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Jegliche Vertuschung eines Kindesmissbrauchs ist eine Straftat

July 31st, 2011 No comments
Jegliche Vertuschung eines Kindesmissbrauchs ist eine Straftat

Menschenhandel und die Prostitution von Kindern ist ein wichtiges Thema in den Philippinen, die häufig von organisierten kriminellen Syndikaten kontrolliert.

Der Verkauf von Frauen und Kindern für sexuellen Missbrauch nennt sich moderne Sklaverei und ist auch heute noch aktuell. Die Vertuschung hiervon und von sexuellem Missbrauch von Kindern ist an sich schon eine Straftat. In Irland und dem Vereinigten Königreich kommt sie jedoch in schockierender Häufigkeit vor.

Die internationalen Pädophilen kommen in Scharen nach Asien, wo die Armut besonders hoch ist und viele Kinder anfällig für Missbrauch sind. Viele von ihnen flüchten aus ihren eigenen Familien, wo sie missbraucht werden und werden dann von Zuhältern aufgefangen, die sie dann an Bordelle verkaufen. Andere werden an Vermittler verkauft und ihnen werden hoch bezahlte Jobs angeboten, doch am Ende landen sie irgendwo als Haushaltshilfe und werden dort zur Prostitution gezwungen.

Auf den Philippinen erteilen Lokalpolitiker Lizenzen und Zulassungen an ausländisch geführte Clubs und sehen über den Missbrauch und den Menschenhandel, der dort passiert, hinweg. Präsident Aqunio versprach jedoch von ganzem Herzen gegen Kindesmissbrauch und Menschenhandel vorzugehen.

Dass Kinder aus solchen kommerziellen Missbrauchssituationen  gerettet werden, passiert heute sehr viel häufiger als früher, aber es gibt immer noch sehr viele Kinder, die von ihren eigenen Verwandten, vor allem ihren Vätern und Lebensgefährten, missbraucht werden. Mehr und mehr Menschen bemerken jedoch den Kindesmissbrauch in ihrer Umgebung und überwinden ihre Zurückhaltung und ihre Angst davor es zu melden. Dank eines irischen Hilfsprojekts in der Zusammenarbeit mit der PREDA Foundation, enden dutzende Stadtbezirke das System der stillen Übereinstimmung, in der ein Stadtbeamter eine bestimmte Zahlung des Pädophilen an die Eltern des missbrauchten Kindes aushandelt. Natürlich bekommt auch er einen Anteil.

Solche Vergütungen und Regelungen des Stillschweigens und die darauffolgende Vertuschung sind strafbar und jede Form des Schweigens ist eine Form der Billigung der eigentlichen Straftat. Deshalb war die Aufdeckung im Cloyne Report in Irland so schockierend. Die Regierung hat stark gegen den Vatikan protestiert, der angeblich die Vertuschung angeordnet hat um die Institution Kirche zu schützen, anstatt die Kinder zu retten und die Täter vor Gericht zu stellen. Die Unterlassung einer Meldung bei der Polizei von Missbrauch durch den Klerus oder jeden anderen auch, ist unverzeihlich.

Es ist höchste Zeit, dass die Katholiken, die wie blind über gerechte Kritik an der Institution Kirche hinwegsehen, realisieren, dass sie Opfer einer jahrelangen geistigen Konditionierung und irregeführten Überzeugung sind, dass gute Katholiken bedingungslose und fügsame Anhänger der Institution Kirche sein sollten. Das ist jedoch nicht das, worum es im christlichen Glauben geht.

Wahrer christlicher Glaube wurzelt in Jesus Christus und seinen Evangelien der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Vergebung, der Gleichheit, der Einheit und der Liebe. Sein Königreich ist eine spirituelle Lebensweise, die auf großen Werte und die selbstlose Hingabe für andere gestützt ist, falls wir vergessen haben, worum es geht und wofür wir einstehen. Wir sollten einfache Fußwäscher sein und keine Prinzen und Machtspieler. Wir Katholiken, Laien wie Priester und Minister sollten alle Verfechter der Kinderrechte sein und dazu berufen sein für Gerechtigkeit und Wahrheit einzustehen.  Wir dürfen uns niemals von unserer Pflicht und unserem Glauben davonmachen.

Wir haben die prophetische Berufung als Christen und Gläubige wie Jesus unsere Meinung frei zu äußern, ohne Angst oder Gefälligkeit gegenüber den Autoritäten, seien sie religiös oder bürgerlich. Er stellte sie in Frage und tadelte sie, zog sie zur Rechenschaft um Buße zu tun und als sie sich weigerten und weiterhin mit Prunk und Macht spielten wie korrupte Despoten benannte und beschämte er sie als gebleichte Grabkammern und Schlangenbrut.

