Shays Lobbyarbeit  und Zusammenarbeit mit den Medien bei der Verabschiedung von neuen und besseren Gesetzen zum Schutz von Frauen und Kindern geholfen. Er schreibt eine wöchentliche Kolumne für Zeitungen und Magazine, in der die Leidenschaft für seine Befreihungsarbeit in jeder Zeile durchsickert. Vor drei Jahren hat er eine spannende 500 Seiten dicke Autobiographie (Kein Kind ist verloren) veröffentlicht, die schon ins Deutsche übersetzt wurde. Und PREDA ging mit einer regelmäßig aktualisierten Seite (www.preda.org) ins Netz. Seine Texte, Lesungen, Gespräche und Aussagen basieren immer auf der Beweiskraft seiner persönlichen Erfahrungen.
Betrachtet man die enorme von PREDA geleistet Arbeit und den vielfältigen Herausforderungen denen sie beim Kampf gegen die Ausbeutung von Minderjährigen gegenübertreten, kann man die von Pater Shay ausgeübte Insopirationskraft erspüren – in Anwesenheit, Beispiel, Ausdauer, Wissen und Kompetenz – in die die Mitarbeiter zu vertrauen gelernt haben. Der geschäftsführende  Direktor Alex Hermoso unterstreicht Pater Shays Beharrlichkeit und Autorität bei Entscheidungen: „Pater Shay ist kein distanzierter Kollege oder Chef. Er ist der praktische Typ Mensch. Er will alles wissen und an allem beteiligt sein. Er lässt sich durch das Planen und Überwachen der Programme und Projekte nicht an seinen Schreibtisch fesseln. Er weiß praktisch alles. Er ist nicht nur ein Vorsitzender des Direktoriums der sich ab und zu in den Meetings zeigt während die Arbeit durch den geschäftsführende  Direktor und die Mitarbeiter vorangebracht wird. Er ist Teil aller Prozesse und Systeme und er akzeptiert Veränderungen seiner Entscheidung wenn er die Klugheit  dieser Veränderungen erkennen kann… Deswegen halten wir so  gut zusammen. Die älteren Mitarbeiter sind von dieser Art Führung überzeugt – Führung durch gutes Beispiel.“
„Pater Shay ist eine große Inspiration für mich“ sagt Generalsekretär Emmanuel Drewery, der mit ihm die Vision und die Mission von PREDA teilt und sie als ein Instrument betrachtet um Kindern, Frauen und Indigenen Völkern zu helfen. Die Arbeit ist schwierig und erfordert großen Mut und ein Gefühl für Dringlichkeit, wie es Pater Shay vermittelt: „ Um ehrlich zu sein: Er ist ein schwieriger Chef in dem Sinne, dass wenn ein Kind vor einer Gefahr gerettet werden muss, es sofort getan werden muss. Ein Kind kann niemals warten. Wenn er eine Anweisung gibt, erkenne ich seine Gefühlstiefe. Wenn wir Zeit verstreichen lassen, vergeuden wir vielleicht ein Menschenleben.“

Pater Shay arbeitet hart und die Mitarbeiter sind hochmotiviert und durchtränkt von derselben Hingabe, erklärt Emmanuel: „ Meine Jahre hier waren gut verbracht. Auch wenn ich am Ende des Tages müde bin kann ich sehen, dass ich etwas erreicht habe. Sogar kleine Schritte die getan werden tragen zur großen Perspektive bei. Wir alle formen positive Veränderungen. Wenn wir ein Kind retten ist es nicht einfach eine Nummer, wir retten ein wertvolles Leben nach dem Bilde Gottes.“ Und sie schließt: „Hätte ich keinen Spaß an meiner Arbeit wäre ich nicht so lange geblieben. Die Arbeit ist nicht nur ein Beruf. Sie ist mehr eine Berufung und eine Leidenschaft anderen Menschen zu helfen. Auch wenn es ein Kampf wie der von David gegen Goliath ist, empfinde ich den Job als sehr erfüllend und befriedigend.“

