Letter of Support for Father Shay Cullen and PREDA from the
Mayor of Weimar

Anhang:
1. Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Weimar vom 25.9.2000
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
das Fair Handelshaus gepa freut sich mit Pater Shay Cullen über die diesjährige
Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar. Wir beglückwünschen Sie
zu dieser mutigen Entscheidung und freuen uns, dass die Arbeit von Pater Shay
Cullen und der Kinderschutz-Organisation Preda diese
großartige Würdigung erfährt.
Die gepa arbeitet seit 1982 mit Preda zusammen und bezieht von dort
Handwerksprodukte und Trockenfrüchte zu fairen Bedingungen. Dazu gehören unter
anderem höhere Preise für die Produzenten und Beratung bei der Produktion. Durch
den fairen Handel wird Kinderarbeit und deren schlimmste
Form, die Kinderprostitution, verhindert. Wenn das Einkommen der Eltern auf dem
Land ausreicht, um die Familie zu ernähren, können die Kinder in die Schule
gehen und müssen nicht mitarbeiten. Damit wird auch Landflucht
verhindert, oft der erste Schritt zur Prostitution, weil sich den Menschen kaum
andere Verdienstmöglichkeiten in Großstädten wie Manila bieten.
Pater Shay Cullen sagte dazu in einem Interview mit dem Westdeutschen
Rundfunk: „Die Produzenten brauchen fairen Handel und wir sind ein sehr
überzeugter Teil der Fair-Trade-Bewegung, das heißt wir helfen ihnen ökonomisch,
denn Kinderprostitution und der Missbrauch von Kindern hat
seine Wurzeln in der Armut, auch weil die Kinder unter diesen Bedingungen
besonders anfällig dafür sind. Die Armut ist nicht der Grund für
Kindesmissbrauch, aber sie macht sie anfällig. Deswegen versuchen wir einige
Wurzeln auszuheben, das heißt Entwicklung von dörflicher Infrastruktur und
Handwerksbetrieben. Ich denke, eine Menge Geld in die
Taschen der armen Farmer zu geben, gibt ihnen die Möglichkeit in ihrem Dorf zu
bleiben und zum Beispiel Mangobäume zu pflanzen." (Interview mit Regina
Völz für WDR 5, 1998)
Darüber hinaus bietet das Preda-Zentrum in Olongapo den Kindern und
Jugendlichen, die bereits in die Prostitution geraten sind, eine Fülle von
Therapie- und Ausstiegsmöglichkeiten. Vielen Kindern konnte dort im Laufe
der Jahre bereits geholfen werden. Einige Täter konnten dank der Arbeit von
Preda in den vergangenen Jahren verurteilt werden, so wie zum Beispiel Thomas
Breuer aus Iserlohn im Jahr 1996. Dieser umfassende Ansatz des Preda-Zentrums
(Prävention, Therapie, Rechtsberatung, Lobby - und
Öffentlichkeitsarbeit) ist unserer Meinung nach besonders unterstützenswert und
verdient in hohem Maße eine Auszeichnung wie den Menschenrechtspreis der Stadt
Weimar.
Für weitere Informationen steht Ihnen unsere Informationsreferentin Claudia
Grözinger gerne zur Verfügung, die Pater Shay Cullen und das Preda-Team
seit 1987 persönlich kennt. Sie hat die Telefondurchwahl -63.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Thomas Speck
(Geschäftsführer)
message sent via e-mail, dated
December 15, 2000
![]()