Menschenrechtspreis der Stadt Weimar für Pater Shay Cullen,
Preda
Am 10. Dezember 2000 wird Pater Shay Cullen, der Leiter des
gepa-Handelspartners Preda, mit dem renommierten Menschenrechtspreis
ausgezeichnet. Die Stadt Weimar würdigt damit das herausragende Engagement der
philippinischen Organisation, besonders die Förderung von
Straßenkindern und den Einsatz gegen die Kinderprostitution. Vergeben wird der
Preis seit 1995, an Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten aus
aller Welt. Die Preisvergabe findet immer am 10. Dezember, dem internationalen
Tag der Menschenrechte, statt. Dem Vergabegremium gehören neben dem
Oberbürgermeister Mitglieder aller Fraktionen im Stadtrat und des
Kulturausschusses sowie die Ausländerbeauftragte und Vertreterinnen und
Vertreter der dortigen Menschenrechtsorganisationen an.
Im Vorfeld der Preisverleihung in Weimar sah sich Pater Shay Cullen aufgrund
seines mutigen Engagements gegen Kinderprostitution einer massive
Rufmord-Kampagne von Seiten der Täter ausgesetzt. Deren Kontakte reichen
bis nach Deutschland, weil sie sehr gut international vernetzt sind. In Briefen
an die Stadt Weimar wurde Cullen verunglimpft und selbst des Missbrauchs
bezichtigt. Wir als gepa hegen keinerlei Zweifel an der Integrität Pater Shay
Cullens. Die gepa hat sich zusammen mit anderen
Organisationen des fairen Handels und der Entwicklungszusammenarbeit sofort
hinter Pater Shay Cullen gestellt.
Beliebt gemacht hatte sich der irische Priester in seiner langjährigen
Tätigkeit allerdings noch nie. So gehörten Morddrohungen in all den Jahre seines
Engagements ebenso „zum täglichen Leben", wie zum Beispiel Versuche
ihn als Ausländer auszuweisen oder die Behinderung der Arbeit von Preda in der
Stadt Olongapo, Philippinen durch behördliche Schikanen. Dieses Mal setzten die
Täter auf den Philippinen einen Haftbefehl gegen Pater Shay Cullen durch, der
selbst von Teilen des Justizministerium befürwortet
wurde. Wie gut die Kontakte der Bordellbesitzer auf den Philippinen sind, können
wir angesichts der Verstrickungen von Politik, Justiz und Polizei nur erahnen.
Diese Aktivitäten gingen jedenfalls von Menschen aus, die Cullen selbst als
Täter vor Gericht gebracht hatte.
Erst eine Briefaktion, die direkt an den Präsidenten Estrada gerichtet war,
verbunden mit intensiver Lobbyarbeit von Preda vor Ort, schien zunächst die
Wende zu bringen. Zudem auch der Oberhirte der katholischen Kirche auf den
Philippinen, Kardinal Sin, sich schützend vor den streitbaren Priester
gestellt hatte. Doch kurz vor der Unterschrift des Präsidenten unter ein
Dekret, das den Haftbefehl aufgehoben und einen Prozess gegen Pater Shay Cullen
verhindern hätte, geriet Präsident Estrada selbst in den Strudel von politischen
Affären. So muss sich der renommierte Menschenrechtsaktivist, Pater Shay Cullen
weiterhin versteckt halten, da er sonst Gefahr läuft, verhaftet zu
werden.
Die gepa hatte die ganze Zeit über sowohl direkten Kontakt zu Pater Shay
Cullen, als auch zur Ausländerbeauftragten der Stadt Weimar und vielen
Engagierten. Außerdem haben wir uns sowohl an den Oberbürgermeister der Stadt
Weimar, als auch an den philippinischen Präsidenten gewandt. Die gepa
hat ebenfalls die Aktion gegen die „Rufmord-Kampagne", die von der Stadt
Weimar, der Kindernothilfe, dritte-welt partner Ravensburg und der Stiftung für
Kinder initiiert worden ist, unterschrieben.
Noch ein aktueller Hinweis zum Schluss. Soweit wir zur Zeit wissen, wird am
Sonntag, den 10. Dezember 2000 im „Weltspiegel" der ARD, zwischen 19.10 bis
19.50 Uhr, ein Porträt des diesjährigen Menschenrechtspreisträgers der
Stadt Weimar gezeigt.
Letter of Support for Father Shay Cullen and Preda tothe mayor of Weimar
from GEPA .
message sent via e-mail, dated
December 15, 2000
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