Projekte für eine bessere Welt
PREDA hat sich mit den Grundursachen von Armut in ländlichen Gegenden befasst. Durch seine Fairhandelsprojekte, geleitet von Mabelle Facturanan und Resty Arellano, haben sie 26 Handarbeits-Entwicklungsgruppen im ganzen Land – von Mindanao im Süden bis Baguio, Kalinga und Bontoc im Norden – und sie helfen den Produzenten ihre Produkte zu entwickeln und zu exportieren. Als Beispiele nennt Mabelle: Bambuskörbe, Holzschnitzereien, Figuren aus Bimsstein (erkalteter Lava), recycelte Taschen (aus Materialien von Müllkippen) und Sandalen (aus gebrauchten Gummireifen). Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der folgenden europäischen Finanzkrise haben die Bestellungen in den letzten Jahren leider abgenommen, was das Einkommen der Produzenten beeinträchtigt.Die PREDA Stiftung, die den Produzenten zinsfreie Darlehen gibt und einige ihrer Projekte subventioniert, führt einen großen Teil aller Einkünfte an sie zurück.
PREDA setzt sich auch für Umweltschutz und ökologische Landwirtschaft ein. Ihre eigene ökologische Farm dient als Beispiel zur Schulung von Farmern und Studenten. Dort werden Wurmkulturen verwendet um Kompost in natürlichen Dünger umzuwandeln und mehrere Hektar gesundes Essen für PREDAs Kinderheime produziert. Die Farm wird vom Landwirt Donard Angeles geleitet, der das Berufsausbildungszentrum in Bukang Liwayway (dem Jungenzentrum) betreut, wo Schweißtechnik, Tischlerei und Zimmerei, ökologische Landwirtschaft und andere Weiterbildungen für die aus dem Gefängnis gerettet Jungen angeboten werden. Donard Angeles: „ Hier in Bukang Liwayway  kommen die Farmer, Studenten und Jungen in Kontakt mit der Natur und lernen dafür Sorge zu tragen, die Schönheit und Wichtigkeit von Umwelt und ökologischer Landwirtschaft zu erkennen und zu lieben. Wir werden tagtäglich mit so vielen Chemikalien vergiftet, die auf den Boden, in die Flüsse und ins Meer ausgegossen werden. Jetzt tun wir unseren Teil etwas daran zu ändern.“
PREDA Fairer Handel hat jahrelang getrocknete Mangos exportiert. Vor einigen Jahren haben sie mit einem Partner in fairem Handel, Profood, das von Justin und Debbie Uy geleitet wird, begonnen, Farmern faire Preise zu bieten und damit das Kartell herausgefordert, das die ungerecht niedrigen Preise festsetzte. In demselben Maße wie die Verkäufe von getrockneten Mangos überall auf der Welt zunahmen, steigerten PREDA Fairer Handel und Profood ihre Mangokäufe und beeinflussten den Markt. Sie erzeugten einen Mangel bis das Kartell höhere Preise an die Farmer zahlen musste um weiter mithalten zu können. Kurz danach brach es zusammen und alle philippinischen Kleinbauern profitierten. Alex Hermoso, der die Abteilung Fairer Handel berät sagt: „ Der Kauf solcher großen Mengen hat kleinen Farmern im ganzen Land geholfen. Wie die steigende Flut alle Boote hochhebt, so haben auch die Kleinbauern von den steigenden Preisen einen Nutzen gezogen. PREDA will, dass es so bleibt und unsere Exportverkäufe von getrockneten Mangos helfen den PREDA Projekten genauso wie den Farmern.
Durch die Partnerschaft mit lokalen Gemeinschaften, insbesondere mit den Indigenen Völkern der Provinz Zambales, den Aeta, wurden jedes Jahr  tausende von Mangobäumen gepflanzt. Die PREDA Landwirte Roger Hermogino und Aris Alantico reisen zu abgelegenen Dörfern und Gemeinschaften und bilden Farmer in ökologischer Landwirtschaft aus, besonders von Mangos, weil es hier einen gigantischen Markt gibt, der nur darauf wartet hohe Preise für ökologisch angebaute Produkte zu zahlen. Aris Alantico sagt:“ Philippinische Farmer wurden davon abhängig gemacht, Chemikalien zu sprühen um eine gute Ernte zu haben, sie verdienen aber dadurch weniger, weil die Mittel teuer sind. Außerdem beschädigt es den Boden und ihre Bäume. Bei ökologischer Mango Produktion ist die Ernte kleiner aber gesünder und die Bauern können die Menge mit höheren Preisen verkaufen. Aber es dauert lange bis die meisten diesen Vorteil verstehen und etwas ändern. Was wir bräuchten wäre ein natürlicher, ökologischer Pflanzen-Induktor als Ersatz für die chemischen Mittel aber so etwas wurde noch nicht entdeckt.“
Das Projekt hat außerdem Indigene Völker dabei unterstützt, ihren angestammten Lebensraum zu verteidigen. Vor kurzem konnte erfolgreich ihr Recht auf das Land in Botolan, Zambales beansprucht werden. Jetzt sind sie der Anti-Bergbau-Kampagne beigetreten weil viele internationale Konzerne auf die Philippinen kommen um auf dem Land der armen Leute zu schürfen und dabei die Umwelt zu zerstören – Wälder, Flüsse und Berge.
In den provinziellen Städten und Dörfern hat das PREDA Menschenrechts-Aufklärungs-Team den Barangays (lokale Verwaltungseinheiten) geholfen, eigene Gemeinderäte für den Kinderrechtsschutz einzurichten – wie eigentlich vom Gesetzt gefordert. Das PREDA Schul-Aufklärungs-Team ist jeden Tag unterwegs und bietet Workshops und Seminare an um Lehrer und Kinder dazu auszubilden ihre Rechte zu kennen und sich selbst vor Missbrauch zu schützen. Ihre provinzweite Jugendorganisation PREDA-Akbay unterstützt die Aufklärungs-Teams mit spannenden Puppentheatern, Theaterpräsentationen und einer Gesangsgruppe. Pater Shay hat selbst einige von den zum Denken anregenden Liedern geschrieben.
Er sagt: „ Unsere Mission ist es, die gute Nachricht zu verbreiten , dass wir gottgegebene Rechte haben, wir Gottes Familie sind und jeder wertvoll ist, egal wie arm oder bedürftig. Wir können die Menschen effektiver mithilfe der Jugendlichen erreichen, mit Liedern, Tänzen und Theater. Jesus hat uns dramatisches Geschichtenerzählen gelehrt, wir haben daraus gelernt und zum Beispiel auch unseren eigenen Comic gemacht.“
Abgesehen von den Einkünften des Fairen Handels hat PREDA auch noch ausländische Partner und Spender, die Projekte finanzieren. Da ist Vertrauen in die Vorsehung aber auch Hingabe, wie Pater Shay darlegt: „Wie eine Familie müssen wir sicherstellen, dass wir genug verdienen um die Kinder ernähren zu können. Wir haben ca 80 Kinder in stationärer Betreuung und viele mehr außerhalb. Unser Glaube muss in Handeln übersetzt werden. Wir müssen etwas tun um anderen zu helfen. Jeder kann etwas tun. Lasst uns diese Welt verbessern.”

 

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