Mit einer ähnlichen Situation wurde ich vor vielen Jahren bei meiner Mission auf den Philippinen konfrontiert und ich entschied es sei das Beste Jesus von Nazareth zu folgen und meine Mission durch eine unabhängige Organisation zu erfüllen, die Menschen- und Kinderrechte schützt und missbrauchte Kinder rettet. Damals war die Sexindustrie noch viel zügelloser als heute. Entgegen des großen Widerstands in der Kirche und unter einem Kriegsgesetz, in dem Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung waren,  baute ich die PREDA Foundation auf. Bei der Arbeit der PREDA Foundation geht es darum Freiheit für Kinder zu gewinnen, die in Bordellen versklavt werden und die hinter Gittern für Straftaten leiden, die sie nicht begangen haben oder in den meisten Fällen nur Bagatellendelikte begangen haben. Wir kämpfen für ihre Rechte und die Freiheit von Kindern im Alter von 4 bis 16 Jahren aus den Fängen ihrer Missbrauchstäter, den Pädophilen, sogar ihrer missbrauchenden Eltern oder von wem auch immer sie befreit werden müssen. Wir haben eine Hotline an die sich per Anruf oder SMS wenden können. Hilfe wird sofort ohne jegliche Verzögerung geboten. Ein Rettungsteam wird sofort ausgesandt, das Kind wird gerettet und der Täter wird verhaftet und vor Gericht gestellt. Bei PREDA ist das Kind wohlbehalten und geschützt untergebracht und kann durch Therapien, Bildung, Heilung und die Wiedereingliederung in die Familie wieder glücklich werden. Sie können sich nun in Würde und mit Hoffnung auf Gerechtigkeit erheben.

Fahndung nach Mykies Mörder läuft

July 7th, 2011 No comments

Von Bettina Görlitzer

Swanie Diehl bedankt sich für Unterstützung: Geldspenden und Unterschriften helfen, auf Philippinen Gerechtigkeit durchzusetzen. Pater Shay Cullen kommt nach Oberrahmede

LÜDENSCHEID J Swanie Diehl ist froh: Mit Hilfe zahlreicher Unterstützer aus Lüdenscheid und Altena ist es gelungen, dass ein philippinisches Gericht den mutmaßlichen Vergewaltiger und Mörder der siebenjährigen Mykie Prado zur Fahndung ausgeschrieben hat und gleichzeitig der Familie des Opfers geholfen werden konnte. Rund 2000 Unterschriften und fast 4000 Euro an Spenden waren gesammelt worden. Dafür bedankte sich Swanie Diehl jetzt insbesondere bei Monika Deitenbeck-Goseberg, Pfarrerin in Oberrahmede, die in ihrer Gemeinde immer wieder auf das Projekt hingewiesen hat, und Anneka Brauckmann-Alte stellvertretend für den Weltladen Lüdenscheid.

In Altena haben sich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein sowie die evangelischen Kirchengemeinden für Mykies Familie stark gemacht. Die richtigen Fäden vor Ort in den Philippinen gezogen hat Pater Shay Cullen, Gründer und Präsident der Stiftung Preda, die sich für Menschenrechte und gerechte soziale Entwicklung einsetzt und sich unter anderem um Kinder in Gefängnissen und Bordellen kümmert, sie dort rausholt und ihnen neue Perspektiven bietet. Auf deutscher Seite involviert ist außerdem der Tatort-Verein um die Schauspieler Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär.

Mykie Prado war eines der Kinder, die Swanie Diehl und ihr Mann durch eine Patenschaft finanziell unterstützen. Das Kind lebte in Tag-Osip in der philippinischen Provinz Buruanga, der Heimatregion von Swanie Diehl. Ihre leiblichen Eltern hatten das Mädchen in eine Pflegefamilie gegeben, damit es dort unter besseren Bedingungen aufwachsen sollte. Im Februar 2010 starb das Mädchen – angeblich, weil sie beim Spielen in ein Messer gefallen sein sollte, so die Aussage des mutmaßlichen Täters, dem drogenabhängigen Sohn der Pflegefamilie. Wenn sich Swanie Diehl nicht eingemischt hätte, wäre das Mädchen ohne eine weitere Untersuchung des Vorfalls beerdigt worden, weil die Pflegefamilie in der Region sehr einflussreich ist, betonte Anneka Brauckmann-Alte.

Swanie Diehl schaffte es mit Hilfe von Preda, dass eine Obduktion in einem anderen Ort durchgeführt wurde. Dabei wurde festgestellt, dass das Kind erst vergewaltigt und dann ermordet wurde. Allerdings musste die leibliche Familie des Mädchens aus Tag-Osip fliehen. Der Einsatz und die Unterschriften aus Deutschland haben letztlich dazu geführt, dass sich das Innenministerium der Philippinen eingeschaltet und dafür gesorgt hat, dass der mutmaßliche Täter zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Für das System der Philippinen, in dem die Ausbeutung von Kindern unter anderem durch Prostitution und Korruption an der Tagesordnung seien, sei das ein großer Erfolg, sagt Swanie Diehl.

Schon jetzt weisen Anneka Brauckmann-Alte und Monika Deitenbeck-Goseberg auf den 15. September hin. Dann wird Pater Shay Cullen selbst im Kirchenhaus in Oberrahmede zu Gast sein und seine Arbeit auf den Philippinen vorstellen. Derzeit bemühen sich die Organisatoren vom Weltladen, der VHS, des eine-Welt-Netzes Lüdenscheid und des Agendabüros Lüdenscheid auch noch um prominente Unterstützung aus dem Tatort-Verein.